Heimkehr in die Fremde
Allgemein / 30. September 2026

Nein, das ist kein Vogelhaus, wie man es im Garten hat, um Vögel im Winter zu füttern. Das Vogelhaus in Jan Weilers gleichnamigem Roman ist ein Haus des Schreckens, das die Zivildienstleistenden fürchten. Denn die vier Großpapageien in den hängenden Käfigen beschimpfen die jungen Männer nicht nur unflätig, sie hacken auch auf sie ein, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Kein Wunder, dass der wortkarge Hausherr, Herr Schwabe, nicht zu den Lieblingskunden der Zivildienstleistenden gehört. Eintauchen in die Vergangenheit Dabei haben sie keine Ahnung von dem Horror, der die Atmosphäre des Hauses schon lange vergiftet hat. Die ganze Geschichte vom Vogelhaus erfährt Leonard Beck viele Jahre später, als das verwunschene Haus zum Verkauf steht. Seine Mutter hat ihn davon informiert, und Leonard fühlt sich seltsam angezogen von der Möglichkeit, dem Schrecken des Hauses auf den Grund zu gehen. Damit taucht der Protagonist, der gerade vom Intendanten des Theaters als Dramaturg gefeuert wurde, auch in seine eigene Vergangenheit als Zivi ein. Das Ende des Zivildiensts Jan Weiler hat selbst Erfahrungen als Zivi gemacht, wie er in einem Interview verriet. Er hat die meisten Menschen, über die er in dem Roman schreibt, selbst erlebt – mit all ihren Launen und Eigenheiten. Die…