Unterwegs zwischen Berg und Tal
Allgemein / 20. August 2026

Das Allgäu ist mehr als eine touristische Landschaft. Das weiß Barbara Kettl-Römer, die in den Allgäuer Bergen zu Hause ist und ihre „Herzensgegend“ am liebsten durchwandert oder durchradelt. Ihr Outdoor Guide Allgäu beginnt nicht nur mit spannenden Zahlen – 43 Sennalpen, 31.000 Rinder auf den Alpen –  sondern auch mit einer Charakterisierung der im Allgäu lebenden Menschen. Als „bodenständig, freiheitsliebend und eigensinnig“ beschreibt sie die Autorin, auch als naturverbunden und „stolz auf ihre Heimat“. Der erste Tourist Das können sie auch sein. Denn sie leben da, wohin es immer mehr Touristinnen und Touristen zieht. Der erste Tourist war wohl Fürstbischof Sigismund von Augsburg, der 1661 seine Jagdhütte in den Oberstdorfer Bergen besuchte. Und der Wittelsbacher Ludwig II. stellte mit Neuschwanstein sein Traumschloss in die Allgäuer Berge. Den Adligen folgten die Bergsteiger. Der Alpenverein erschloss die Berge mit einem Wegenetz. Heute ist das Allgäu ein Touristen-Magnet. Vom Tal zum Gipfel Warum das so ist, kann man in dem Outdoor-Guide nachlesen. Babara Kettl-Römer beschreibt die Flora und Fauna der Gegend ebenso wie die unzähligen Möglichkeiten zum Draußensein. Wer ihre „5 perfekte Tage im Allgäu“ verbringt, kommt vom Tal zum Gipfel, von der Stadt in die Natur. Und wer mehr wissen will über…

Der letzte Pieks
Allgemein / 19. August 2026

Helme Heine hat schon immer zu meinen Lieblingsautoren gehört. Die Fünf Freunde wurden auch meine Freunde ebenso wie Prinz Bär oder Mullewapp. Ich habe auch sein Neuseeland-Buch gern gelesen. Und wenn ich jetzt durch dieses zauberhafte Bilderbuch über das kleine Igelmädchen Pieks blättere, dann trauere ich um diesen feinfühligen Künstler, der soviel Freude geschenkt hat. Wehrhafte Stacheln Helme Heines Herz schlug immer für die Kleinen, die man leicht übersehen konnte. Er machte sie stark und mutig – wie Pieks. Auch wenn es klein ist,  hat das Igelmädchen vor niemandem Angst. Denn seine Stacheln schützten es. Aber dann beraubt ein Auto es seiner wehrhaften Stacheln – bis auf einen einzelnen. Leichte Beute Nackt und hilflos sucht Pieks Rat bei den anderen Tieren. Wie soll sie sich denn künftig gegen die großen Tiere behaupten so ganz ohne Stacheln? Die Ratschläge sind denn auch eher untauglich. Und so wird die kleine Pieks zur leichten Beute für den Fuchs. Es gelingt ihr zwar, den hungrigen Räuber mit Geschichten über ihre verlorenen Stacheln einzulullen und zu fliehen. Auch als der Fuchs sie fast eingeholt hat, kann Pieks ihm entwischen. Doch dann muss sie eine schwere Entscheidung treffen. Denn der Räuber hat sich ein Baby gegriffen…

