Der Klimawandel hat die Welt in eine Hitzehölle verwandelt. Das Leben in der Realität ist nur für Menschen möglich, die es sich leisten können, die Alphas. Diese kleine privilegierte Elite genießt das milde Klima in den wenigen noch lebenswerten Regionen der Erde. Für den Rest der Menschheit aber ist die Realität kaum erträglich. Cryptos war der Anfang Die Lösung hat der mächtige Konzern Mastermind: ein weltumspannendes System virtueller Welten. Wer sich in seine Kapsel legt und einloggt, taucht in eine völlig andere Welt ein. Da gibt es für jede und jeden etwas: Gartenidyll oder Zombiewelt, Mittelalter oder Zukunft, Märchenreich und Strandparadies. Kommt Fans von Ursula Poznanski Endzeit-Thrillern bekannt vor? Das ist nicht verwunderlich. In Canvas spinnt die Spezialistin für Second-Life-Fantasy die Erzählung fort, die sie mit Cryptos begonnen hat. Keine Lust auf Probleme Auch diesmal steht die junge Weltendesignerin Jana im Mittelpunkt. Aus ihrer Sicht schildert Ursula Poznanski den Kampf gegen die Allmachtsfantasien der schier allmächtig gewordenen Gründer von Mastermind und einiger skrupelloser Manager. Lange ist unklar, was sie vorhaben könnten. Aber rätselhafte Verluste in den virtuellen Welten alarmieren die jungen Weltendesigner Jana und Tivon sowie ihre Kollegen. Damit stehen sie weitgehend allein: „Die wenigsten Menschen wollen nicht mit den…
Die Sommerferien sind auch Hochsaison fürs Reisen. Viele Familien machen Urlaub in anderen, ja oft sogar fernen Ländern. Doch wie leben die Menschen dort? Was machen die Kinder? Im Vorlese-Bilderbuch „Kindheit in aller Welt“ werden 18 Länder vorgestellt – von Italien bis Japan, von England bis Australien. Auch Länder, die derzeit keine Ferienziele sind, lernt man dabei kennen: Syrien zum Beispiel, Afghanistan, Russland oder die Ukraine. Steve Jobs und Syrien Auch da leben schließlich Kinder, die von einer guten Zukunft träumen. Doch in Kriegszeiten bleibt vielen nur die Flucht. Auch der – syrische – Vater von Apple-Gründer Steve Jobs musste aus Syrien fliehen. Sein Sohn wuchs bei Adoptiveltern in den USA auf – und machte mit Apple eine große Karriere. Wombats und Märzchen Auch solche und andere Geschichten findet man in dem Vorlese-Buch. Zum Beispiel die von der japanischen Insel Okunoshima, auf der mehrere hundert freilaufenden Kaninchen leben. Oder die vom australischen Wombat, der würfelförmigen Kot legt. Spannend, oder? Und dann wäre da noch ein ganz besonderer Brauch in Rumänien: Hier schenkt man sich zum 1. März „Märzchen“ aus einem roten und einem weißen Faden, die ineinander verflochten sind – rot für die Sonne, weiß für den Schnee. Daran hängt…
Die Schweizerin Seraina Kobler hat als Journalistin gearbeitet. Das merkt man ihren Romanen an. Im neuen Buch „Tal der Schwalben“ konfrontiert uns die Autorin mit einer Schweizer Zukunft, die womöglich gar nicht so fern ist. Es geht um die Sicherung der Stromversorgung der Metropolregion, zu der die Städte zusammengewachsen sind. Dafür sollen die Bergdörfer geopfert werden. Zwischen den Stühlen Der junge Wissenschaftler Alesch fühlt sich zwischen allen Stühlen. Auf der einen Seite setzt er viel Hoffnung auf den Fortschritt, auf der anderen Seite hängt er an der urwüchsigen Bergwelt, in die er hineingeboren wurde. Doch auch sein Dorf Pradetta im Schatten des Gletschers gehört zur Sperrzone, selbst wenn es bisher noch nicht geräumt