Mit dem Vierbeiner über alle Berge

13. September 2025

In 50 Tagen über die Alpen nach Verona – klingt machbar. Aber wie ist es, wenn man mit einem Vierbeiner über die Berge wandern will? Die Journalistin Nadine Regel hat ihren Ralfi, einen Portugiesischen Podengo, aus einem Tierheim geholt und gemeinsam mit ihm schon einige Touren im Camper unternommen. Die Alpen sind eine andere Herausforderung, doch nach einigen Berg-Wanderungen ist Nadine Regel überzeugt, dass Ralfi einen „siebten Sinn für Berge“ hat. Jetzt will sie bei einer Alpenüberquerung herausfinden, „wozu wir als Hund-Mensch-Team in der Lage sind“.

Der Hund und seine Bedürfnisse

Und so plant sie ihre ganz individuelle Route von München nach Verona für den Spätsommer. Dabei muss sie auch die Bedürfnisse des Begleit-Hundes mit einplanen – und die Tatsache, dass Hunde nicht überall willkommen sind. Vor allem Oberbayern hat Nadine Regel „als nicht besonders hundefreundlich“ erlebt. „Zum Beispiel ist Hunden der Zugang zu den bekannten Bergseen wie dem Kochel- und Walchensee aus hygienischen Gründen verwehrt.“ Immer mit im Gepäck sind Hundedecke, Hundegeschirr mit Haltegriff, Rettungsgeschirr und natürlich Futter und Wasser.

Die Grenzen kennen

Damit bei der Wanderung über alle Berge auch nichts schief geht, sollten Mensch und Hund ihre Grenzen kennen, rät Nadine Regel, die ihren Ralfi immer an der Leine hält. Im schwierigen Gelände ist da die Balance überlebenswichtig. Deshalb hat sie schon vor der Tour mit ihrem Hund trainiert. Vor Überraschungen ist sie dennoch nicht gefeit, auch die Wander-App ist nicht perfekt.

16 Kilo Rucksack, 14,5 Kilo Hund

Abenteuerlich wird der Abstieg zur Kölner Hütte: „Das Gelände ist gwohnt brüchig und tatsächlich klettersteigähnlich. Ein paar Eisentritte müssen wir hinabsteigen, wobei ich mich an einem Stahlseil festhalten kann. Also nichts Dramatisches. Aber ich muss Ralfi hinuntertragen, da der Felsvorsprung für ihn zu hoch zum Springen oder Abklettern ist. Na gut – 16 Kilo Rucksack und 14,5 Kilo Hund.“ Wie gut, dass die beiden das schon geübt haben – im Elbsandsteingebirge.

Von Bären und Menschen

Weil im Trentino Bären leben, ist Nadine Regel froh, unter Menschen zu sein, auch wenn sie bald von den vielen Touristen am Gardasee genervt ist: „Ich fühle mich extrem unwohl, wie gefangen im wahr gewordenen Dolce-Vita-Traum der Deutschen, der sich für mich als Alptraum entpuppt.“ In Verona nehmen die beiden deshalb den nächstbesten Zug nach München – ohne das übliche Sightseeing-Programm zu absolvieren.

Diese Alpenüberquerung ist sicher nicht für alle Hundefans geeignet. Aber die Tipps für Wanderungen mit Hund sind praktisch, und Nadine Regel erzählt mit ansteckender Begeisterung von schöner Natur und einer ungewöhnlichen Zweisamkeit. Man kann sich richtig einlesen in diese Mensch-Hund-Wanderung! Ein Highlight sind die vielen Fotos.

Info.  Nadine Regel. Mein Glück hat vier Pfoten, Malik, 240 S., 18 Euro

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