Per Telefon in die Kindheit
Allgemein / 19. August 2026

Alex Schulmann ist ein Autor, dem man leicht verfällt. In seinen Büchern, für die er viel aus der eigenen Kindheit schöpft, schwingt immer etwas Unheimliches, Bedrohliches mit. Das ist auch im neuesten Roman „Jetzt beginnt das Leben“ so, wobei der Titel etwas irreführend ist. Denn hier laufen zwei Erzählstränge fast parallel nebeneinander. Ein Tag in der Kindheit Dass das funktioniert, ist Schulmanns literarischer Meisterschaft zu verdanken.  Sie ist auch verantwortlich dafür, dass man die unwahrscheinliche Konstellation, dass der Ich-Erzähler über Telefon mit einem Tag aus seiner Kindheit in Verbindung treten kann, akzeptiert. Denn während man sich zunehmend genervt fragt, was diesen Vidar dazu treibt, sich immer mehr in die Scheiße zu reiten, folgt man seinen Anstrengungen, den 17. Juni 1986 zu rekonstruieren mit wachsender Spannung. Die Eltern am Telefon Vidars Leben war durch einen Vorfall in der Schule aus den Fugen geraten. Er hatte bei einer Schlägerei zwei Schüler getrennt und wurde bezichtigt, Gewalt angewendet zu haben. Weil er bis zur Aufklärung des Falls vom Schuldienst suspendiert ist, hat er viel Zeit. In dieser Zeit hat er in einem Karton mit Dingen aus dem Sommerhaus der Familie das Telefonbüchlein seines Vaters gefunden. Kurz darauf hat er seine Eltern am Telefon:…

Zwischen Berg und Tal
Allgemein / 19. August 2026

Das Allgäu ist mehr als eine touristische Landschaft. Das weiß Barbara Kettl-Römer, die in den Allgäuer Bergen zu Hause ist und ihre „Herzensgegend“ am liebsten durchwandert oder durchradelt. Ihr Outdoor Guide Allgäu beginnt nicht nur mit spannenden Zahlen – 43 Sennalpen, 31.000 Rinder auf den Alpen – sondern auch mit einer Charakterisierung der im Allgäu lebenden Menschen. Als „bodenständig, freiheitsliebend und eigensinnig“ beschreibt sie die Autorin, auch als naturverbunden und „stolz auf ihre Heimat“. Der erste Tourist Das können sie auch sein. Denn sie leben da, wohin es immer mehr Touristinnen und Touristen zieht. Der erste Tourist war wohl Fürstbischof Sigismund von Augsburg, der 1661 seine Jagdhütte in den Oberstdorfer Bergen besuchte. Und der Wittelsbacher Ludwig II. stellte mit Neuschwanstein sein Traumschloss in die Allgäuer Berge. Den Adligen folgten die Bergsteiger. Der Alpenverein erschloss die Berge mit einem Wegenetz. Heute ist das Allgäu ein Touristen-Magnet. Vom Ober- ins Unterallgäu Warum das so ist, kann man in diesem Outdoor-Guide nachlesen. Babara Kettl-Römer beschreibt die Flora und Fauna der Gegend ebenso wie die unzähligen Möglichkeiten zum Draußensein. Wer ihre „5 perfekten Tage im Allgäu“ verbringt, kommt vom Tal zum Gipfel, von der Stadt in die Natur. Und wer mehr wissen will über…

Der Lack ist ab
Allgemein / 18. August 2026

Die laotisch-kanadische Autorin Souvankham Thammavongsa braucht nur einen einzigen Tag in einem Nagelstudio, um in ihrem Roman „Frag nach Susan“ die Kluft zwischen Dienenden und Bedienten zu zeigen. Zwischen den asiatischen Mädchen und der weißen Kundschaft. Die Mädchen tragen alle den Namen Susan, weil es die Studio-Inhaberin so will. Sie sehen auch alle gleich aus, schwarz gekleidet, mit schwarzen Haaren. Die Unterschiede nehmen die Kundinnen und Kunden nicht wahr, weil sie die Mädchen nicht wirklich sehen. Stets zu Diensten „Unseren Kunden fällt es nicht auf. Sie kommen rein, und wir stehen bereit und können loslegen. Nur das zählt für sie… Die liebe Susan ist immer verfügbar und stets zu Diensten.“ Aber sie nutzen die Zeit der Mani- oder Pediküre, um über ihre Sorgen und Nöte zu reden. Den Babywunsch, den verheirateten Liebhaber, den verlorenen Job, die nahe Hochzeit… Scheinbar hören die Susans in Nings Nagelstudio nur zu, auch wenn sie sich in ihrer eigenen Sprache unterhalten. Dass sie sich über ihre Kundinnen lustig machen, bekommen die nicht mit. Dafür nehmen sie sich und ihre Geschichten viel zu wichtig und die Mädchen als Persönlichkeiten nicht wahr. Das Studio als Lebensinhalt Auch Ning will möglichst wenig über das Privatleben ihrer Mädchen wissen,…

