Adèle Yon hat mit dem Buch „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ einen Überraschungserfolg in Frankreich gelandet – ein Stück lange Zeit verleugneter Familiengeschichte. Die Ich-Erzählerin wird kurz nach ihrem 18. Geburtstag von ihren Großeltern bei einem Cannabis-Konsum über „Vorbelastungen“ in der Familie informiert. Neugierig geworden, findet sie heraus, dass ihre Urgroßmutter jahrzehntelang in der Psychiatrie einsaß und lobotomisiert wurde. Woher kommt die Wut? Adèle Yon hat sich tief in die Recherche gestürzt. Ihr Buch ist nicht nur eine buchstäblich aufregende Geschichte über eine unangepasste Frau, die in die Fänge der Psychiatrie geraten ist, weil ihre Angehörigen sich überfordert fühlten. Es ist auch eine Dokumentensammlung, verbunden mit Überlegungen, was dazu geführt haben könnte, dass ihre Urgroßmutter Betsy so anders war. Warum sie sich nicht unterordnen, kein Heimchen am Herd sein wollte. Woher ihre Wut kam. Die Angst der Frauen Diese Fragen haben auch einen persönlichen Hintergrund. Denn in ihrer Familie haben alle Frauen Angst – auch Adèle Yon selbst. Das wird ihr bei dem Gespräch mit den Großeltern klar. Nicht klar wird, was genau der Grund für diese Angst ist. Um welche psychischen Erkrankungen es sich handeln könnte, wird verschwiegen. Die Autorin will das Schweigen brechen, will wissen, welche Rolle der…