Die Olchis sind klein, grün und schmuddelig. Oma, Opa, Papa, Mama und die drei Kinder leben auf der Müllkippe von Schmuddelfing. Da finden sie alles, was sie mögen und gern essen. Schuhsohlen, Stinkerbrühe, Sockensuppe, Schlammsauce… Das Sams sieht mit seinen Froschfüßen und der Rüsselnase zwar auch anders aus als „normale“ Kinder und es isst auch mal Stuhlbeine. Am liebsten aber mag es Würtchen mit viel Senf. Doppelter Spaß Aber wie kommen die Olchis und das Sams zusammen? Ganz einfach, indem Erhard Dietl und Paul Maar zusammen ein Buch schreiben – eine Super-Idee zum 80. Geburtstag des Oetinger Verlags, für den beide Autoren arbeiten. „Die kaputte Wunschmaschine“ heißt das gemeinsame Produkt, das gleich doppelten Spaß verspricht. Wohin mit den Wünschen? Gleich zu Anfang kommt der Erfinder Bruno Brausewein ins Spiel. Denn Herr Taschenbier und das Sams haben noch lange nicht genug mit ihren Wünschen. Herr Taschenbier hat sogar alle Wunschpunkte, die das Sams normalerweise im Gesicht trägt, weggewünscht. Und jetzt ist auch noch die Wunschmaschine kaputt. Die soll Herr Brausewein reparieren. Das Verjüngungselixier Der doktert gerade an einer neuen Erfindung herum, einem Verjüngungselixier. Und während die beiden Männer über das kaputte Teil der alten Wunschmaschine fachsimpeln, will Sams seinen Papa mit…
Als der „Multipurpose Artificial Mind“, kurz MAM, von einem Wissenschaftler in unruhigen Zeiten zum Leben erweckt wird, hoffen alle auf eine bessere Zukunft. MAM sollte das große Ganze im Blick haben, Kriege und Katastrophen verhindern, die bis dahin schon einen Großteil der Erde unbewohnbar gemacht haben. Düstere Zukunftsvision Melissa C. Hill erzählt in „Evermind – Sie kennt dich“ von einer Zeit weit in der Zukunft: In 200 Jahren leben Menschen in einer unterirdischen City, sie kennen kein Tageslicht, keine frische Luft. Sie kennen auch keine Eltern, keine Familie. Nur MAM, allwissend, allmächtig. Die künstliche Intelligenz wacht über sie, bestimmt ihr Leben. Fragen stellt man besser nicht, wie Livia erfahren muss. Simulierte Realität Gerade 16 geworden, ist sie wie ihre Altersgenossinnen und -Genossen zur Do-it befördert worden – als Mitarbeiterin in der Krankenpflege. Obwohl MAM behauptet, alle von Kindesbeinen an zu kennen mit ihren Vorlieben und ihren Talenten, ist Livia überzeugt davon, im falschen Departement gelandet zu sein. Aber Auszeiten in einer simulierten Realität versöhnen sie immer wieder mit ihrem Alltag. Fakes und Zweifel Und doch beschleichen sie immer mehr Zweifel, die sich noch verstärken, als sie erfährt, dass die vermeintliche Freundin nur ein Fake war, das ihr aus einer Depression…
Keine 60 Jahre trennen unsere Gegenwart von der Dystopie Tomorrowland. Antonia Michaelis und Peer Martin haben ihren aufrüttelnden Jugendroman ganz bewusst im Jahr 2084 angesiedelt, 100 Jahre nach Orwells Klassiker 1984. Die Welt droht unbewohnbar zu werden, Küstenstriche sind untergegangen, das Inland droht auszutrocknen. Außerhalb Europas ist alles noch schlimmer. Und im wieder geteilten Deutschland droht ein neuer Krieg. Die Partei Dabei hatte die Partei, die so schön blau präsentiert, eine lebenswerte Zukunft versprochen. Allerdings nur deutschen Menschen. Die anderen, die als Flüchtlinge ins Land kamen, wurden in Lager gesteckt. Und Menschen, die sich nicht anpassen wollten, landeten in der JVA. Wie Hannes. Oder der „Prediger“, der ständig von einer besseren Welt faselt. Den Systemausfall nutzen einige Häftlinge zur Flucht – auch Hannes und der Prediger. Sie werden einander noch öfter begegnen. Freunde Doch zuerst trifft Hannes auf Moa, einen schwarzen Jungen, der es auf verschlungenen Wegen bis nach Deutschland geschafft hat. Die beiden fassen Vertrauen zu einander. Und dann ist da noch die „Prinzessin“, Greta-Anna, Tochter des deutschen Sicherheitschefs, weißblond und blauäugig. Sie versteckt die zwei Jungs in ihrem luxuriösen Elternhaus und flieht mit ihnen, als es brenzlig wird. Flucht Zu den drei Freunden gesellen sich noch die syrische…
Kirsten Boie ist eine routinierte Jugendbuchautorin, und mit ihrer Skogland-Reihe um Jarven, Malena, Ylva und Joas hat sie wohl den Nerv der Zeit getroffen. Auch im dritten Band „Skogland brennt“ setzt sie das erfolgreiche Fantasy-Konzept um das Elite-Internat fort. Aber diesmal geht es so heftig zur Sache, dass das Buch für Leser unter 15 nicht zu empfehlen ist. Das Attentat des Anders Breivik Boie greift auf den Anschlag des Rechtsextremisten Anders Breivik zurück, dem auf der Insel Utoya 77 Menschen zum Opfer fielen, vor allem viele Jugendliche. In ihrem Roman ist es ein Junge aus dem Internat, der sich zunehmend radikalisiert und seine faschistischen Fantasien ausleben will: Hjalmar, der Sohn einer der einflussreichsten Adelsfamilien des Landes und ein Einzelgänger. Ihm ist die Versöhnung zwischen dem Norden und dem Süden des Landes schon lang ein Dorn im Auge. Unterschiedliche Perspektiven Als Jarven und die anderen ein Sommercamp mit Jugendlichen aus dem Norden und Süden ins Leben rufen, fasst er einen grausamen Plan. Wie Hjalmar sich in seine Allmachtsfantasien hineinsteigert, kann man im Buch nachlesen. Denn Boie erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, lässt die Guten ebenso zu Wort kommen wie den Bösen. Böse Gedanken und schreckliche Taten Es sind vor allem Hjalmars Gedanken…