Eisige Wunderwelten

9. Dezember 2025

Eis in allen Formen und Farben ist die Leidenschaft des Regensburger Naturfotografen Stephan Fürnrohr. Um das Wesen des Eises auf Fotografien festzuhalten, ist ihm kein Weg zu weit, keine Anstrengung zu groß. Stephan Fürnrohr ist nach eigenem Geständnis „süchtig nach der Arktis“. Das Ergebnis dieser Sucht zeigt eindrucksvoll der großformatige Bildband „Vom Wesen des Eises“, zu dem der vielfach ausgezeichnete Autor und Mitbegründer der „Photographers Against Wildlife Crime“ Keith Wilson das Vorwort geschrieben hat.

Der Lebenszyklus des Eises

Besonders fasziniert ist Fürnrohr von der grönländischen Westküste, die er auf die unterschiedlichste Art und Weise erkundet hat. Dabei kam ihm die Idee einer Bildergeschichte über den Lebenszyklus des Eises – vom Entstehen über die im Meer treibenden Eisberge bis zu ihrem Vergehen „im Licht der Sonne des arktischen Sommers“. Fürnrohr legt Wert darauf, dass es sich bei allen Fotos im Bildband um „unmanipulierte Naturaufnahmen“ handelt – ohne die Hilfe künstlicher Intelligenz.

Eisberge im arktischen Licht

Tatsächlich wirken vor allem die Nahaufnahmen teilweise fast abstrakt, grafisch, wie Schraffierungen oder Pinselstriche auf einer weißen Oberfläche. Später kommt Blau als Kontrast hinzu. Dann durchleuchtet das arktische Licht kristalline Skulpturen, ehe sich majestätische Eisberge vor blauem, goldenem, schwarzem und grauem Himmel abzeichnen. Schließlich zerbröseln sie in Bruchstücke, in denen der Fotograf einen Alien zu erkennen glaubt, eine lächelnde Frau, einen arktischen Engel…

Magische Bilderwelten

Blättert man durch die Seiten dieses erstaunlichen Bildbands bekommt man eine Ahnung vom „Wesen des Eises“. Es sind oft wundersame Gestalten, die durch das Schmelzen des Eises entstehen wie die Eisfigur unter der Sonne auf dem Foto mit dem Namen „Where my heart takes me“ (wohin mein Herz mich führt). Je öfter man sich in den magischen Bildwelten Fürnrohrs verliert, desto besser kann man die Faszination verstehen, die den Fotografen bei seinen Erkundungen im schon lange nicht mehr ewigen Eis antreibt.

Und man kann auch seine Sorge um die Zukunft nachvollziehen, denn „den Massenverlust des Eisschilds und der damit verbundenen Gletscher kann man quasi mit bloßem Auge beobachten“. Die letzten Fotos zeigen denn auch inzwischen eisfreie Gebirgsrücken nördlich des Polarkreises.

Info.  Stephan Fürnrohr. Vom Wesen des Eises, Kunth, 240 S., 59 Euro

 

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