Eine Schatzsuche kann ganz schön knifflig sein. Vor allem, wenn sie um die Welt führt. In dem großformatigen Bilder- und Rätselbuch „Auf Schatzsuche um die Welt“ lädt eine geheimnisvolle Flaschenpost kleine Spürnasen dazu ein, sich auf die Suche nach dem Wrack des Piraten Captain Kidd zu machen. Herausfordernde Suche Von Anfang an ist klar, dass diese Suche herausfordernd werden wird. Die ehrgeizigen Detektive werden Landkarten lesen müssen, Geheimschriften entschlüsseln, alte Schriftzeichen entziffern und – natürlich – Rätsel lösen. Räuberischer Geisterpirat Bevor sie sich auf den langen Weg über die Kontinente machen, erfahren sie die Geschichte von Captain Kidd, dessen Geist womöglich immer noch sein Unwesen treibt. Angeblich hat er ein wertvolles Gemälde in Florenz zerstört, dann noch die Mona Lisa aus dem Louvre und in Moskau ein Fabergé-Ei geklaut. Weiter geht‘s mit dem verschwundenen Bernsteinzimmer, mit einem Wikingerschatz und der Suche nach dem Grab der Nofretete. Schon sind die Kids in Ägypten. Saurier-Skelette und Mammut-Stoßzahn Doch die Reise geht weiter – nach Xian in China, der Heimat der Terrakotta-Armee, zum Goldenen Tempel von Kerala in Indien und der untergegangenen Stadt Palembang in Indonesien. Aber auch da ist die Schatzsuche und die Suche nach dem Geisterpiraten noch längst nicht zu Ende….
Der Vater Pierre stammt aus dem Finistère in der Bretagne – wie sein Vater und dessen Vater. Die Tochter, Anne Berest, ist in Paris aufgewachsen. Und auch wenn sie mit der Familie jeden Sommer an die bretonische Küste fuhr, blieb eine Fremdheit zwischen ihr und dem Vater, der sie in diesem Buch auf die Spur zu kommen sucht. Das Schweigen des Vaters Ihre Recherchen sind ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Berests Vater Pierre ist todkrank. Der hochbegabte Wissenschaftler ging ein Leben lang ganz in seiner Forschung auf und gab sich im Alltag oft schweigsam. Es war die Mutter, Lélia, die dann für die Familie da sein musste. Die Tochter findet Worte, erzählt aus Ahnenzeiten – vom Urgroßvater Eugène, der die erste Agrargenossenschaft in der Region gründete, dem Großvater, Eugène junior, der gegen den Wunsch des Vaters Gymnasiallehrer wurde und später Bürgermeister von Brest. Schließlich ihr Vater, Pierre Berest, der ganz aus der Familientradition ausbrach. In Paris fand der hochintelligente Außenseiter seine Heimat bei den Trotzkisten – und einen einzigen guten Freund, Pierre François. Die Idee der Bifurkation Immer wieder sucht Anne Berest das Gespräch mit dem kranken Vater, von dessen aktivistischer Vergangenheit sie bis dahin nichts ahnte. Wie in…
Mit der jungen Bäuerin Vroni hat die gebürtige Gunzenhauserin Susanne Betz eine starke Frauengestalt ins Zentrum ihrer historischen Romane gestellt. Auf Heumahd folgt nun Johannifeuer . Es hat sich einiges geändert am Grasegger Hof, seit Vroni Anton, einen Sohn der reichen Huberin geheiratet hat. Der Traummann Karg und arbeitsreich ist das Leben der jungen Bäuerin geblieben, und Anton ist weit davon entfernt, ihr Traummann zu werden. Den Platz belegt noch immer der junge britische Arzt Reginald, den der Maler Wilhelm Leibl vor Jahren mit auf den Hof gebracht hat und der so liebevoll mit dem Rosl umgegangen ist. Auch Anton hat das Mädchen mit dem Down-Syndrom, Vronis Stieftochter, als Familienmitglied akzeptiert. Aber sein Liebling ist der Burschi, der Sohn, den Vroni ihm geboren hat. Das Wiedersehen Es scheint alles seinen ruhigen Gang zu gehen auf dem Hof. Doch die Zeiten ändern sich. Die traditionsbewusste Huberin, die so gern Zeitung liest, weiß mehr als die anderen, und sie will teilhaben an der – motorisierten – Zukunft. Gegen Antons Willen fährt sie mit ihrer Lieblingsschwiegertochter Vroni nach München – mit der Bahn. Was für ein Erlebnis! Und während die Huberin das neueste Automobil bestaunt, will sich Vroni eine Ausstellung mit Leibls Bildern…
