Liebe ohne Logik
Rezensionen , Romane / 31. Mai 2026

„Die Gesetze von Liebe und Logik“ sind ein interessantes Debüt, schon weil die Autorin Debra Curtis, eine emeritierte Professorin und Mutter erwachsener Zwillingstöchter, erst spät zur Schriftstellerei gekommen ist. Für ihren ersten Roman hat die Anthropologin viel Fachliteratur gelesen, wie sie im Anhang verrät. Vielleicht zu viel. Denn die eher intellektuellen Abhandlungen über Logik, Physik und das, was unsere Welt im Innersten zusammen hält, sind oft langatmig und passen so gar nicht zu dem eher einfachen Stil, in dem das Buch geschrieben ist. Gegensätzliche Schwestern Die Geschichte um zwei Schwestern in der amerikanischen Provinz – klug und aufmüpfig die eine, hübsch und angepasst die andere – wird durch den Titel auf eine literarische Höhe gehoben, die der Roman rein sprachlich nicht halten kann: „Ihr ganzes Leben hindurch war Lily mit den Gesetzen von Liebe und Logik konfrontiert worden, sie hatte intuitiv verstanden, dass der Unterschied darin bestand, dass die Liebe das Unmögliche zuließ. Sie war in der Dualität des Lebens gefangen gewesen – in den scheinbaren Widersprüchen – zwischen Liebe und Verlust, zwischen Glauben und Wissenschaft, und ganz besonders zwischen Dunkel und Licht.“ Liebesträume und ein Trauma Die Mutter hatte ihre Töchter Lily und Jane zu selbstbewussten Frauen erzogen, war…