Stefan Herbke ist seit Kindesbeinen ein Freund der Berge und der Hütten. Waren die Berghütten früher einmal ein Synonym für karge Ausstattung und Matratzenlager, haben sie sich heute großenteils zu gemütlichen Unterkünften gemausert. Sie bieten aber nicht nur ein Dach über dem Kopf und Speisen für hungrige Wandernde. Manche der Hütten überzeugen durch ihre außergewöhnliche Lage, andere durch spektakuläre Architektur oder durch eine ungewöhnliche Geschichte.
Hütten mit Charakter
Stefan Herbke hat diese alpinen Domizile besucht, er hat ihre Geheimnisse entdeckt und Menschen kennengelernt, die das Hüttenleben prägen. Nicht genug damit, der Alpinjournalist gibt zu den ausführlichen Hüttenporträts mit den wichtigsten Infos auch noch 66 Tourentipps. Doch in der Hauptsache geht es natürlich um die Hütten. Und die sind schon von außen höchst unterschiedlich: Aus Naturstein oder klassisch mit Schindeln verkleidet. Ganz modern aus Betonfertigteilen oder ganz alt aus Holz.
Unter Denkmalschutz
Es gibt viele Hütten mit modernem Komfort, aber ganz besonders edel ist die Berliner Hütte in den Zillertaler Alpen mit den handgeschnitzten Leuchtern in der riesigen Empfangshalle. Die Erlanger Hütte in den Ötztaler Alpen steht sogar unter Denkmalschutz, auch wenn die früher vorhandene Dunkelkammer in ein kleines Lager umgewandelt wurde. Und die Bonner Hütte in den Villgratner Bergen erstand gar aus Ruinen – dank der Tatkraft des heutigen Hüttenwirts.
Hüttenwirte aus Indien
Die Hüttenwirte von der Flaggerschartenhütte in den Sarntaler Alpen kommen von weit her: Kailash, Mukund und Gouriskankar sind Inder aus Rajasthan. Nicht nur sie sind der Grund, dass Wandernde gern auf der Hütte einkehren, auch das indische Essen, das die traditionelle Südtiroler Küche ergänzt,kommt gut an. Auch auf der Zwickauer Hütte in den Ötztaler Alpen ist der Hüttenwirt eine Attraktion: Heinz Leitner ist ein Südtiroler Original und ein exzellenter Koch.
Familien und Instagram
Sonst noch was? Im Meissner Haus in den Tuxer Alpen können Kinder bei Familienferien ihre Liebe zu den Bergen entdecken. Und zum Wildseeloderhaus in den Kitzbüheler Alpen und am blauen Wildsee kommen auch Gäste, die ihre Flip-Flops und Badesachen dabei haben – und natürlich das Handy. Denn der Wildsee ist „mittlerweile Nummer eins der Instagram-Motive in Tirol“. Bei soviel tollen Hütten fällt die Wahl schwer. Aber Stefan Herbke hilft dabei mit seinen Tipps und Infos zu Lage und Anreise und vor allem zu den Besonderheiten der einzelnen Hütten. Und die Fotos machen richtig Lust darauf, die Wanderschuhe zu schnüren.
Info Stefan Herbke. Himmlische Hütten, Tyrolia, 208 S., 35 Euro
Keine Kommentare