Wandernd auf den Spuren der Vorfahren

1. März 2019

Ganz schön ambitioniert: Ein Wanderbuch als Zeitreiseführer, angefangen bei der Urgeschichte über die Aborigines und die Religionsgründer Buddha und Jesus bis zu Pilgerfahrten, Handelsrouten und den Expeditionen der großen Entdecker – und schließlich dem Freizeittourismus unserer Tage.  500 Walks auf 400 kompakten Seiten.
Da finden sich denn auch so unterschiedliche Wanderungen wie der Inka-Trail in Peru, der Polarkreisweg in Grönland, der Hillary Trail in Neuseeland oder der Berliner Mauerweg.

Unterschiedlichste Wanderwege

Für manche der Wege in 500 Walks braucht man viel Zeit, gute Kondition und starke Nerven, für andere gerade mal ein paar Stunden. Manche Wege füllen mehrere Seiten, für andere muss eine Kürzestbeschreibung reichen. Eine außergewöhnliche Herausforderung ist der Great Himalaya Trail mit 1706 Kilometer. Auch die Alpendurchquerung, bei der es auf 2495 Kilometern immer wieder über schwindelerregende Steige geht, verlangt viel Ausdauer und Trittsicherheit.
Mit einer Länge von 500 Kilometern ist der Paulusweg in Westanatolien dagegen fast schon ein Spaziergang – allerdings ein anstrengender. Weniger anstrengend wenn auch mit 600 Kilometern etwas länger ist die Via Claudia Augusta auf den Spuren römischer Legionäre. 29 Tage sollte man rechnen, um von Trient über den Reschenpass und das Lechtal bis nach Donauwörth zu kommen. Den Jakobsweg kennt jeder (780 Kilometer von Saint-Jean-de Pied-de-Port bis Santiago in 30 Tagen). Die Via Francigena ist mit 1700 Kilometern doppelt so lang und führt von Canterbury bis nach Rom.

Vom Lutherweg bis zur Ruta del Che

Man kann Berge besteigen und Städte auf alten Mauern umrunden, man kann in den USA auf einem Hexenpfad wandern und in Mitteldeutschland auf dem Lutherweg. In Bayern gibt es den König-Ludwig-Weg, in Wallonien den Napoleonweg und auf Jalta den Zarenweg. Wer will kann entlang der Maginot-Linie im Elsass wandern oder entlang des Grünen Bands in Deutschland. Es gibt sogar einen Schengenweg, der auf gerade mal acht Kilometern durch Luxemburg, Frankreich und Deutschland führt. Und dann kann man auch im chinesischen Yunnan das paradiesische Shangri-La suchen und in Zentralbolivien auf der Ruta del Che die letzten fünf Lebenstage von Che Guevara nacherleben.
Wege und Steige durchziehen unsere Welt wie Lebensadern. Die 500 Walks machen Lust, sich aufzumachen und auf eine etwas andere Reise zu gehen.
Info: Sarah Baxter. 500 Walks, Knesebeck, 400 S., 32 Euro

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.