Er ist unangepasst, oft auch unbequem, der Journalist und Filmemacher Hubertus Koch, genannt „Hubi“. 2016 hat er für seine Syrien-Reportage „Süchtig nach Jihad“ den Deutschen Fernsehpreis bekommen. Für seine kritischen Dokumentationen wurde er mehrfach ausgezeichnet. Jetzt hat Koch sein erstes Buch veröffentlicht. „Lost Boy – Süchtig nach Leben“ nimmt die Lesenden mit in den Osten Europas, nach Bosnien, Albanien, Montenegro. Aber für den Autor ist dieser Trip, für den er ein One-Way-Ticket gebucht hat, auch eine Reise ins Innere. Der Putzerfisch Kurz vor seinem 30. Geburtstag ist er ausgebrannt, unzufrieden mit der Medienwelt, wütend über die Anforderungen der Leistungsgesellschaft und die Fake-Realität der Sozialen Medien. „Ich mache keinen Urlaub“, schreibt er, „ich laufe weg“. Als „Putzerfisch“ hängt er sich dabei immer wieder an Mitreisende, die wie er als Backpacker unterwegs sind – aber womöglich besser organisiert. Mit Joint und Handy Er sucht den Kontakt mit dem „echten Leben“, will auch mal „lost“ sein und stürzt sich dabei auch in gefährliche Situationen. Immer dabei der Joint und das Handy. Und obwohl er der Tourismusindustrie mehr als kritisch gegenüber steht, kann er nicht umhin festzustellen: „Touristen sind auch nur Menschen“. Manchmal sogar ganz vernünftige. Selfie-Süchtige Vernünftig ist er selbst eher selten. Er…
Die Unterwegs-Reihe aus dem Kunth-Verlag kombiniert erfolgreich Bildband, Reiseführer und Atlas. Das gilt auch für die neue Ausgabe „Unterwegs von Slowenien bis Albanien“, die dazu einlädt, den West-Balkan zu entdecken. Umso mehr, als viele der beschriebenen Gegenden bisher von Massentourismus verschont sind. Zum Beispiel Albanien, das nicht nur mit einer großartigen Natur aufwartet, sondern auch mit einer interessanten Geschichte, die bis ins vierte Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Entdeckungen in Albanien Die in den Fels gehauenen Königsgräber der Illyrer nahe Lin unweit des Ohrid-Sees könnten bald Unesco-Weltkulturerbe werden. Dann ist es aus mit dem Geheimtipp. Auch aus der jüngsten Vergangenheit gibt es in Albanien einiges zu entdecken. Noch relativ unbekannt ist die große Pilgerfahrt zum Grabmal des Abbas Ali auf dem Gipfel des Bergs Tomorr am 15. August, ein Volks- und Schlachtfest. Und wer in die Ära des Diktators Enver Hoxha eintauchen will, sollte in Tirana das Museum Bunk‘Art besuchen. Ein besonderes Erlebnis ist sicher eine Nacht in so einem Bunker aus der Zeit Enver Hoxhas am Skutari-See. Der Tourismus ist dabei, Albanien zu verändern. Es besteht die Gefahr, dass alte Traditionen verschwinden wie die der burmesha, der „eingeschworenen Jungfrauen“, die nach dem Tod des Vaters wie ein Mann leben aber…
Die weißen Flecken auf der Landkarte werden immer weniger. Aber ostwärts tun sich frische Urlaubsdestinationen auf – mit den Ländern des Balkan. Das sind nicht nur die Staaten des ehemaligen Jugoslawien, sondern auch Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien und Rumänien. Vom Donaudelta bis zum Durmitor-Nationalpark Schon länger sind die kroatischen Inseln oder die bulgarische Schwarzmeerküste feste Bestandteile in den Veranstalterkatalogen. Aber im Südosten gibt es jenseits der bekannten Ziele noch einiges zu entdecken: Unberührte Natur im rumänischen Donaudelta etwa, der Durmitor-Nationalpark in Montenegro, die Bergseen im bulgarischen Pirin-Gebirge oder das nordmazedonische Mijaken-Dorf Galicnik. Der Bildband „Unbekanntes Europa“ entführt zu den schönsten Zielen auf dem Balkan. So richtig unbekannt sind die wenigsten Ziele Wobei der Titel etwas irreführend ist, denn zumindest in Kroatien sind die meisten Ziele wie Porec, Opatjia oder die Plitvicer Seen doch schon länger bekannt, und Dubrovnik stöhnt schon jetzt unter einem Zuviel an Touristen. Wer hier Urlaub macht, wird sich kaum als Entdecker fühlen können. Anders sieht es schon in Bosnien Herzegowina aus, wo die meisten zwar Sarajewo kennen aber eher nicht das Städtchen Jajce, einst Sitz der Herrscher im Königreich Bosnien oder das Derwischkloster Blagaj. Und Serbien? Da ist Belgrad schon lange kein Geheimtipp mehr, auch die Klösterroute,…