100 Jahre Rother Bergverlag

8. November 2020
(c) Rother Bergverlag

(c) Rother Bergverlag

Der „Rother“ – fast schon ein Synonym für die Gattung Wanderführer. Die handlichen Bücher in ihrem unverkennbaren Rot sind bei Wanderern, Bergsteigern und Aktivurlaubern gleichermaßen beliebt, führen sie doch auf den schönsten Wegen in die Alpen, in die Mittelgebirge und ins Flachland sowie in die beliebtesten Urlaubsziele weltweit. Längst hat sich der Verlag zum deutschen Marktführer im Segment Wandern etabliert. In diesem Jahr kann der Rother Bergverlag seinen 100. Geburtstag feiern.

Leidenschaft für Berge und Bücher

Begonnen hat alles mit Rudolf Rother sen., der nicht nur passionierter Bergsteiger war, sondern auch gelernter Buchhändler. Am 16. November 1920 übernahm er den Bergverlag, der ein Jahr zuvor von einer Gruppe Bergsteiger als Genossenschaft gegründet worden war. Schnell scharte er die wichtigsten Berg-Autoren um sich. Von Anfang an ging es ihm darum, „den Menschen im Tiefland Wege zu weisen zu den Höhen der sommerlichen und winterlichen Berge“.

Erfolg auch im Nationalsozialismus

Er selbst begeisterte sich für alles, was mit Bergen zu tun hatte. Neben Büchern erschienen die wichtigsten Alpinzeitschriften, sogar eine Abteilung für Bergfilme kam hinzu. Für die größte Furore sorgten die „Bergverlags-Skikurse“ ab 1925/26: Sie zogen Skischüler aus ganz Deutschland in die Alpen.  Von einem Kurs mit etwa 50 Teilnehmern im ersten Jahr, wuchs das Angebot zu Beginn der 1930er Jahre auf über 350 Skikurse pro Jahr an. Um der wachsenden Nachfrage nachzukommen, wurde unter der Federführung von Rudolf Rothers Ehefrau Vroni eine komplette Reise- und Skikurs-Abteilung eingerichtet. Ab 1931 bewies der findige Geschäftsmann  Rother wieder den richtigen Riecher: Er baute ein Hotel am Oberjoch im Allgäu, zu dem sich später auch noch eine Tankstelle gesellte. Zwei weitere Hotels folgten auf der Loferer Alm und in Inneralpbach. Nach der Machtübernahme der NSDAP im Jahr 1933 ging es für den Verlag zunächst erfolgreich weiter, zumal das Bergsteigen von dem neuen Regime heroisiert und instrumentalisiert wurde. Rudolf Rother war kein Verfechter des Nationalsozialismus, ein Gegner war er allerdings auch nicht.

Neubeginn und Wiederaufbau

Der Neubeginn unter alliierter Besatzung startete mit dem Abverkauf alter Buchbestände aus der Versandbuchhandlung, da Rudolf Rother zunächst nur eine „Verkaufslizenz“ erhielt. Parallel begann der Wiederaufbau des zerstörten Verlagsgebäudes, das 1948 fertiggestellt wurde. Auch sein Verlagsprogramm trieb Rother mit neuen Ideen voran. 1951 wartete er mit dem ersten Band einer zukunftsweisenden Reihe auf, dem „Alpenvereinsführer Karwendel-Gebirge“. Die Reihe war über viele Jahrzehnte die wichtigste Informationsquelle für Wanderer und Bergsteiger.

Wege weisen bleibt die Leitlinie

Die ursprüngliche Motivation „Wege zu weisen“ ist auch nach 100 Jahren die Leitlinie des Rother Bergverlags. Nicht umsonst ist Rother seit vielen Jahren der Marktführer in Deutschland im Segment Wanderführer. Das Programm umfasst insgesamt rund 700 Titel.
Hinter diesen vielen Produkten steckt ein Team, das sich mit Wandern, Bergen und Büchern bestens auskennt. Die Autoren sind mit Fotoapparat, Wanderkarte und GPS-Gerät unterwegs und wandern jede Tour Schritt für Schritt ab. Manchmal auch mehrfach, um die schönste Variante herauszufinden.

Jubiläums-Wanderführer zum Geburtstag

Die 100 Jahre feiert Rother mit drei Jubiläums-Wanderführern: In „Alpen“, „Deutschland“ und „Sonnenziele am Mittelmeer und Atlantik“ verraten Rother-Autoren jeweils ihre 100 Lieblingstouren. Die Bücher erscheinen im hochwertig ausgestatteten Sonderformat und kosten 15 Euro, die Rother Touren App gibt es gratis dazu.
Wer mehr über den Verlag wissen möchten, findet im – kostenlosen – „Rother Jubiläumsmagazin“ Spannendes rund um die Verlagsgeschichte, persönliche Tourentipps von Autoren und Team und Lesenswertes rund ums Wandern. Das „Rother Jubiläumsmagazin“ gibt‘s im Buchhandel oder auch online. Auf wanderglueck.rother.de winkt auch ein Gewinnspiel mit drei Wanderreisen nach Mallorca, auf die Zugspitze und in den Schwarzwald. (pm)

 

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