Das verfluchte Schloss
Allgemein / 28. Juli 2023

Auf Blackbird Castle geht Seltsames vor sich. Das wissen die Dorfbewohner, auch wenn sie nicht ahnen, was wirklich dahinter steckt. Kann es die zwölfjährige Zita mit dem Bösen aufnehmen, das von dem Schloss Besitz ergriffen hat? Sie ist die Ich-Erzählerin in Stefan Bachmanns spannendem Jugendroman „Die letzten Hexen von Blackbird Castle“. Seltsame Menschen Zita, die in einem Kinderheim aufwuchs, soll die Erbin des Schlosses und eine Hexe sein. Soviel weiß das Mädchen. Auf dem verrufenen Schloss findet die Zwölfjährige in den Kindern Bram und Minnifer Verbündete, auch wenn die beiden sich manchmal seltsam benehmen. Noch seltsamer ist die Hausdame Mrs. Cantaker, die vorgibt Zita in der Hexerei unterrichten zu wollen und auftritt wie die Schlossherrin persönlich. Und welche Rolle spielt der servile aber undurchschaubare Mr. Grenouille? Bösartige Verschwörung Ganz allmählich kommt das Mädchen einer bösartigen Verschwörung auf die Spur, die darauf hinausläuft, die niederträchtige Hexe Magdeboor wieder zum Leben zu erwecken und die Macht des Bösen auf Blackbird Castle zu zementieren. Nur mit vereinten Kräften und der Hilfe von Zitas Raben Vikka schaffen die Kinder es, das Schloss von dem Fluch zu befreien. Harry Potter lässt grüßen Kommt einem irgendwie bekannt vor? Zita könnte die weibliche Ausgabe von Harry Potter…

Bilderbücher für die Ferien
Kinderbücher , Rezensionen / 26. Juli 2023

Sommer, Sonne, Ferien – und manchmal auch Langeweile. Vor allem bei den Kleinen, die oft ihre Spielkameradinnen und die Freunde vermissen. Bilderbücher können helfen, die Zeit zu vertreiben. Und nicht nur das, sie schaffen Nähe zu den Eltern oder den größeren Geschwistern – beim Vorlesen und Anschauen. Zwei besondere Bilderbücher für diesen Sommer: Viel Streit ums Dings „Das Dings“ heißt das  kunterbunte  Bilderbuch von Simon Puttock & Daniel Egnéus. Tatsächlich geht es um ein Dings, das plötzlich da ist – aus heiterem Himmel und den Tieren Flick, Purzel, Brummel und Romp Rätsel aufgibt. Wo kommt es her, was ist es, fragen die vier sich. Aber sicher ist: sie heißen es willkommen und kümmern sich um sein Wohlergehen. Bald kommen Leute von nah und fern, um das rätselhafte Dings zu sehen. Die Gegend wird zum Rummelplatz, das Dings berühmt. Und schon geht der Streit los darüber, ob das Dings „hierher“ gehöre. Dann ist das Dings plötzlich weg, so als ob es nie dagewesen wäre. Auf Nimmerwiedersehen, sagen einige. Damit ist es Aus mit dem Lärm und dem Rummel. Aber die vier Dings-Entdecker haben etwas gelernt: „Bevor das Dings kam,“ bemerkte Purzel, „waren wir Fremde“. Romp lächelte: „Und jetzt sind wir Freunde.“…

