Zwei Großmütter erobern die Welt
Reisebücher , Rezensionen / 26. Mai 2026

Sieben Kontinente und zehn Weltwunder in 80 Tagen zu bereisen ist schon eine Herausforderung. Erst recht für zwei Frauen, die zu ihrem 80. Geburtstag auf die Idee kamen, sich auf die Spuren von Jules Verne und Phileas Fogg zu begeben. Corona machte Eleanor Hamby und Sandra Hazelip einen Strich durch die Rechnung. Aber schon ein Jahr später brachen die beiden Freundinnen dann doch zu ihrem größten Abenteuer auf und setzten damit neue Maßstäbe für Reisen im Alter: “Eine Weltumrundung”, schreiben sie selbstsicher in ihrem Buch “The Traveling Nanas”, “war das eindeutige Gegenteil von den Rollatortouren zweier buckliger alter Ladys”. Jenseits der Alters-Klischees Tatsächlich sind Ellie, die Fotografin, und Sandy, die Ärztin, in vielem das Gegenteil beliebter Klischees über tattrige Seniorinnen. Selbstbewusst gehen die beiden engen Freundinnen ihren großen Plan an, wenn möglich den Zug statt das Flugzeug zu wählen und in ortsüblichen Unterkünften den Menschen und der Kultur der jeweiligen Länder nahe zu kommen. Dazu muss man wissen, dass Ellie und Sandy über die Zambia Medical Mission und auf weiten Reisen mit ihren Männern schon einige Auslandserfahrung gesammelt hatten. Für die befreundeten Witwen war die Weltumrundung aber eine neue Erfahrung. Wobei beide mit großer Neugierde, viel Optimismus und ebenso viel…

Wilde Wut
Reisebücher , Rezensionen / 26. Mai 2026

„Wasser.Felsen.Wut“ heißt das Buch von Sara Pütter, in dem sie ihren Weg zu sich in Kanadas Wildnis beschreibt. Wie so viele junge Menschen fühlte sich Sara eingeengt in den gesellschaftlichen Regeln. Sie wollte eine Vergangenheit zurücklassen, die sie für ihre Unzufriedenheit und ihre latente Wut verantwortlich machte. Der Unfalltod ihrer Schwester und der Zerfall der Familie hatten tiefe Narben hinterlassen. Sara fühlt sich ungeliebt, scheitert an den Ansprüchen des Berufslebens. Aufbruch in die Wildnis Sie ist fest entschlossen, etwas daran zu ändern – auf einer Reise zu sich selbst. Das Ziel Kanada erfüllt zunächst alle Wunschvorstellungen, ändert aber kaum etwas an der seelischen Verfassung der jungen Frau. Doch dann bekommt sie ein Angebot, dem sie nicht widerstehen kann und will: Der charismatische, doppelt so alte Jack bietet ihr an, ihn und seinen Neffen zu einem Jagdabenteuer in die menschenleere Wildnis British Columbias zu begleiten. Unberechenbare Natur Gemeinsam mit den beiden Männern quält sie sich durch Fels und Eis, kämpft sich mit dem Kanu durch tosende Flüsse und taucht ein in eine archaische Welt jenseits aller menschlichen Regeln. Die Natur ist so umwerfend wie unberechenbar. Auch das Miteinander wird zur Zerreißprobe. Sara fühlt sich Jack ausgeliefert, ist hin- und hergerissen zwischen…

In Ruhe reisen
Reisebücher , Rezensionen / 26. Mai 2026

Endlich Ruhestand und dann? Bleibt das Fernweh oder ist man reisesatt? Und reicht die Rente überhaupt für große Sprünge auf Reisen? Weil viele der heutigen Ruheständler auch im Alter gern auf Reisen gehen, gibt es jetzt eine „Bucketlist für den Ruhestand“ mit den „50 besten Reisezielen weltweit“. Wer also nach dem letzten Arbeitstag schon die nächste Reise plant und bei all den Möglichkeiten den Überblick verliert, kann sich hier Inspiration holen. Nah dran am Ziel Die Tipps führen in die weite Welt – nach Patagonien oder Neuseeland etwa. Aber es sind auch 15 Ziele in Deutschland, Österreich und der Schweiz dabei, für alle, die im Alter nicht mehr in ein Flugzeug steigen wollen. Ob in Ostfriesland oder im Allgäu, im Harz oder im Engadin, am Vierwaldstätter See oder in der Lüneburger Heide – es locken Entspannung oder auch die Entdeckung besonders schöner Natur. Dazu gibt es jeweils sechs besondere Tipps dazu, was man machen kann oder anschauen soll. Einladendes Europa Darf es etwas weiter weg sein? Dann kommen die 25 Europa-Ziele infrage: Island etwa für die Abenteurer unter den Älteren, das Baltikum oder Cornwall zum Entspannen, Amsterdam oder Paris für alle, die gerne in Weltstädten bummeln gehen. Ob sich die…