Dass Reisen sich auch durch Social Media verändert hat, ist nichts Neues. Genauso wenig wie die Tatsache, dass Reisen durch Kriege, Krisen und Naturkatastrophen bedroht ist. „Travel ist broken“ hat der Journalist Philipp Laage sein nachdenkliches Buch überschrieben, in dem er mit vielem abrechnet, was heute mit Reisen in Verbindung gebracht wird. Overtourism etwa, Umweltzerstörung, Klimakrise, eine durchtouristifizierte Welt. Doch Laage will das Reisen nicht verteufeln, er plädiert vielmehr für eine andere Art des Reisens: Eine andere Haltung „Vielleicht ist es an der Zeit, Reisen weniger als Beweis eines geilen Lebens zu begreifen, sondern wieder mehr als Chance und Möglichkeit, sich von der Welt berühren zu lassen. Wie wäre es , sich ganz aus der Logik der Vergleiche der Erlebnis-Performance zu lösen? Wir könnten mit einer anderen Haltung durch die Welt gehen. Das wäre nicht nur entspannter, sondern auch ehrlicher gegenüber den Bereisten – und uns selbst.“ Laage hat für sein Buch viel recherchiert, zitiert Soziologen, Psychologen, Tourismusforscher und Influencer, der Anhang dazu ist entsprechend lang. Der Journalist findet auch schöne Sätze zur Verteidigung des Reisens wie: „Eine Reise ist eine der letzten Möglichkeiten, sich aus der eigenen Biographie zu befreien…Das Reisen schürt Sehnsucht nach dem Leben, wie es sein…
Da wundern sich die Grimm Brothers: Diese Amerikaner, von denen sie sich einen neuen Märchenschatz erhofft haben, haben keine Ahnung von Literatur! Dabei tut Lucky Luke sein Bestes, um die merkwürdigen Brüder aus Deutschland zufrieden zu stellen. Zum 80. Geburtstag Ja, Lucky Luke ist wieder da, dank Flix und Reinhard Kleist. Sie haben den „Mann, der schneller schießt als sein Schatten“ zum 80. Geburtstag auf eine Märchenreise geschickt. Denn Wilhelm und Jacob Grimm sind im Wilden Westen angekommen und wollen – wie zu Hause in Hessen – in den Salons die Menschen mit ihren gesammelten Märchen verzaubern. Die sagenhaften Daltons Doch das geht gründlich schief, bis die Brüder erkennen, dass sie im Wilden Westen mit Schneewittchen oder Rotkäppchen nicht weit kommen. Die Amerikaner beglückt man wohl am besten mit ihren eigenen Sagen. Und da kommt Ma Dalton ins Spiel, in deren Lügengeschichten ihre vier missratenen Söhne zu sagenhaften Helden werden. Mit unerwarteten Folgen. Denn die Daltons wollen sich nicht nachsagen lassen, sie wären plötzlich anständig geworden… Märchen und Mythen Und so nimmt ein echtes Wildwest-Abenteuer seinen Lauf, in dem man nicht nur bekannten Grimms Märchen begegnet wie „Der gestiefelte Kater“, die „Bremer Stadtmusikanten“ oder „Von einem, der auszog, das Fürchten…
