Rätselhaftes Georgien

4. Oktober 2018

40 Tage Georgien (DuMont Reiseabenteuer): Unterwegs von Tiflis bis ans Schwarze Meer


Georgien, das Land zwischen den Kontinenten, 2018 Partner der Frankfurter Buchmesse, weckt immer mehr Interesse auch der Reisenden. Nicht jeder wird 40 Tage Zeit haben, um das schöne Land, das uns immer noch sehr fremd ist, zu erkunden, wie es Constanze John getan hat, als sie von Tiflis bis ans Schwarze Meer gereist ist und mit vielen Menschen über ihren Alltag und ihre Sorgen und Wünsche gesprochen hat.

Einführung in die Minutenwelt

Aber ihr dickes Buch kann zum besseren Verständnis der Kaukasusrepublik beitragen. Kann den Lesenden die „Minutenwelt“ der Georgier, Zutisopeli, nahe bringen oder auch den Geisterglauben, der in Swanetien beheimatet ist. Die Reisebuch-Autorin aus Leipzig lässt sich ein auf ihre Gesprächspartner, bringt sie zum Reden und erfährt so manch Interessantes: Etwa dass die schmackhaften Teigtaschen, die Chinkali, möglicherweise aus China kommen, aber im „Spirit von Georgien“ neu interpretiert worden seien, zu „einer Suppe mit Rindfleisch“.
Überhaupt spielt bei den Begegnungen der 59-jährigen Autorin mit den Menschen vor Ort die Supra, der für Gäste reichlich gedeckte Tisch, eine wesentliche Rolle. Die Gastgeber übertrumpfen sich gegenseitig mit Leckereien, und der Alkohol löst die Zungen. Denn bei den Gastmahlen fließt der traditionell in Ton-Amphoren, den Quevris, gereifte Wein in Strömen.

Mit den Ulmer Schachteln nach Georgien

Die Leipzigerin ist gern Gast, sie nimmt teil am Alltag ihrer Gastgeber und lässt sich Zeit für die Erkundung des Landes, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, mit kleinen Gruppen und zu Fuß. So gewinnt sie Einblick auch in die verwickelte Geschichte Georgiens und kann von den Schwaben, die vor 200 Jahren mit Holzbooten, den Ulmer Schachteln, über die die Donau und das Schwarze Meer nach Georgien kamen, ebenso berichten wie über Stalins Heimatstadt Gori, wo der Schlächter immer noch als großer Sohn der Stadt verehrt wird. John schildert gewissenhaft, was sie sieht, zitiert, was sie hört – und urteilt nicht. Auch das macht ihren Reisebericht so authentisch.

Das ganze Land – ein Gottesgeschenk

Ganz nebenbei nimmt sie die Leser auch mit in die georgischen Landschaften zwischen der quirligen Hauptstadt Tiflis, Tliblisi, und der Hafenstadt Batumi. Am Ende versteht man, warum die Georgier meinen, dass Gott ihnen das schönste Land auf der Erde geschenkt hat – so wie es eine alte Legende erzählt: „Als Gott die Erde verteilte, feierten die Georgier gerade mal wieder ein Fest. Sie tranken ihren selbst gemachten Wein und vergaßen die Verabredung mit Gott. Erst am nächsten Tag erinnerten sie sich an den verpassten Termin.  Da gingen sie zu Gott und baten ihn, er möge ihnen doch noch ein Stück Land geben. Gott ließ sich überreden und gab ihnen das Land, das er für sich  selbst vorgesehen hatte –  den schönsten Flecken auf der Erde.“
Info: Constanze John. 40 Tage Georgien, DuMont, 410 S., 14,99 Euro
Mehr über Georgien unter  https://lilos-reisen.de/georgien-land-zwischen-den-kontinenten/

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