Rund 4000 Nationalparks gibt es heute weltweit. Der erste war der Yellowstone-Nationalpark in den USA, der 1872 gegründet wurde. Die Idee, besonders schöne und unberührte Natur unter Schutz zu stellen, fand schnell weltweit Nachahmer. Mit dem Buch 500 Walks Nationalparks präsentiert Mary Caperton Morton Erlebniswanderungen weltweit als Appetithäppchen. Es müssen auch nicht immer anstrengende und lange Fußmärsche sein oder gefährliche Bergtouren, manche Nationalparks kann man auch bei entspannten Spaziergängen entdecken.
Rim-Trail am Grand Canyon
Der elf Kilometer Lake Louise Lakefront Trail in Kanada etwa ist sogar teilweise rollstuhlgeeignet. Das gilt auch für den spektakulären Rim-Trail im Grand Canyon Nationalpark, wo es Shuttlebusse ermöglichen, die 21 Kilometer lange Wanderung entlang der Abbruchkante der Grand Canyon Schlucht in Etappen zu machen. Leicht zu bewältigen ist auch der 1,7 Kilometer lange Volcano Trail in Costa Rica. Dagegen verlangt die Besteigung des 5897 Meter hohen Vulkans im Nationalpark Cotopaxi in Ecuador schon allein wegen der Höhe und der Gletscherwanderung Erfahrung, Ausdauer und Trittsicherheit.
Herausforderung Watzmann
Auch den 18 Kilometer langen Cliffs of Moher Coastal Walk im irischen Burren-Nationalpark entlang wandern will, muss sich auf eine mittelschwere Herausforderung gefasst machen und sollte schwindelfrei sein. Und die Watzmann-Tour im Nationalpark Berchtesgaden gilt schon wegen der Wegfindung als schwierig. Dagegen kann man in den Picos de Europa eine leichte, fünf Kilometer lange Rundtour zu zwei Gletscherseen machen, die bleibende Eindrücke hinterlässt.
Rund um den Uluru
Das gilt auch für die als mittelschwer eingestufte elf Kilometer lange Rundwanderung um den Uluru, auch bekannt als Ayers Rock, in Australien, bei der man viel über die Schöpfungsmythen der Aborigines erfahren kann. Und auf Kangaroo Island kann man bei einer 61 Kilometer langen Weitwanderung erfahren, wie sich die Insel nach den verheerenden Buschbränden 2029 und 2020 wieder erholt hat.
Lust auf Entdeckung
Mary Caperton Morton hat sich mit 500 Walks einer großen Herausforderung gestellt. Die Auswahl muss bei der Vielzahl der Nationalparks weltweit lückenhaft bleiben. Auf die sieben russischen Nationalparks hätte man allerdings in der heutigen Zeit zugunsten anderer Parks gern verzichtet. Und leider reichen die 400 Seiten auch nicht, jeden Walk mit einem kleinen Profil oder einem aussagekräftigen Foto vorzustellen. Aber das Buch will ja vor allem Lust machen auf eine Entdeckung der Nationalparks, dazu, sich aufzumachen in die Natur. Das gelingt – auch Dank der vielen Fotos.
Info. Mary Caperton Morton. 500 Walks Nationalparks, Knesebeck, 400 S., 34 Euro
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