wurde. Und da lebt Aleschs große Liebe Annetta. Beunruhigende Naturphänomene An sie wird er erinnert durch ein Päckchen, das ihm den Duft der Geliebten und den Geruch der Heimat zurückbringt. Ist es Zufall, dass er gerade jetzt zurückkehren soll nach Pradetta, um die Bewohner zum Verlassen des Dorfs zu motivieren? In einer Zeit, in der sich immer mehr Widerstand gegen die Pläne der scheinbar allmächtigen Stromgesellschaft regt? In der aber auch beunruhigende Naturphänomene rund um das Dorf zunehmen? Ein Ort wie eine Arche Der Rückkehrer wird nicht…
Ende Juli wäre Wolfgang Amadeus Mozarts Schwester Nannerl 275 Jahre alt geworden. Aus ihrer Perspektive zeichnet Stefan Cordes die Mozart-Geschichte nach. Der Roman beginnt mit der 78-jährigen, todkranken Maria Anna, im Buch Mariann genannt, und ist ein Rückblick auf ihre Kindheit und Jugend. Cordes macht daraus das Drama einer jungen Frau, die um Anerkennung ringt aber immer im Schatten des Bruders steht und vom ehrgeizigen Vater entsprechend vernachlässigt wird. Ein Mann mit zwei Gesichtern Dieser Vater ist Leopold Mozart, „ein Mann von vielem Witz und Klugheit“, wie Silke Leopold in ihrer gleichnamigen Biographie schreibt. Bei Cordes wird aus ihm ein Haustyrann schlimmster Art, der Mariann eine eigene Karriere verweigert, um sich ganz der Förderung des Sohnes zu widmen. Das Buch liest sich süffig: Intrigen, Familienstreitigkeiten, eine große Reise und erste Liebe. Dazu viel kaiserliche und königliche Prominenz. Desaströser Augsburg-Besuch Und ein desaströser Besuch im Heimatort Augsburg: „Sie schweigen, als sie durch die Straßen seiner Heimatstadt fahren, und sie empfindet vielleicht zum ersten Mal Mitleid mit ihrem Vater, auch wenn sie weiß, dass er Mitleid verabscheut. Sein Leben lang hat in der Gedanke angetrieben, seine Heimatstadt werde ich eines Tages vor ihm verneigen, aber verneigt haben sich nur die Bediensteten im…
Die Idee ist naheliegend, trotzdem originell. Jane Tara thematisiert in ihrem Roman „Mit anderen Augen“ die Unsichtbarkeit älterer Frauen. Bei ihr verschwinden diese Frauen tatsächlich Stück für Stück, das heißt Glied für Glied. Auch Tilda ist von dieser grassierenden Unsichtbarkeitserkrankung betroffen, will sich aber damit nicht abfinden. Sie hatte ihre zwei Töchter allein groß gezogen, nachdem ihr Mann sie verlassen hatte. Warum sollte sie nicht auch mit der Erkrankung fertig werden? Unsichtbar Doch trotz Tildas Abwehr nimmt die Unsichtbarkeitserkrankung immer mehr von ihr Besitz. Neben dem Ohr und dem kleinen Finger wird bald auch ihr Hals unsichtbar, dann noch der Arm… Sie trifft sich mit einer Selbsthilfegruppe und sieht, wohin die Krankheit führen kann: Eine der Frauen ist gänzlich unsichtbar, meldet sich aber immer wieder zu Wort – auch mit Kritik an der Ausrichtung der Selbsthilfegruppe, die den untragbaren Ist-Zustand akzeptiert. Auch Tilda rebelliert dagegen. Anders sehen Und dann trifft sie in einer Bar den attraktiven Surfer Patrick, der von ihren fehlenden Körperteilen scheinbar keine Notiz nimmt. Kein Wunder, Patrick ist blind. Aber er „sieht“ Tilda auf eine Weise wie andere es schon längst verlernt haben. Da trägt Jane Tara vielleicht etwas dick auf. Märchenhaft schön Und man fragt sich…
