Unterwegs am Rand der Gesellschaft
Reisebücher , Rezensionen / 6. Juli 2026

Sie sind die, die man gern übersieht. Aber jetzt im Sommer sitzen sie gefühlt überall am Straßenrand, einen Becher vor sich mit ein paar Münzen drin. Junge Obdachlose. Auch sie sind oft Reisende, lassen sich treiben von einer Stadt in die andere, oft auch über die Grenzen. Mal mit Schlafsack und Zelt, oft nur mit Rucksack. Kobai Halstenberg hat ihre Geschichten in dem Buch „Wie Treibholz auf Asphalt“ gesammelt. Mehr Verständnis Wer mehr wissen will über diese jungen Menschen, über die Gründe ihrer Obdachlosigkeit, über ihre Vorstellungen vom Leben, sollte die eine oder andere Geschichte in diesem Büchlein lesen. Vielleicht kann die Lektüre dazu beitragen, mehr Verständnis für die jungen Leute aufzubringen, die ihren Lebensunterhalt mit Schnorren finanzieren. Die meisten kommen aus zerrütteten Familien, haben in der Schule Mobbing erlebt, sind ins Drogenmilieu oder in die Alkoholsucht abgerutscht. Dann blieb oft nur die Straße als Ausflucht – für viele so etwas wie Heimat. Die Erfahrungen mit anderen Obdachlosen sind widersprüchlich. Zusammenhalt und Manipulation Die einen sind voll des Lobes über den Zusammenhalt dieser Ausgegrenzten: „Ich habe mich jahrelang allein und unverstanden gefühlt und mit obdachlosen Menschen kannst du dich immer unterhalten, sie sind immer da und hören einem oft gerne…