Mit der jungen Bäuerin Vroni hat die gebürtige Gunzenhauserin Susanne Betz eine starke Frauengestalt ins Zentrum ihrer historischen Romane gestellt. Auf Heumahd folgt nun Johannifeuer . Es hat sich einiges geändert am Grasegger Hof, seit Vroni Anton, einen Sohn der reichen Huberin geheiratet hat. Der Traummann Karg und arbeitsreich ist das Leben der jungen Bäuerin geblieben, und Anton ist weit davon entfernt, ihr Traummann zu werden. Den Platz belegt noch immer der junge britische Arzt Reginald, den der Maler Wilhelm Leibl vor Jahren mit auf den Hof gebracht hat und der so liebevoll mit dem Rosl umgegangen ist. Auch Anton hat das Mädchen mit dem Down-Syndrom, Vronis Stieftochter, als Familienmitglied akzeptiert. Aber sein Liebling ist der Burschi, der Sohn, den Vroni ihm geboren hat. Das Wiedersehen Es scheint alles seinen ruhigen Gang zu gehen auf dem Hof. Doch die Zeiten ändern sich. Die traditionsbewusste Huberin, die so gern Zeitung liest, weiß mehr als die anderen, und sie will teilhaben an der – motorisierten – Zukunft. Gegen Antons Willen fährt sie mit ihrer Lieblingsschwiegertochter Vroni nach München – mit der Bahn. Was für ein Erlebnis! Und während die Huberin das neueste Automobil bestaunt, will sich Vroni eine Ausstellung mit Leibls Bildern…
Sandra Schulz hat ihre Erfahrungen mit Wohnmobilreisen schon in Spiegel-Kolumnen verarbeitet. Jetzt also auch ein Buch über die Monster Touren mit netten Tipps für Nachahmer und viel Selbst-Ironie. Übers Leben lernen Beim Campen, findet die Autorin in der Einleitung, „kann man viel übers Leben lernen… Man lernt auszuhalten, dass zusammenkommt, was nicht zusammenpasst: die Sehnsucht nach Freiheit und die Nähe zum Stellplatznachbarn, das Bedürfnis nach Privatsphäre und die Öffentlichkeit des Intimen, der Wunsch nach Individualität und die Gesetze der Tourismusindustrie, der Drang nach Originalität und das Diktat der Massenware. Und vielleicht der krasseste Widerspruch: das Bedürfnis nach Erholung und der Urlaub mit der Familie.“ „Bezaubernde Widrigkeiten“ Das gilt insbesondere für ihre Familie, denn die dritte im Bund ist das Töchterchen mit Down-Syndrom. Die Kleine sorgt für „Tage voller bezaubernder Widrigkeiten“ und die beschreibt Sandra Schulz umwerfend ehrlich und mit kaum nachlassendem Humor. Da tut es dann auch der Liebe zum fahrbaren Monster keinen Abbruch, wenn an einem Weihnachtsabend „alle mit heiligem Zorn ins Bett“ gehen. Am nächsten Tag ist sowieso alles wieder anders. Es macht auch nichts, wenn eine nahe Jauchegrube beim Campingplatz für dicke Luft sorgt oder wenn die Nachbarin grenzüberschreitend ihre Markise ausfährt. Übung in Toleranz Das Camperdasein…