In der Internet-Falle
Rezensionen , Romane / 25. Juli 2023

Cy Baxter, der Social-Media-Mogul im neuen Roman „Going Zero“ von Anthony McCarten könnte Elon Musk nachempfunden sein oder auch Mark Zuckerberg. Auf jeden Fall ist er ein Technologie-Freak, der von den Überwachungsmöglichkeiten seiner Firma Fusion nicht nur überzeugt, sondern geradezu begeistert ist. Um seine 360-Grad-Datenbank zu propagieren, bietet er der CIA eine Wette an: Zehn Menschen – fünf Internet Profis und fünf Laien – sollen versuchen, sich 30 Tage lang dem Netz zu entziehen. Wer nicht gefunden wird, kassiert drei Millionen Dollar. Sollte es aber keinem der Probanden gelingen, unentdeckt zu bleiben, will Baxter einen Milliarden-Auftrag der Regierung für das Aufspüren von Tätern, die Gewaltakte planen. Unter dem Radar „Go Zero“ heißt das Projekt, „Going Zero“ der Roman. Denn für die Überwachenden sollen die zehn Auserwählten unauffindbar sein, eine Nullnummer. Doch  unter dem Radar zu bleiben wird schwierig. Baxter setzt ein ganzes Heer von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darauf an, die Lebensumstände der Beteiligten zu erforschen, ihre Bewegungsprofile zu scannen, ihre Vorlieben zu durchleuchten, ihre Freunde aufzuspüren. Das Internet als Waffe Natürlich haben sich auch die zehn Probanden einiges überlegt, um unentdeckt zu bleiben. Der eine taucht in die Obdachlosenszene ab, die andere will auf einer Segelyacht der Überwachung entgehen. Dem…

Die Faszination der Dolomiten
Reisebücher , Rezensionen / 25. Juli 2023

Die Dolomiten gelten nicht nur dem Südtiroler Reinhold Messner als die schönsten Berge der Welt. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden die bleichen Berge von Geologen und Mineralogen vermessen und erforscht, von Bergsteigern und Bergsteigerinnen bestiegen und erklettert, von Schriftstellern und Reise-Autorinnen beschrieben, von Malern und Fotografen abgebildet. Ingrid Runggaldier hat in dem dicken Buch „Gezahnt wie der Kiefer eines Alligators“ Zitate berühmter und weniger berühmter Dolomiten-Reisender versammelt und nimmt die Lesenden mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen der Dolomiten-Erschließung. Bergsteiger und Schriftsteller Dabei begegnen sie nicht nur dem Namensgeber Déodat Guy Sylvain Trancrède Gratet de Dolomieu oder berühmten Bergsteigern wie Paul Preuss, sondern auch Schriftstellern wie Arthur Schnitzler, Robert Musil oder Ernest Hemingway. Vor allem aber treffen sie unternehmungslustige Frauen wie die Britin Amelia Edwards, die ihre Erlebnisse in einem Buch über Wege in den Dolomiten beschrieb. Mutige Gipfelstürmerinnern Diese oft vernachlässigten „Lady travellers“ holt Ingrid Runggaldier aus ihrem Schattendasein. Und so liest man staunend, wie mutig sich schon vor 150 Jahren Frauen den Strapazen von Bergüberquerungen stellten – aus eigener Kraft, wie die Pionierin Jeanne Immink betonte: „Da weibliche Berggymnasten nach einer schwierigen Tour leider nur zu oft verleumdet werden, so möchte ich bemerken, dass ich an…

„Ich habe Harry Potter in meinem Kopf“
Interview / 24. Juli 2023

Harry Potter ist sicher eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchserien.  Die sieben Bände über den Zauberlehrling haben seine Mutter  J. K. Rowling berühmt und reich gemacht.  Allein in Deutschland wurden über 33 Millionen Harry-Potter-Bücher verkauft.  Das hätte wohl niemand erwartet,  als vor 25 Jahren der erste Band „Harry Potter und der Stein der Weisen“ erschien. Anlässlich des Jubiläums  lohnt ein Rückblick.  Und einer der besten Gesprächspartner dafür ist der Schauspieler Rufus Beck, der alle sieben Harry-Potter-Bänd für den HörVerlag eingesprochen hat – mit einer Stimmenvielfalt, die ihresgleichen sucht. Im Juli vor 25 Jahren erschien bei uns der erste Band über den Zauberlehrling „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Damals ahnte niemand, wie sehr die mit der Zahl der Bücher wachsende Potter-Mania eine ganze Generation prägen würde. Erinnern Sie sich noch daran, dass Jugendliche vor Bücherläden campierten, um als erste den nächsten Harry Potter in der Hand zu halten? Rufus Beck.  Natürlich, das war ja immer ein unglaublicher Hype vor dem nächsten Harry-Potter-Band. Da campierten die Fans vor den Buchläden, um möglichst als erste um Mitternacht das Buch oder auch das Hörbuch, das gleichzeitig erschien, zu ergattern. Ich kann mich auch noch sehr gut daran erinnern, als 2001 der erste…

