Das hatte sich Francesco Gubert ganz anders vorgestellt, als er als Senner auf eine Alm im Valsugana ging. Zurück zur Natur, zum echten Leben wollte er. Doch dann wurde dieser erträumte Almsommer zum Alptraum. Mit dem jungen Hirten hat Francesco von Anfang an Probleme. Und die Arbeit als Käser ist viel härter als er erwartet hat. Der Senn von der Nachbaralm hatte wohl Recht mit seiner Aussage: „Wenn man miteinander klarkommt, ist die Alm ein Paradies. Wenn nicht, ist sie die Hölle.“ Ein Höllentrip Für Francesco Gubert wird der Sommer auf der Alm zum Höllentrip. „Mach deinen Käse und bleib ruhig“, sagt er sich zwar, wenn der Frust zu groß ist. Aber das hilft nicht gegen den Stress mit dem Hirten und die harte Arbeit. Seine Hände werden rau vom Waschen des Käses, einzig das Kneten der Butter schafft Erleichterung. Für Francesco ist diese Beschäftigung auch eine Art Meditation, die ersehnte Rückkehr zu den einfachen Dingen. Doch das reicht nicht, zu viel hat sich angestaut, und Francesco fühlt nicht überfordert. Romantischer Traum In dem „Almtagebuch“ mit dem Titel „Weiche Butter, raue Hände“ schreibt er ehrlich über seine Empfindungen, seinen Frust, den Ärger mit dem Hirten, die Verbitterung. Bleiben oder gehen?…
Die Dolomiten gelten nicht nur dem Südtiroler Reinhold Messner als die schönsten Berge der Welt. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden die bleichen Berge von Geologen und Mineralogen vermessen und erforscht, von Bergsteigern und Bergsteigerinnen bestiegen und erklettert, von Schriftstellern und Reise-Autorinnen beschrieben, von Malern und Fotografen abgebildet. Ingrid Runggaldier hat in dem dicken Buch „Gezahnt wie der Kiefer eines Alligators“ Zitate berühmter und weniger berühmter Dolomiten-Reisender versammelt und nimmt die Lesenden mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen der Dolomiten-Erschließung. Bergsteiger und Schriftsteller Dabei begegnen sie nicht nur dem Namensgeber Déodat Guy Sylvain Trancrède Gratet de Dolomieu oder berühmten Bergsteigern wie Paul Preuss, sondern auch Schriftstellern wie Arthur Schnitzler, Robert Musil oder Ernest Hemingway. Vor allem aber treffen sie unternehmungslustige Frauen wie die Britin Amelia Edwards, die ihre Erlebnisse in einem Buch über Wege in den Dolomiten beschrieb. Mutige Gipfelstürmerinnern Diese oft vernachlässigten „Lady travellers“ holt Ingrid Runggaldier aus ihrem Schattendasein. Und so liest man staunend, wie mutig sich schon vor 150 Jahren Frauen den Strapazen von Bergüberquerungen stellten – aus eigener Kraft, wie die Pionierin Jeanne Immink betonte: „Da weibliche Berggymnasten nach einer schwierigen Tour leider nur zu oft verleumdet werden, so möchte ich bemerken, dass ich an…
Überwältigende Natur kennt der Mensch von heute nur mehr, wenn er hinausgeht aus den Dörfern und Städten, hinauf auf die Berge, hinein in den Wald, wenn er dem Flusslauf folgt oder einem Pilgerweg. Doch das Erlebnis der Natur ist für viele Zivilisationsgeschädigte heilsam. Der Bildband „Mystische Orte in Südtirol“ lädt dazu ein, die Natur in ihrer Ursprünglichkeit neu zu entdecken und an Kultstätten, auf Pilgerpfaden oder auf einem Berg die eigene Mitte wieder zu finden. Mystische Nebel, geheimnisvolles Dunkel Der Fotograf Martin Ruepp hat dazu Kult- und Kraftplätze in Südtirol porträtiert, oft in mystische Nebel oder geheimnisvolles Dunkel gehüllt. Die Musiktherapeutin Astrid Amico, die sich schon seit vielen Jahren mit Meditation befasst, beschreibt in ihren Texten solche Orte, berichtet von den Hintergründen, erzählt alte Sagen, schreibt über das Gedächtnis der Natur und die wieder entdeckte „Kunst der Geomantie“, die sich mit den Kräften der Erde befasst. Zitate von Rilke bis Blake Es ist schon ziemlich viel Esoterik im Spiel, etwa, wenn die Autorin davon erzählt, wie sie auf die Antwort eines Steins wartet. Aber immer wieder verlocken die geheimnisvollen Aufnahmen dazu, sich doch in die Texte zu vertiefen oder sich Gedanken zu machen über die Zitate von Rilke bis Proust,…