John Irving und Israel
Rezensionen , Romane / 14. Dezember 2025

In seinem neuen Roman „Königin Esther“ bezieht John Irving dezidiert Stellung zum tragischen Konflikt im Nahen Osten. Der Roman erzählt von einem jüdischen Mädchen, das sich schon als Kind in die Tradition der jüdischen Königin Esther stellt, die einst ihr Volk vor der Vernichtung bewahrt hat. Die kleine Esther lebt im Kinderheim St. Clouds, das der aus „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ bekannte Dr. Larch führt. Sie ist ein eigensinniges Mädchen, das zu einer selbstbewussten, eigensinnigen Frau heranwächst, nachdem es von der freundlich-liberalen Familie Winslow adoptiert wurde – als Kindermädchen für die jüngste Tochter, Honor. Die Frucht einer Verschwörung Die beiden Mädchen werden engste Freundinnen und hecken miteinander eine erstaunliche Zusammenarbeit aus: Esther soll sich schwängern lassen und ein Kind austragen, das Honor großziehen will. So könnte die jüngste Winslow-Tochter ohne Sex zur Mutter werden. Die Frucht dieser Verschwörung ist James, genannt Jimmy, ein schüchterner Kerl, der behütet in der Großfamilie aufwächst und vom Großvater die Liebe zur Literatur, vor allem zu Dickens, geerbt hat. In Wien, wo er Deutsch lernen soll und darauf hofft, seine stets abwesende leibliche Mutter Esther kennenzulernen, wird Jimmy erwachsen. Wiener Antisemitismus Von Ferne lenkt Esther die Schritte des jungen Mannes, der davon träumt, Schriftsteller…

Mörderisches Mallorca
Rezensionen , Romane / 28. Juli 2025

Anna Nicholas ist Engländerin und lebt auf Mallorca. Da liegt es nahe, dass sie der Deutschen liebste Urlaubsinsel auch zum Schauplatz ihrer Krimi-Reihe um die Ermittlerin Isabel Flores macht. „Das Teufelshorn“ heißt der erste Band, in dem die ebenso quirlige wie unerschrockene Mallorquinerin die Qualität ihrer im Polizeidienst geschulten Spürnase beweist. Dunkle Seiten Dabei hatte sie sich mit einer Ferienhausvermietung auf ihrer Heimatinsel ein ruhigeres Leben versprochen, nachdem sie den Dienst bei der Nationalpolizei von Palma quittiert hatte. Doch auch die malerische Insel hat ihre dunklen Seiten: Drogen, Gewalt, Exzesse. Und dann noch die nervigen Touristen mit ihren unrealistischen Ansprüchen… Ein anständiger Mord Als die kleine Tochter einer britischen Touristin vom Strand verschwindet, sucht Isabels alter Chef und Freund, Hauptkommissar Tolo Cabot, ihre Unterstützung. Nicht genug damit: Ein alter Mann wird in seinem Haus ermordet. Die fromme Haushälterin hat den Mord an ihrem ebenfalls als fromm geltenden Arbeitgeber gemeldet. Auch in diesem Fall ist Isabels Spürnase gefragt. Freudig unterstützt wird sie von ihrem Assistenten Pep, der schon geklagt hatte: „Hier passiert einfach nie was. Wir brauchen mal einen anständigen grausigen Mord.“ Büchse der Pandora Sein Wunsch geht in Erfüllung, und Isabel ahnt, dass die Ermordung des alten Mannes „eine wahre…