(K)eine von uns
Rezensionen , Romane / 16. März 2026

Amelie Fried hat in früheren Romanen auf ihre Familiengeschichte zurück gegriffen. In ihrem neuen Roman „Eine von uns“ geht  es um aktuelle Trends und Gefahren – vor allem für Frauen. „Happy wife, happy life“: Nelly setzt ihr komfortables Leben in einer reichen Blase auf Instagram in Szene. Tradwife nennt man Frauen wie sie, die Mutter- und Hausfrau-Sein propagieren wie in den 50er-Jahren. Nelly wünscht sich nichts anderes. Sie ist tatsächlich happy mit dem erfolgreichen Tom, mit ihren Töchtern Cleo und Emma und der luxuriösen Villa, in der die Familie lebt. Eine Ausbildung hat sie nicht, hatte sie auch nicht nötig, wie ihr Vater meint. Schließlich hat das Mädchen aus der Provinz mit dem erfolgreichen Wirtschaftscoach Tom ihren Prinzen gefunden. Ein Sturz und der Absturz Ihr Prinzessinnendasein hinterfragt Nelly nicht. Sie fühlt sich zugehörig zu den Schulmuttis aus den teuren Villen der Nachbarschaft. Auch die Töchter haben sich an das bequeme Leben ohne Geldsorgen gewöhnt, das Tom ihnen ermöglichte. Doch dann ändert ein Sturz vom Rad alles. Tom verfällt in eine Art Wachkoma – akinetischer Mutismus ist die beunruhigende Diagnose. Nicht genug damit, Nelly muss auch feststellen, dass sie pleite ist und Tom sogar ihr Haus verkauft hat. Doch es dauert,…