Wie lebt man ein Leben?
Allgemein / 16. August 2026

Wie kann sich eine Frau so in einen Mann hineindenken wie Elena Fischer? In ihrem neuen Roman „Wirf einen Schatten“ erzählt sie aus der Perspektive des Bauern Joseph eine Geschichte von Liebe, Verlust und Hoffnung, die ans Herz geht und dabei ohne Kitsch auskommt. Dass Elena Fischer schreiben kann, hat sie mit ihrem Debüt Paradise Garden bewiesen. „Wirf einen Schatten“ ist kein Coming-of-Age-Roman. Hier geht es um das Leben Erwachsener in den 60iger Jahren, die ihren Weg noch nicht gefunden haben. Der Verlassene Joseph ist nahe dran aufzugeben. Seine Frau Lis hat ihn mit dem gemeinsamen Sohn verlassen – mitten in der Erntezeit. „Ich kann das nicht mehr“, hat sie zum Abschied gesagt und ihn ratlos stehen lassen. Es gibt keinen Kontakt zwischen den Eheleuten – auch nicht an Weihnachten. Joseph ist allein und verzweifelt.  Auch er kann nicht mehr.  Was soll er noch auf dieser Welt? Vergangenheit Man fühlt mit ihm, spürt den Verlust, die Einsamkeit, die Hoffnungslosigkeit. Auch wenn seine Vorstellungen vom Familienleben dem Zeitgeist entsprechend patriarchalisch sind, wird man diesen Joseph ins Herz schließen und für ihn hoffen. Elena Fischer verschränkt Gegenwart und Vergangenheit, blättert in Rückblenden zum früheren Leben zurück. Zu der Zeit, als er und…

Tod an der Amalfiküste
Allgemein / 14. August 2026

Die Amalfiküste im Sommer, Flitterwochen. Was könnte schöner sein? Die junge Clara freut sich auf eine wunderbare Zeit im romantischen Positano mit ihrem Mann Spencer. Doch so sehr sie sich auch bemüht, unbestimmte Ängste hindern sie daran, die Flitterwochen in dem luxuriösen Hotel zu genießen. Und dann noch dieser Zettel in der Suite. „Er lügt“ steht darauf, das ist auch der Titel dieses spannenden Krimis von Rebecca Taylor McKay. Mehrfacher Verdacht Allein schon wegen des Settings ist „Er lügt“ ein unterhaltsamer Urlaubs-Krimi, auch wenn die Geschichte logisch kaum nachvollziehbar ist. Aber bis man zur Lösung des Rätsels kommt, hat man immerhin schon den größten Teil dieses Krimis mit einiger Spannung gelesen. Nicht nur der reiche Spencer scheint lange Zeit verdächtig. Auch das verliebte Paar, das Clara bewundert, ist wohl nicht das, was es scheint. Seltsame Melancholie Spencer, der plötzlich Italienisch spricht, ist von Anfang an gegen eine Freundschaft mit Fred und Vivian. Aber Clara, von Spencer liebevoll Bambi genannt, fühlt sich wohl in der Nähe der glamourösen Vivian und des lebenslustigen Fred. Sie will raus aus der Melancholie, die sie seit einem Krankenhausaufenthalt begleitet und deren Ursache sie nicht kennt. „Ich bin nicht depressiv. Ich bin nicht traurig oder trübselig….