Wie das Sams zu den Olchis kommt
Kinderbücher , Rezensionen / 20. Mai 2026

Die Olchis sind klein, grün und schmuddelig. Oma,  Opa, Papa, Mama und die drei Kinder leben auf der Müllkippe von Schmuddelfing. Da finden sie alles, was sie mögen und gern essen. Schuhsohlen, Stinkerbrühe, Sockensuppe, Schlammsauce… Das Sams sieht mit seinen Froschfüßen und der Rüsselnase zwar auch anders aus als „normale“ Kinder und es isst auch mal Stuhlbeine. Am liebsten aber mag es Würtchen mit viel Senf. Doppelter Spaß Aber wie kommen die Olchis und das Sams zusammen? Ganz einfach, indem Erhard Dietl und Paul Maar zusammen ein Buch schreiben – eine Super-Idee zum 80. Geburtstag des Oetinger Verlags, für den beide Autoren arbeiten. „Die kaputte Wunschmaschine“ heißt das gemeinsame Produkt, das gleich doppelten Spaß verspricht. Wohin mit den Wünschen? Gleich zu Anfang  kommt der Erfinder Bruno Brausewein ins Spiel. Denn Herr Taschenbier und das Sams haben noch lange nicht genug mit ihren Wünschen. Herr Taschenbier hat sogar alle Wunschpunkte, die das Sams normalerweise im Gesicht trägt, weggewünscht. Und jetzt ist auch noch die Wunschmaschine kaputt. Die soll Herr Brausewein reparieren. Das Verjüngungselixier Der doktert gerade an einer neuen Erfindung herum, einem Verjüngungselixier. Und während die beiden Männer über das kaputte Teil der alten Wunschmaschine fachsimpeln, will Sams seinen Papa mit…

Zeitreise im alten Rom
Kinderbücher , Rezensionen / 18. Mai 2026

Bald sind Ferien, dann geht es für viele Familien auf Urlaubsreise. Zum Beispiel nach Italien. Und da gibt es auch für die Kinder viel zu sehen, etwa in Rom. Mit dem Comic „Mythen, Götter und Gladiatoren im Alten Rom“ können sie auf Zeitreise gehen und bekommen dabei ganz nebenbei eine Menge spannender Einblicke in die Welt der römischen Götter oder in die Schöpfungsgeschichte. Verrückte Kaiser Die Graphic Novel vom englischen Kinderbuchautor Stephen Davies und dem Illustrator Laurie Avon erzählt die berühmtesten Geschichten der römischen Antike neu, spannend und mit einem Augenzwinkern. Dass die römischen Kaiser nicht alle gut und weise waren, kann man sich denken. Ein paar waren sogar total verrückt. Caligula zum Beispiel soll sich in den Mond verliebt haben. Und Commodus siegte wohl nur in sagenhaften 735 Gladiatorenkämpfen, weil keiner wagte, ihn anzugreifen. Zurück zu Romulus und Remus Ein paar literarische Freiheiten erlauben sich Davies und Avon vor allem bei den Sagen. Schließlich soll es Spaß machen, Romulus und Remus bis zur Gründung Roms zu folgen oder den Zyklopen Polyphem kennenzulernen, der auch Odysseus gern als Leckerbissen verzehrt hätte. Legendäre Paar-Geschichten Das legendäre Liebespaar Philemon und Baucis hat im Comic ebenso einen Auftritt wie das weniger glückliche Paar…