Im Jubiläumsjahr der USA will diese 250 Jahre umspannende Anthologie „retten, was noch zu retten ist“. Mit dem Zitat von Martin Luther King „I have a dream“ lädt sie dazu ein, die USA in diesen trüben Zeiten noch einmal ganz neu zu entdecken – als Heimat politischer Ideale und prägender Gedanken, dichterischer Inspiration und Spiritualität, der freien Rede und der Kunst des Geschichtenerzählens. Die ganze Widersprüchlichkeit Die Herausgeber Stefan Wagner und Horst Lauinger betrachten ihr dickes Buch als „Roadtrip in Texten“. Die USA hätten den Wandel stets als Verheißung verstanden, heißt es im Nachwort, „den Aufbruch zu neuen Ufern als Mission“. Die Anthologie zeige die USA, die den 4. Juli 1776 als ihr Gründungsdatum sehen, „in ihrer ganzen funkelnden, düsteren, begeisternden, befremdenden, abstoßenden und immer faszinierenden Widersprüchlichkeit“. Vom Recht auf Freiheit Dazu tragen die unterschiedlichsten Texte bei – Briefe, Gedichte, Reportagen, Songs, Kurzgeschichten. Es sind nicht nur die großen Namen, die hier versammelt sind. Viele noch unbekannte Autorinnen und Autoren lassen sich in dem Buch entdecken. Aber natürlich beginnt alles mit der Unabhängigkeitserklärung von Thomas Jefferson, die zwar postuliert, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und das Recht auf Freiheit haben. Das freilich wird über lange Zeit den Native Americans…
Den zweideutigen Titel ihres „Reportage-Romans“ Lasterleben hat Anja Kocherscheidt sicher ganz bewusst gewählt. Weckt er doch trotz des eindeutigen Cover-Fotos Neugier auf den Inhalt. Von Lastern kann hier allerdings keine Rede sein – es geht um einen Roadtrip auf dem amerikanischen Kontinent in einem umgebauten THW-Laster und mit zwei schulpflichtigen Kindern. Der umgebaute Scheinriese Anja und ihr Mann Oliver haben sich alles lange überlegt. Der Ausstieg aus den Jobs war für die PR-Frau und den Unternehmer keine leichte Entscheidung. Aber angesichts eines drohenden Burnouts und des Scheiterns der Ehe hofften beide auf die heilsame Wirkung eines Ausstiegs auf Zeit. Schon die erforderlichen Planungen und der Ausbau des Trucks, liebevoll Herr Turtur genannt – nach dem Scheinriesen in Michael Endes „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ – schweißen das Paar wieder enger zusammen. Auch darüber schreibt Anja Kocherscheidt. Familienleben auf zwölf Quadratmetern Natürlich klappt nicht alles nach Plan. Die Vorbereitungen ziehen sich, stellen die Geduld der ganzen Familie auf eine harte Probe. Doch dann sind die vier unterwegs, müssen sich auf zwölf Quadratmetern einrichten, auch das eine neue Erfahrung. Der Kulturschock bleibt erst einmal aus. Denn am Anfang der Reise stehen Kanada und die USA. Überall stoßen die Reisenden auf freundliche…
„Wo Züge sind, da sind auch (meistens) Geschichten“, scheibt Tom Chesshyre in seinem Reisebericht „Bummelzug nach Istanbul“. Diese Geschichten waren mit ein Grund dafür, dass der Journalist mit Freund Danny per Interrail durch Europa fuhr – auf den Spuren des berühmten Orient-Express. Allerdings nicht auf die luxuriöse Tour, sondern „auf eine Art und Weise, die signifikant weniger angeberisch war (und deutlich preiswerter)“. Jeder Tag ein Anfang Der Freund ist für zwei Wochen mit von der Partie, den Rückweg von Istanbul tritt Tom Chesshyre allein an. Im Buch zeichnet er die Reise minutiös nach, erzählt alte Geschichten aus dem Orient-Express, der nicht nur Agatha Christie zu Krimis inspiriert hat, sondern auch Graham Greene. Und natürlich erleben die beiden „mittelalten Männer“ bei ihrer Tour d‘Europe auch neue Geschichten. „Es ist, als würde man jeden Tag eine neue Seite aufschlagen“, stellt Freund Danny fest: „Jeder Tag ist wie ein neuer Anfang.“ Fremde Europäische Union Über Nürnberg, das den beiden Reisenden wegen der NS-Geschichte vor allem „bizarr“ erscheint, und Wien geht es weiter in den Osten des Kontinents. Dabei stolpern sie auch noch über die Kulturhauptstadt des Jahres 2023, Timisoara. Vor allem aber wundern sie sich, wie anders als im Westen es hier überall…