Überhitzt
Allgemein / 8. August 2026

Der Klimawandel hat die Welt in eine Hitzehölle verwandelt. Das Leben in der Realität ist nur für Menschen möglich, die es sich leisten können, die Alphas. Diese kleine privilegierte Elite genießt das milde Klima in den wenigen noch lebenswerten Regionen der Erde. Für den Rest der Menschheit aber ist die Realität kaum erträglich. Cryptos war der Anfang Die Lösung hat der mächtige Konzern Mastermind: ein weltumspannendes System virtueller Welten. Wer sich in seine Kapsel legt und einloggt, taucht in eine völlig andere Welt ein. Da gibt es für jede und jeden etwas: Gartenidyll oder Zombiewelt, Mittelalter oder Zukunft, Märchenreich und Strandparadies. Kommt Fans von Ursula Poznanski Endzeit-Thrillern bekannt vor? Das ist nicht verwunderlich. In Canvas spinnt die Spezialistin für Second-Life-Fantasy die Erzählung fort, die sie mit Cryptos begonnen hat. Keine Lust auf Probleme Auch diesmal steht die junge Weltendesignerin Jana im Mittelpunkt. Aus ihrer Sicht schildert Ursula Poznanski den Kampf gegen die Allmachtsfantasien der schier allmächtig gewordenen Gründer von Mastermind und einiger skrupelloser Manager. Lange ist unklar, was sie vorhaben könnten. Aber rätselhafte Verluste in den virtuellen Welten alarmieren die jungen Weltendesigner Jana und Tivon sowie ihre Kollegen. Damit stehen sie weitgehend allein: „Die wenigsten Menschen wollen nicht mit den…

Kinderleben weltweit
Allgemein / 7. August 2026

Die Sommerferien sind auch Hochsaison fürs Reisen. Viele Familien machen Urlaub in anderen, ja oft sogar fernen Ländern. Doch wie leben die Menschen dort? Was machen die Kinder? Im Vorlese-Bilderbuch „Kindheit in aller Welt“ werden 18 Länder vorgestellt – von Italien bis Japan, von England bis Australien. Auch Länder, die derzeit keine Ferienziele sind, lernt man dabei kennen: Syrien zum Beispiel, Afghanistan, Russland oder die Ukraine. Steve Jobs und Syrien Auch da leben schließlich Kinder, die von einer guten Zukunft träumen. Doch in Kriegszeiten bleibt vielen nur die Flucht. Auch der – syrische – Vater von Apple-Gründer Steve Jobs musste aus Syrien fliehen. Sein Sohn wuchs bei Adoptiveltern in den USA auf – und machte mit Apple eine große Karriere. Wombats und Märzchen Auch solche und andere Geschichten findet man in dem Vorlese-Buch. Zum Beispiel die von der japanischen Insel Okunoshima, auf der mehrere hundert freilaufenden Kaninchen leben. Oder die vom australischen Wombat, der würfelförmigen Kot legt. Spannend, oder? Und dann wäre da noch ein ganz besonderer Brauch in Rumänien: Hier schenkt man sich zum 1. März „Märzchen“ aus einem roten und einem weißen Faden, die ineinander verflochten sind – rot für die Sonne, weiß für den Schnee. Daran hängt…

Die Schweiz am Scheideweg
Allgemein / 2. August 2026

Die Schweizerin Seraina Kobler hat als Journalistin gearbeitet. Das merkt man ihren Romanen an. Im neuen Buch „Tal der Schwalben“ konfrontiert uns die Autorin mit einer Schweizer Zukunft, die womöglich gar nicht so fern ist. Es geht um die Sicherung der Stromversorgung der Metropolregion, zu der die Städte zusammengewachsen sind. Dafür sollen die Bergdörfer geopfert werden. Zwischen den Stühlen Der junge Wissenschaftler Alesch fühlt sich zwischen allen Stühlen. Auf der einen Seite setzt er viel Hoffnung auf den Fortschritt, auf der anderen Seite hängt er an der urwüchsigen Bergwelt, in die er hineingeboren wurde. Doch auch sein Dorf Pradetta im Schatten des Gletschers gehört zur Sperrzone, selbst wenn es bisher noch nicht geräumt wurde. Und da lebt Aleschs große Liebe Annetta. Beunruhigende Naturphänomene An sie wird er erinnert durch ein Päckchen, das ihm den Duft der Geliebten und den Geruch der Heimat zurückbringt. Ist es Zufall, dass er gerade jetzt zurückkehren soll nach Pradetta, um die Bewohner zum Verlassen des Dorfs zu motivieren? In einer Zeit, in der sich immer mehr Widerstand gegen die Pläne der scheinbar allmächtigen Stromgesellschaft regt? In der aber auch beunruhigende Naturphänomene rund um das Dorf zunehmen? Ein Ort wie eine Arche Der Rückkehrer wird nicht…