König Fußball und sein Reich
Reisebücher , Rezensionen / 18. Mai 2026

Natürlich gehört Beckenbauers Bolzplatz in München Giesing zu den Verrückten Fußball-Orten, die Marco Polo in der Reihe „Guck mal“ vorstellt. Ebenso wie das Fritz Walter Stadion in Kaiserslautern, das Maracanã-Stadion in Rio oder die Maradona Murals in Neapel. Legendäre Orte. Und im Jahr der Fußball-WM, die vom 11. Juni bis zum 17. Juli in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, ist das Interesse der Fans an Fußballorten natürlich besonders groß. WM Eröffnung und Finale Da darf das Aztekenstadion in Mexico City nicht fehlen. Denn hier findet das Eröffnungsspiel statt. Auch nicht das Metlife Stadium in New Jersey/New York, wo das Finale geplant ist. Aber die Fußballwelt ist ja groß und steckt voller Geschichten. Fußball auf der Höhe Wer weiß schon, dass Diego Maradona sein erstes Spiel in Europa in Meppen absolvierte, im Dress des FC Barcelona? Der Sportreporter Lars Sittig hat in dem „Reiseführer für Neugierige“ nicht nur legendäre Fussball-Orte versammelt. Auch Orte, die eine besondere Lage auszeichnet, sind dabei: Deutschlands entlegenstes Stadion auf Helgoland. Der höchstgelegene Sportplatz Europas in Gspon in der Schweiz. Der Ko Panyi Floating Pitch in Thailand – tatsächlich ein schwimmender Fußballplatz. Buckelpiste statt Rasen Es gibt noch mehr Kuriositäten in dem Guide. Das Atatürk Spor…

Bis ans Ende der Welt
Rezensionen , Romane / 10. Mai 2026

In seinem dritten Roman „Bis die Bären tanzen“ greift der Schweizer Autor Michael Hugentobler auch auf die eigene Familiengeschichte zurück. Im Roman geht es um vier Geschwister, die es in der Zwischenkriegszeit in die halbe Welt verschlägt – von der Schweiz und Nazideutschland bis nach Brasilien und Australien. Sie heißen Belle, Elfie, Cob und Anne und ihr Leben ist so unterschiedlich wie ihr Charakter. Die Hüterin der Geheimnisse Belle ist verliebt in den Nachbarsjungen Baron und träumt von einer Hochzeit, bis er ihr von der Schwangerschaft seiner Frau schreibt.  Die Enttäuschung treibt sie bis in den brasilianischen Urwald. Anne liest sich in die Anarchistenszene ein, scheitert mit einem Attentatsversuch in Australien und kommt unverhofft zu einem Adoptivsohn. Cob verlässt die Familie als erster, als sein vom Krieg traumatisierter Vater die Waffe auf ihn richtet. Statt Turnlehrer zu werden, tourt er mit einem Zirkus und einer unzuverlässigen Geliebten durch Nazideutschland. Und Elfie? Die zarte Schönheit landet in einem Sanatorium in den Bergen, empfängt von allen Geschwistern Briefe und hütet deren Geheimnisse. Die wichtigsten Themen Denn die Geschwister wissen nur wenig von einander und verheimlichen vieles, was oft nur die „Mamme“ weiß, die vergeblich versucht, ihre verstreute Familie zusammenzuhalten. Der in drei…

Wochenend und Sonnenschein
Reisebücher , Rezensionen / 5. Mai 2026

Reisen wird teurer, die durch die Decke gehenden Flugpreise sind Gift für Fernreisen. Dann doch lieber Europa. Auch hier gibt‘s viel zu sehen – und das in kurzer Zeit. 52 Ziele in Europa, gegliedert nach den Jahreszeiten, stellt der Band „Have a happy weekend“ vor. Und macht schon mit den Fotos Appetit auf neue Erfahrungen. Gleich zu Beginn präsentieren sich Budapest, Edinburgh und Innsbruck von ihrer Sonnenseite. In der Hauptsache Städte Die meisten Ziele, die der Verlag fürs Wochenende vorschlägt, sind denn auch Städte – von A wie Amsterdam bis W wie Wien. Kein Wunder, bieten doch Städte viel Sehens- und Erlebenswertes auf relativ kleinem Raum, und sie lassen sich in kurzer Zeit erkunden. Dazu liefert das Buch jede Menge Insider-Tipps, wobei nicht alle ganz auf der Höhe der Zeit zu sein scheinen. Die Surfwelle in München ist derzeit jedenfalls „außer Betrieb“, und am Strand von Saint Tropez wird man Brigitte Bardot nicht mehr begegnen – es sei denn ihrem Geist. Überraschende Einblicke Aber viele Tipps versprechen interessante Erfahrungen wie der Besuch in Kopenhagen zur Zeit des „Kobenhavns Karneval“ – nicht im Februar sondern zu Pfingsten. Ein Abstecher zu „Fred und Ginger“, dem Tanzenden Haus von Frank O. Gehry in…

