Mit der jungen Bäuerin Vroni hat die gebürtige Gunzenhauserin Susanne Betz eine starke Frauengestalt ins Zentrum ihrer historischen Romane gestellt. Auf Heumahd folgt nun Johannifeuer . Es hat sich einiges geändert am Grasegger Hof, seit Vroni Anton, einen Sohn der reichen Huberin geheiratet hat. Der Traummann Karg und arbeitsreich ist das Leben der jungen Bäuerin geblieben, und Anton ist weit davon entfernt, ihr Traummann zu werden. Den Platz belegt noch immer der junge britische Arzt Reginald, den der Maler Wilhelm Leibl vor Jahren mit auf den Hof gebracht hat und der so liebevoll mit dem Rosl umgegangen ist. Auch Anton hat das Mädchen mit dem Down-Syndrom, Vronis Stieftochter, als Familienmitglied akzeptiert. Aber sein Liebling ist der Burschi, der Sohn, den Vroni ihm geboren hat. Das Wiedersehen Es scheint alles seinen ruhigen Gang zu gehen auf dem Hof. Doch die Zeiten ändern sich. Die traditionsbewusste Huberin, die so gern Zeitung liest, weiß mehr als die anderen, und sie will teilhaben an der – motorisierten – Zukunft. Gegen Antons Willen fährt sie mit ihrer Lieblingsschwiegertochter Vroni nach München – mit der Bahn. Was für ein Erlebnis! Und während die Huberin das neueste Automobil bestaunt, will sich Vroni eine Ausstellung mit Leibls Bildern…
„Wenn halt nur mehr Leute so wie wir zwei regelmäßig die Augsburger Allgemeine lesen würden, dann würde weniger Schmarrn in die Welt hinausposaunt werden.“ Man schreibt das Jahr 1886 im Werdenfelser Land, und die „Huberin“ ist wohl die einzige Zeitungsleserin im kleinen Dorf Loisbichl. Es sei denn, sie kann die junge Witwe Vroni auf dem abgelegenen Graseggerhof mit der nützlichen Lektüre anstecken. Bei der Heumahd hat die junge Frau schließlich schon unerwartete Stärke gezeigt. Allein gegen ein Dorf Susanne Betz‘ gleichnamiger Roman konzentriert sich auf eine trotzige junge Frau, die im Kampf mit den Naturgewalten und überkommenen Vorstellungen tumber Zeitgenossen einen einsamen Hof führen will. Unerwarteten Rückhalt bekommt Vroni dabei von der herrschsüchtigen und reichen Huberin, die das Potenzial der jungen Rebellin sieht. Ganz anders als der Dorfpfarrer, für den die Frauenwirtschaft auf dem Graseggerhof fast schon sündig ist. Gäbe es doch im Ort genügend heiratswillige junge Männer. Auch die hat sich Vroni mit ihrer abwehrenden Haltung zu Feinden gemacht. Schlimme Erfahrungen Doch die junge Witwe leidet immer noch unter den schlimmen Ehe-Erfahrungen mit dem deutlich älteren Bauern. Die Narben der Schläge verheilen nur langsam. Trost findet sie beim „Rosl“, der anhänglichen Stieftochter mit dem Down-Syndrom. Dass das Rosl im…