Die Idee ist naheliegend, trotzdem originell. Jane Tara thematisiert in ihrem Roman „Mit anderen Augen“ die Unsichtbarkeit älterer Frauen. Bei ihr verschwinden diese Frauen tatsächlich Stück für Stück, das heißt Glied für Glied. Auch Tilda ist von dieser grassierenden Unsichtbarkeitserkrankung betroffen, will sich aber damit nicht abfinden. Sie hatte ihre zwei Töchter allein groß gezogen, nachdem ihr Mann sie verlassen hatte. Warum sollte sie nicht auch mit der Erkrankung fertig werden? Unsichtbar Doch trotz Tildas Abwehr nimmt die Unsichtbarkeitserkrankung immer mehr von ihr Besitz. Neben dem Ohr und dem kleinen Finger wird bald auch ihr Hals unsichtbar, dann noch der Arm… Sie trifft sich mit einer Selbsthilfegruppe und sieht, wohin die Krankheit führen kann: Eine der Frauen ist gänzlich unsichtbar, meldet sich aber immer wieder zu Wort – auch mit Kritik an der Ausrichtung der Selbsthilfegruppe, die den untragbaren Ist-Zustand akzeptiert. Auch Tilda rebelliert dagegen. Anders sehen Und dann trifft sie in einer Bar den attraktiven Surfer Patrick, der von ihren fehlenden Körperteilen scheinbar keine Notiz nimmt. Kein Wunder, Patrick ist blind. Aber er „sieht“ Tilda auf eine Weise wie andere es schon längst verlernt haben. Da trägt Jane Tara vielleicht etwas dick auf. Märchenhaft schön Und man fragt sich…
Im Jubiläumsjahr der USA will diese 250 Jahre umspannende Anthologie „retten, was noch zu retten ist“. Mit dem Zitat von Martin Luther King „I have a dream“ lädt sie dazu ein, die USA in diesen trüben Zeiten noch einmal ganz neu zu entdecken – als Heimat politischer Ideale und prägender Gedanken, dichterischer Inspiration und Spiritualität, der freien Rede und der Kunst des Geschichtenerzählens. Die ganze Widersprüchlichkeit Die Herausgeber Stefan Wagner und Horst Lauinger betrachten ihr dickes Buch als „Roadtrip in Texten“. Die USA hätten den Wandel stets als Verheißung verstanden, heißt es im Nachwort, „den Aufbruch zu neuen Ufern als Mission“. Die Anthologie zeige die USA, die den 4. Juli 1776 als ihr Gründungsdatum sehen, „in ihrer ganzen funkelnden, düsteren, begeisternden, befremdenden, abstoßenden und immer faszinierenden Widersprüchlichkeit“. Vom Recht auf Freiheit Dazu tragen die unterschiedlichsten Texte bei – Briefe, Gedichte, Reportagen, Songs, Kurzgeschichten. Es sind nicht nur die großen Namen, die hier versammelt sind. Viele noch unbekannte Autorinnen und Autoren lassen sich in dem Buch entdecken. Aber natürlich beginnt alles mit der Unabhängigkeitserklärung von Thomas Jefferson, die zwar postuliert, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und das Recht auf Freiheit haben. Das freilich wird über lange Zeit den Native Americans…
Vater und Sohn allein unterwegs, das kann ganz schön kompliziert sein. In ihrem Roman „Wir gehen mal los“, der eher eine Novelle ist, zeigt Raffaella Romagnolo, wie aus einem Unglück Vertrauen, ja sogar Glück erwachsen kann. Der junge Amedeo hat sich nach dem Tod seiner Mutter total abgekapselt. Verzweifelt versucht der Vater, den Sohn wieder ins Leben zurückzuführen. Eine Bergtour scheint ihm am besten geeignet, Amedeo auf andere Gedanken und ihm näher zu bringen. Der Aufstieg Für den Sohn ist diese Idee abartig, er hält den Vater für einen Idioten. Aber er geht immerhin mit auf die Tour. Und während er sich beim Aufstieg abplagt, denkt er an die tote Mutter. Wie sie sich wohl verhalten hätte? Er denkt an das Mädchen in der Schule, Lucille Colombo, an den kleinen Bruder Lorenzo. Er denkt daran, wie es war, als er die Nachricht vom Unfalltod der Mutter erhielt. Der Vorgeher Vater und Sohn übernachten in einer Schutzhütte und kommen sich über Wortspiele wieder näher. Endlich können sie über den Tod der Mutter reden und über das, was er in ihnen bewegt hat. Auf dem Weg zum Gipfel geht der Vater voran, hilft dem von Höhenangst geplagten Sohn über die ausgesetzten Passagen….