Messners Südtirol
Reisebücher , Rezensionen / 20. Juli 2023

Reinhold Messner und Südtirol, das ist eine unendliche Geschichte voller Auf und Ab. Nun hat der vielseitige Ausnahme-Bergsteiger und Grenzgänger eine „Gebrauchsanweisung für Südtirol“ geschrieben. Dabei macht er gleich zu Anfang klar: „Ich habe vor hierzubleiben.“ Liest man das Büchlein bis zum Schluss, könnte man das in Südtirol auch als Drohung empfinden. Kritischer Blick auf Südtirol Denn Reinhold Messner spart nicht mit Kritik an seinen (deutschsprachigen) Landsleuten. Auch wenn er „kein lebenswerteres Fleckchen Erde in Mitteleuropa“ kennt, auch wenn die Dolomiten für ihn die „schönsten Berge der Welt“ sind, hadert er mit der  Politik in Südtirol, mit dem Zeitungsmonopol, als dessen Opfer er sich immer wieder sah. Auch mit Vetternwirtschaft, Besserwisserei, Bigotterie und Selbstherrlichkeit. Die Messner Mountain Museen Als Nestbeschmutzer sieht er sich trotzdem nicht. Schließlich liebt er seine Heimat und hat Südtirol mit den MMM, den Messner Mountain Museen, kultur-historische Sehenswürdigkeiten beschert, die ihresgleichen suchen. Und weil Reinhold Messner sein Licht nicht gern unter den Scheffel stellt, zitiert er sich in diesem Büchlein immer wieder selbst und widmet den Museen und ihren Themen mit „Das Erbe der Berge“ ein eigenes Kapitel. Lektion in Geschichte Aber es wäre unfair, diese Gebrauchsanweisung nur auf Reinhold Messner, seine Museen und Bergbauernhöfe zu…

Strandliebe
Allgemein / 4. Juli 2023

Ein Sonnenuntergang am Strand ist für viele Deutsche das „Allerromantischte, was ein Paar unternehmen kann“ schreibt Stella Bettermann in ihrer „Gebrauchsanweisung für den Strand“. Auch der „schneeweiße Puderzuckersand“ verzücke die meisten. Billig ist der allerdings nicht zu haben. Schon gar nicht so günstig wie der Isarstrand, an dem die Autorin wohnt. Strände als Idealbild Aber dafür muss sie auch nicht ins Flugzeug steigen oder ins Auto und damit die Umwelt schädigen, um zu ihrem Strand zu gelangen. Von daher ihr Vorschlag: „Wahrscheinlich müssen wir uns also angewöhnen, Strände eher als Idealbild zu verehren und die Uferabschnitte auf Amrun, Kreta oder den Malediven öfter von unserer Anwesenheit zu verschonen.“ Alles über den Strand Oder man liest ihre Gebrauchsanweisung für den Strand, amüsiert sich über die „Historie des Strandbesuchs“, die bis an die Antike und womöglich noch weiter zurück reicht, reist mit ihr zu berühmten Stränden und zum Eisbach in München, wo früher die Nackerten Schaulustige anlockten und heute die Surfer. Und dann die Bücher über den Strand, die Filme und Serien, die Strandmusik, auch die Mode! Mega-out und Mega-in Wie die Kleidung, davon ist Bettermann überzeugt, sind auch die Strände der Mode unterworfen. Acapulco etwa, in den 1950er und 60er-Jahren ein…