Die Weisheit des kleinen Alexander

26. Februar 2026

In seinem ersten Buch für Kinder, Alexander, geht Ferdinand von Schirach den Prinzipien des Zusammenlebens auf den Grund. Gerechte Gesetze sollen dabei helfen, in Frieden miteinander zu leben. Nur, was sind gerechte Gesetze?

Der Hoffnungsträger

Klären soll das der kleine Alexander. Das jedenfalls schlägt der dicke Fischhändler vor. Er ist der beste Freund Alexanders, dessen Vater in einem ungewollten Krieg gefallen ist. Nach einigen Fehlversuchen kommen die Menschen des Städtchens Kalliste überein, den Knaben auf Reisen zu schicken, um von Weisen Antworten auf ihre Fragen einzufordern.

Die Weisen

Und so macht sich der Junge auf den Weg und trifft dabei die unterschiedlichsten Gesprächspartner, darunter einen Winzer, einen Modeschöpfer, ein ungewöhnliches Orakel, streitlustige Zwillinge und eine Leserin. Von jedem und jeder kann Alexander etwas lernen, und am Ende bringt ihn ein ungewöhnliches Pferd gerade noch rechtzeitig zurück nach Kalliste, um einen neuen Krieg zu verhindern.

Lehren fürs Leben

Das Büchlein, zu dem Ferdinand von Schirach selbst die Skizzen gezeichnet hat, erinnert in vielem an den Kleinen Prinzen. Wie dieser ist Alexander ein wissbegieriges Kind, das auf seiner Reise Antworten auf existenzielle Fragen bekommt. Und wie Saint Exupéry nutzt Schirach den Jungen dazu, philosophische Gedanken verständlich zu formulieren.

„Das Leben kann nur in der Mitte gelingen“, gibt ihm etwa das Orakel mit auf den Weg: „Nicht im Übermaß heißt: Nie zuviel und nie zu wenig.“ Auch dafür sollen gerechte Gesetze sorgen.

Die Würde  des Menschen

Doch Alexander weiß noch mehr. „Das wichtigste Recht der Menschen ist die Würde“, sagt er zum fremden König, dessen General die Stadt angreifen will. „Wenn wir diese Würde ernst nehmen, wird kein Tyrann und kein Krieg und keine Unterdrückung mehr möglich sein.“ Und weil der fremde König so kriegsmüde wie die Menschen in Kalliste, beschließt er, die Würde der Menschen zu schützen – in einem dauerhaften Frieden.

So kann Alexander als alter Mann seine aus einem langen Leben gewonnenen Lehren an seine Enkelin weitergeben. „Das Wichtigste ist, dass du immer versuchst, das Richtige zu tun.“

Info. Ferdinand von Schirach. Alexander, Penguin, 153 S., 18 Euro

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