Mit dem Roman „Sellemond oder von der Schwierigkeit, Touristen zu töten“ ist Josef Oberhollenzer gleich auf mehreren Ebenen ein Wagnis eingegangen. Schon der Titel provoziert. Und dann erst der Inhalt, der sich alles andere als leicht liest. Das liegt einerseits an der Vorliebe des Autors für Kleinschreibung, andererseits an der überbordenden Fülle der Anmerkungen. Die würde man des Leseflusses wegen zwar gern ignorieren, brächte sich dabei aber nicht nur um interessante Details sondern auch um ein paar Extra-Lacher. Ein Männergespräch Denn der Südtiroler Oberhollenzer, der sich hier ganz locker als Nestbeschmutzer outet, hat durchaus – schwarzen – Humor. Die Geschichte bezieht auch daraus ihre Würze. Eigentlich ist es kaum mehr als ein Gespräch zwischen zwei Männern, die sich nur oberflächlich kennen. Der Ältere, nur F. genannt oder auch Franz Richard, schreibt auf, was der jüngere Sellemond ihm anvertraut – meist im Konjunktiv. Und Sellemond ist nicht nur sehr gesprächig, er bringt auch eine ganze Riege von Geliebten in seinen Erzählungen unter. Da verliert man schon mal den Überblick, auch wenn Josef Oberhollenzer gleich zu Anfang des Buches eine Auflistung aller Personen gemacht hat. Nur Geduld! Wohin die weitschweifigen Gespräche führen werden, wird in einem Zeitungstext mit der reißerischen Titelzeile „Schon…