Lust auf Seitenwege

6. Juli 2021

Saale Unstrut – wo genau ist das.  Stephanie von Aretin kann dazu Auskunft geben und sie ist überzeugt: „Wer einmal hier war, kommt wieder zurück.“ Die Reisejournalistin liebt die Gegend um Saale und Unstrut, wo sie mit ihrer Familie „so viel Zeit wie möglich verbringt“. Ihr Büchlein soll Lust machen auf Entdeckungen auf Seitenwegen.

Magischer Grenzfluss

In der anfänglichen Geschichtslektion im Zeitraffer erfährt man nicht nur, dass die Saale „ein magischer Grenzfluss zwischen der christlichen und der heidnischen Welt“ war, sondern auch dass der Weinbau an der Unstrut erstmals 998 urkundlich erwähnt ist. Nach ihren „Top 10“ und allerlei Kuriosa stellt die Autorin vier Routen ausführlich vor – samt Mikroabenteuern und kinderfreundlichen Angeboten.

Familientour durch Flussauen

Eine Familienfahrradtour führt von Weißenfels bis Freyung 18 Kilometer durch Flussauen, wo es auch an Sommertagen angenehm kühl bleibt, es aber auch mit einen 20prozentigen Anstieg zur Burg Goseck zu bewältigen gilt. Auf die Beschreibung der Radtour folgen zahlreiche Tipps zu Seitenwegen wie zum Sonnenobservatorium von Goseck oder zur Doppelkapelle im Schloss Neuenburg.

Naumburg und die Arche Nebra

Entlang der Saale von Naumburg bis Dornburg geht es auf der zweiten Route, wobei Naumburg mit dem Dom und die Saale-Weinstraße um die Aufmerksamkeit der Leser wetteifern. Die dritte Strecke führt entlang der Unstrut von Freyung bis Memleben- mit einem Besuch in der „Arche Nebra“, die „goldglänzend auf einem Betonsockel mitten im Nichts“ schwebt. Drei Kilometer entfernt war die berühmte Himmelsscheibe von Nebra gefunden worden.

Wie Alice im Wunderland

Route vier schließlich bewegt sich auf 30 Kilometern rund um den Geiseltalsee, „das größte künstliche Gewässer Deutschlands“. Hier, wo eine Abraumhalde zum Weinberg wurde, fühle man sich manchmal wie Alice im Wunderland, meint die Autorin. Der See lässt sich auch auf einem Hausboot er-fahren.

Tipps für Kinder und ein kleines Wörterbuch

Für Kinder gibt es nicht nur reichlich Gelegenheit zum Wasserspaß, es werden auch Ferien im Tipi angeboten oder im Naumburger Dom die KinderDomBauhütte. Das Büchlein steckt von Anfang bis Ende voller konkreter Tipps nicht nur zu Anfahrt und Unterkünften, auch zu Spezialitäten und möglichen Aktivitäten. Die Fotos sind einladend, Karten helfen bei der Orientierung und mit dem „Kleinen Wörterbuch“ ist man beim Besuch der Gegend schon mal nicht ganz sprachlos.

Info: Stephanie von Aretin. HeimatMomente Saale-Unstrut, 360°medien, 215 S., 14,95 Euro

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