Lernen vom Fehlerteufelchen
Kinderbücher , Rezensionen / 27. April 2026

„In jeter Schrundgule wohnt ein Fehlerdeufelchen“, erklärt das Fehlerteufelchen den Kindern Theo und Tina. Und das Klugscheisserchen, das man inzwischen vom Vorgängerbuch schon kennt, ist sprachlos, weil schockverliebt. Ganz schön viel Chaos Kennengelernt haben sich die beiden Winzlinge in der Schule. Denn Tina hat das Klugscheisserchen in ihrem Schulrucksack eingeschmuggelt. Beim Test in Naturwissenschaft ist das ganz hilfreich. Aber dann kommt das Fehlerteufelchen dazwischen und richtet unter den Schulkindern ganz schön viel Chaos an. Im Gegensatz zum Klugscheisserchen erzählt es nämlich nur Blödsinn, vertauscht die Buchstaben und rechnet falsch. Als das Klugscheisserchen das Fehlerteufelchen korrigiert, wird es fuchsteufelswild: „Kome ich zu dir hachnause und lasse dort alle Fähler machen“, fragt es aufgebracht. Gegensätze ziehen sich an Darauf kann das Klugscheisserchen nur mit einer Einladung reagieren. Und so nehmen die Kinder die beiden Winzlinge mit zu sich nach Hause. Tina erklärt dem Fehlerteufelchen, dass es das Klugscheisserchen falsch verstanden hat: „Es macht ihm ja Spaß,andere zu korrigieren. Deswegen ist das Letzte, was das Klugscheisserchen möchte, dass du dich änderst.“ Schließlich heißt es ja auch: Gegensätze ziehen sich an.  Und wirklich passen die beiden so unterschiedlichen Winzlinge so gut zusammen, dass sie sich schon bald zu einem Rendezvous treffen. Schöne Aussichten „Stell…

Süße Früchte im Pfarrgarten
Rezensionen , Romane / 27. April 2026

Martina Bogdahn, 1976 in Weißenburg geboren, hat etwas geschafft, was nur wenigen gelingt. Ihr Debut „Mühlensommer“ schnellte von Null auf Bestsellerniveau. Nun legt die 50-Jährige mit „Mirabellentage“ nach. Und wieder erzählt sie mit viel Empathie und Humor vom Leben im fiktiven Blumfeld, das an den fränkischen Ort angelehnt ist, in dem Bogdahn aufwuchs. Diesmal steht die Pfarrhaushälterin Anna Nass im Mittelpunkt. Nach dem Tod des Pfarrers, den sie seit ihrer Kindheit kannte, droht ihr Leben aus dem Takt zu geraten. Der Neue aus dem Norden Die 54-jährige Anna muss schauen, was sie mit dem Rest ihres Lebens machen will. Bisher hat ihre Rolle als Pfarrhaushälterin nicht hinterfragt, sie hatte sich an das harmonische Zusammenleben mit dem Schulfreund Josef im Pfarrhaus gewöhnt. Aber kaum ist er tot, steht schon ein neuer Pfarrer auf der Matte, jung, blond und aus dem hohen Norden. Seine Sprache, fürchtet Anna, würden die Dörfler nicht verstehen. Italienisch aus dem Kochbuch Wie soll er da den Verstorbenen dezent unter die Erde bringen? Kurzerhand beschließt Anna, dass Fridjof sich ins Italienische retten könnte – mittels ihres italienischen Kochbuchs. Denn in Blumfeld, da ist sie sicher, spricht niemand italienisch. Und so lauschen die Dörfler hingerissen den italienischen Tönen aus…