Erebos und die Galgenvögel

17. August 2025

Mit dem ersten „Erebos“-Band hat Ursula Poznanski vor 15 Jahren so etwas wie einen Meilenstein im Jugendthriller-Genre geschaffen und ihre Karriere als Thrillerautorin begründet. Ihr Roman über ein Spiel, das die Spieler bis ins reale Leben verfolgt und zu Marionetten macht, traf den Puls der Zeit. Wie auch Band 2, in der schon KI eingreift. Jetzt also Erebos 3 – noch dunkler und manipulativer als der Vorgänger. Es geht um die Frage: Wie weit bist du bereit zu gehen, wenn es um Leben und Tod geht?

Nomen est omen

Die Idee zum dritten Band habe sich „gewissermaßen aufgedrängt“, sagte Ursula Poznanski im Interview. Und: Sie habe die erneute Beschäftigung mit Erebos, Nick und Victor „ein bisschen wie nach Hause kommen“ empfunden. Im Gegensatz zu seiner Schöpferin will der erwachsene Nick nach den Erfahrungen mit Erebos am liebsten nichts mehr mit dem Spiel zu tun haben, das nicht zu unrecht den Namen des Gottes der Finsternis trägt.

Die gegnerische Horde

Doch da hat er seine Rechnung ohne Erebos gemacht. Das Spiel lässt ihm kein Eigenleben, es mischt sich überall ein, bringt seine Freunde in Gefahr und manipuliert Nicks Karriere als Fotograf. Zwar fühlt er sich zwischendrin durchaus angefixt von den Herausforderungen des Spiels und stellt auf Geheiß des unheimlichen Boten zusammen mit Victor die Horde „Galgenvögel“ auf. Schnell werden die Schädelspalter zu ihren Hauptgegnern.

Finstere Pläne

Doch dann werden Menschen, mit denen Nick sich verbunden fühlt, zusammengeschlagen, wird er selbst attackiert. Und er hört von finsteren Plänen im realen Leben. Was plant Erebos wirklich? Es geht sicher nicht nur im Kämpfe im virtuellen Raum. Wie die Vorgänger entwickelt auch Erebos 3 einen schier unwiderstehlichen Sog. Man wird buchstäblich hineingesogen in das Spiel und in Nicks chaotisches Leben.

Komplizierter  Kampf

Wieder gilt es Hinweise zu verstehen, Rätsel zu lösen, um am Ende eine üble Verschwörung zu durchkreuzen. Das ist besonders kompliziert, weil Nick die wahre Identität hinter den Spielfiguren nicht kennt. Und es geht nicht immer ganz logisch zu in diesem dritten Band. Trotzdem folgt man fasziniert Nicks Kampf und stellt fest, dass Ursula Poznanski auch mit dem dritten Band ganz nah am Puls der Zeit ist.

Bei der derzeit rasend schnellen Entwicklung in der digitalen Welt dürfte Erebos 4 nicht lange auf sich warten lassen.

Info Ursula Poznanski. Erebos 3, Loewe, 492 S., 20 Euro

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