Sie sind allesamt gute, wenn nicht sehr gute, Skifahrer: Christoph Schrahe, Thomas Biersack und Stefan Herbke mögen es rasant und lieben auch die Herausforderung. Das prägt auch die Neuauflage ihrer „111 Skipisten in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Südtirol, die man gefahren sein muss“. Traumpisten für Könner Viele Traumpisten für Kenner und Könner sind darunter wie die legendäre Kandahar in Crans Montana, deren Namen auf den britischen Feldmarschall Earl Roberts of Kandahar zurückgeht. Die Gletscherabfahrt Morteratsch bei St. Moritz, wo die spektakulären Eisskulpturen am Schwinden sind. Oder auch die Nebelhorn-Talabfahrt mit der schwarzen Piste im Zentrum. Freeriden mit Standfestigkeit Das ultimative Freeride-Erlebnis verspricht – allerdings nur nach Neuschnee – das Mittagstal an der Sella mit einer „furchterregenden Einfahrt. Auch die markierte Route Golden Power in Sportgastein fordert mit dem Steilhang „Golden Rush“ Standfestigkeit im Steilhang. Mehr Genuss Doch nicht alle müssen sich in Steilhänge stürzen: Selbst die gefürchtete Streif hat auch eine Familienabfahrt, die heikle Stellen umgeht. Und zu den schönsten Pistenvarianten am Gottesackerplateau des Ifen gehört die einfachste, die blaue Piste. Eher genussreich ist auch die neun Kilometer lange Armentarola-Abfahrt in den Dolomiten, die entlang gefrorener Wasserfälle und imposanter Felswände führt. Ganz ohne Schnee Auch jenseits der Alpen warten…
Xavier Kieffer kann‘s nicht lassen. Der luxemburgische Koch, der eigentlich mit seinem kleinen Restaurant eine ruhige Kugel schieben wollte, muss schon wieder der Polizei Konkurrenz machen. Und weil sein Schöpfer Tom Hillenbrand sich den Koch ausgedacht hat, um Skandale im Gastrobereich zu thematisieren beispielsweise gepanschtes Olivenöl oder giftiger Honig, geht es auch diesmal um ein Genussmittel. Ein ganz besonderes: Champagner. Niedergang einer Dynastie Der inzwischen kriminalistisch versierte Koch kommt in „Verhängnisvoller Champagner“ nicht nur betrügerischen Machenschaften um den edlen Tropfen auf die Spur. Er muss auch den Tod eines Freundes und Rivalen aufklären und sich mit der ehemaligen Geliebten Fabienne auseinander setzen. Luc Raiser, früher als Sohn einer Champagner-Dynastie, Held der Köche-Clique, hat das heruntergewirtschaftete Champagner-Gut wohl am Rande der Legalität weiter geführt. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau, Kieffers Ex-Freundin Fabienne. Unfall oder Mord? Beide hat der Koch seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Doch auf einer Gastro-Messe trifft er den alten Freund wieder und willigt ein, sich mit ihm zu treffen. Kieffers Freundin Valerie ist nicht begeistert von der Aussicht, die Ex-Freundin zu sehen. Und dann stirbt Luc vor den Augen des Freundes, begraben unter einer Palette Champagner. Ein Unfall? Oder doch ein perfide geplanter Mord? Legendärer Gründungsmythos…