Zoe Dubno traut sich was. Ausgangspunkt zu ihrem Romandebüt „Nur das Allerbeste“ sei Thomas Bernhards Roman „Holzfällen” aus dem Jahr 1984 gewesen, schreibt sie in ihrer Anmerkung am Ende des Buchs. Bernhards bitterböse Satire auf die Wiener Kulturszene sorgte vor 40 Jahren für einen Skandal , wurde sogar kurzzeitig aus dem Buchhandel verbannt. Jetzt also, gut 40 Jahre später, ein Nachhall – in der New Yorker Kunstszene. Anderer Kontinent, anderes Personal. Die Erregte ist eine Frau, der lang erwartete Gast eine Hollywood-Schauspielerin. Geballte Verachtung Und sonst – ist der Roman bewusst einem Gedankenfluss nachempfunden. Die junge Frau auf dem weißen Sofa steigert sich anlässlich eines „Künstleressens“ in immer größere Verachtung hinein. Kein Wunder, findet sie sich doch bei diesem vornehm inszenierten Essen in einem Bohème-Umfeld wieder, vor dem sie vor Jahren geflohen war. Ausgerechnet der Tod Rebeccas, einer gemeinsamen Freundin, führt sie wieder mit ihren früheren Förderern Nicole und Eugene zusammen, die sie früher schrankenlos bewundert hat und inzwischen verabscheut: „Eugene und Nicole waren die reinsten Zauberer für mich, Glücksfeen, die reinsten Götter.“ Je selbstständiger sie wird, desto mehr entzaubern sich die allzu übergriffigen Gönner. Zweifelhafte Moral Von der Couch aus geht die junge Frau mit ihrer ganzen Umgebung ins…
Den zweideutigen Titel ihres „Reportage-Romans“ Lasterleben hat Anja Kocherscheidt sicher ganz bewusst gewählt. Weckt er doch trotz des eindeutigen Cover-Fotos Neugier auf den Inhalt. Von Lastern kann hier allerdings keine Rede sein – es geht um einen Roadtrip auf dem amerikanischen Kontinent in einem umgebauten THW-Laster und mit zwei schulpflichtigen Kindern. Der umgebaute Scheinriese Anja und ihr Mann Oliver haben sich alles lange überlegt. Der Ausstieg aus den Jobs war für die PR-Frau und den Unternehmer keine leichte Entscheidung. Aber angesichts eines drohenden Burnouts und des Scheiterns der Ehe hofften beide auf die heilsame Wirkung eines Ausstiegs auf Zeit. Schon die erforderlichen Planungen und der Ausbau des Trucks, liebevoll Herr Turtur genannt – nach dem Scheinriesen in Michael Endes „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ – schweißen das Paar wieder enger zusammen. Auch darüber schreibt Anja Kocherscheidt. Familienleben auf zwölf Quadratmetern Natürlich klappt nicht alles nach Plan. Die Vorbereitungen ziehen sich, stellen die Geduld der ganzen Familie auf eine harte Probe. Doch dann sind die vier unterwegs, müssen sich auf zwölf Quadratmetern einrichten, auch das eine neue Erfahrung. Der Kulturschock bleibt erst einmal aus. Denn am Anfang der Reise stehen Kanada und die USA. Überall stoßen die Reisenden auf freundliche…