Na denn, Prost!

21. Dezember 2025

Xavier Kieffer kann‘s nicht lassen. Der luxemburgische Koch, der eigentlich mit seinem kleinen Restaurant eine ruhige Kugel schieben wollte, muss schon wieder der Polizei Konkurrenz machen. Und weil sein Schöpfer Tom Hillenbrand sich den Koch ausgedacht hat, um Skandale im Gastrobereich zu thematisieren beispielsweise gepanschtes Olivenöl oder giftiger Honig, geht es auch diesmal um ein Genussmittel. Ein ganz besonderes: Champagner.

Niedergang einer Dynastie

Der inzwischen kriminalistisch versierte Koch kommt in „Verhängnisvoller Champagner“ nicht nur betrügerischen Machenschaften um den edlen Tropfen auf die Spur. Er muss auch den Tod eines Freundes und Rivalen aufklären und sich mit der ehemaligen Geliebten Fabienne auseinander setzen. Luc Raiser, früher als Sohn einer Champagner-Dynastie, Held der Köche-Clique, hat das heruntergewirtschaftete Champagner-Gut wohl am Rande der Legalität weiter geführt. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau, Kieffers Ex-Freundin Fabienne.

Unfall oder Mord?

Beide hat der Koch seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Doch auf einer Gastro-Messe trifft er den alten Freund wieder und willigt ein, sich mit ihm zu treffen. Kieffers Freundin Valerie ist nicht begeistert von der Aussicht, die Ex-Freundin zu sehen. Und dann stirbt Luc vor den Augen des Freundes, begraben unter einer Palette Champagner. Ein Unfall? Oder doch ein perfide geplanter Mord?

Legendärer Gründungsmythos

Seine Ermittlungen führen Kieffer tiefer in die Szene der Champagner-Produzenten, was Tom Hillenbrand Gelegenheit gibt, mehr über den teuren Tropfen und so manche fragwürdigen Machenschaften in der Champagne zu erzählen. Das führt allerdings auch zu einigen Längen, und die Lösung des Falls ist am Ende auch nicht wirklich überraschend.

Macht aber nichts, weil man diesen eigenwilligen Koch immer wieder gern begleitet – auch in die Champagner-Keller. Und die süffige Lektüre passt ja auch wunderbar in diese Zeit, in der man gern mit einem Glas Champagner anstößt. Da schadet es auch nicht, wenn man im Gespräch mit dem Mythos von der Geburt des Champagner aufräumen kann. Dom Perignon war es jedenfalls nicht, der den Champagner erfunden hat – die Geschichte gehört ins Reich der Legenden.

Tolles Zeug

Ein guter Champagner ist ein Cuvée aus verschiedenen Traubensorten, wie Kieffers kundige Freundin Valérie erklärt: „Du und ich wir wissen, dass da jemand vierzig oder fünfzig verschiedene Weine verschnitten und am Ende noch recht großzügig gezuckert hat.“ Was Kieffer darauf erwidert, könnte auch als Kommentar über diesem Krimi stehen: „Mag sein. Trotzdem tolles Zeug.“

Info.  Tom Hillenbrand. Verhängnisvoller Champagner. KiWi, 488 S.,14 Euro

 

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