„Einfach mitten hinein in das Lebensgefühl der Stadt!“ wollen die neuen DUMONT Direkt Reiseführer. Die Reihe setzt auf Individualität statt Mainstream, auf entschleunigtes Entdecken statt reiner Faktenfülle. Die Nummer zwei unter den Kompaktreiseführern präsentiert sich 2026 grundlegend erneuert – in Gestaltung, Struktur und inhaltlicher Ausrichtung. Runderneuerte Städteführer Das zeigt sich schon am Cover mit dem verschlungenen Wegemotiv, das schon auf die 15 Direktkapitel hinweist. 30 Stadtbände sind schon auf dem Markt, darunter Amsterdam, New York, Paris und Rom. Aber auch kleinere und nicht weniger attraktive Städte wie Leipzig, Salzburg oder Triest. Informative Doppelseite Typisch für alle Bände ist die neue Doppelseite „Direkt ankommen“ mit praktischen Tipps. Auf dem ebenfalls doppelseitigen Kompass finden sich die passenden Seitenzahlen. Auch die Quartierpläne auf den Seiten sind mit den Buchinhalten verknüpft, ebenso der faltbare Stadtplan. Auf gerade mal 120 Seiten finden sich hier die wichtigsten Informationen, Anregungen und Tipps für einen anregenden und aufregenden Städtetrip. Viel Insiderwissen Zum Beispiel Triest: Annette Krus Bonnaza mag nach eigenen Worten die „alltagscharmante“ Stadt mit dem multikulturellen Flair, Europas größtem Stadtplatz am Meer, den wildromantischen Felsenbuchten und den an Wien erinnernden Kaffeehäusern. Folgt man ihr auf die 15 Wege, bekommt man einiges an Insiderwissen geboten. Etwa über den…
Dass sich Nicola Förg im Schlusswort zu ihrem informativen Buch „Landwissen“ selbst als „Bauerntrampel am Alpenrand“ bezeichnet, kann man getrost unter dem Etikett Koketterie abspeichern. Die Reisejournalistin und engagierte Tierfreundin hat sich längst als Krimi-Autorin einen Namen gemacht. Dass sie als Landei wieder auf dem Land lebt, verschafft ihr allerdings den unschätzbaren Vorteil, die Auswüchse der Freizeitindustrie vor der Haustür beobachten zu können. Selfie-Unkultur Daher also ein Knigge für alle, die in der Natur unterwegs sind. Mit vielen Anregungen zum guten Umgang mit Flora und Fauna und viel Kritik an der heutigen Selfie-Unkultur. Aus gutem Grund. Denn immer mehr Menschen überrennen rücksichtslos sensible Naturlandschaften in den Alpen und hinterlassen Müll und Schlimmeres. Sie parken auf Privatgrund, auf Wiesen und Forstwegen, verschrecken Wildtiere in den Wäldern und Rinder auf ihren Weiden. Sie zertrampeln ahnungslos kleine Biotope, die für den Fortbestand von Insekten überlebenswichtig sind. Zumutungen für die Tiere Nicola Förg schreibt mit viel Herzblut über Mistkäfer und Murmeltier, über Geier und Gämsen. Den Trend, draußen zu übernachten sieht sie ebenso kritisch wie Nachtwandern. Nicht einmal nachts könnten sich die Tiere in ihrem natürlich Habitat sicher fühlen, ärgert sich die Tierfreundin. Und zählt auf, was untertags schon eine Zumutung für Wildtiere ist:…
Waisenkind von Galit Dahan Carlibach ist ein widerspenstiger Roman, den man sich erst erschließen muss, ehe er einen Sog entwickelt, dem man sich kaum entziehen kann. Die israelische Autorin ist in Sderot, Aschdod und Jerusalem aufgewachsen und kennt das Land von innen. Ihr Roman Waisenkind ist auch ein Porträt dieser sehr zwiespältigen Gesellschaft. Schlimme Erfahrungen Die junge, rothaarige Avital wächst in mehr als prekären Verhältnissen auf dem Land bei den Großeltern auf. Keine gute Ausgangsbasis: Die Großmutter ist Alkoholikerin, der Großvater pädophil. Kein Wunder, dass Avital da Reißaus nimmt. Allerdings schlittert das junge Mädchen auf der Suche nach ihrem unbekannten Vater von einem Desaster ins nächste, wird missbraucht und alkoholabhängig. Große Veränderung Erstaunlich , wie resilient Avital trotz aller Rückschläge ist. Das liegt womöglich auch an den wenigen Menschen – in dem Fall vorwiegend Männern – die ihr ohne Hintergedanken helfen. Und dann tritt der alte, reiche Achituv in ihr Leben, und von einem Tag auf den anderen ändert sich alles. Suche nach dem Vater Klingt schon nach happy end? Doch das ist es nicht. Denn da kommt Ramon dazwischen, der charismatische, rothaarige Mann von Achituvs Tochter. Das muss ihr lang ersehnter „Lear“ sein, glaubt Avital. Lear, so nennt sie…
Die Welt ist voller Wunder. Manche können wir schon vor der Haustür entdecken, andere nur, wenn wir in weit entfernte Gegenden reisen. Es genügt schon ein Blick in den Sternenhimmel, um die Schönheit unseres Universums zu erkennen. Erst recht, wenn ein Supermond zu sehen ist. In dem wunderschönen Bilder-Buch „Supermond und Kugelblitz“ finden sich noch viele außergewöhnliche Naturphänomene – nicht nur am Himmel. Scheinsonnen und Elmsfeuer Aber der steckt voller Überraschungen und rätselhafter Ereignisse. Da gibt es Scheinsonnen und Sonnenwinde, ja sogar Nebensonnen. Und dann wären da noch so seltene Dinge wie Elmsfeuer und Kugelblitze, Wolkenwellen und Blutschnee. Doch zurück zur Erde, die nicht weniger Spektakuläres bietet: Unterirdische Flüsse, Lavaseen, gigantische Höhlensysteme, Vulkane und bizarre Felsformationen. Und dann die Pflanzenwelt: Über 100 Meter hohe und uralte Bäume. Pflanzen, die nur einmal in 100 Jahren blühen, fleischfressende Pflanzen und leuchtende Pilze. Mischwesen und Wanderlibellen Natürlich kann auch die Tierwelt mit seltsamen Geschichten aufwarten. Im Jahr 2005 etwa fielen in Serbien tausende lebender Frösche vom Himmel. Auch Kaulquappen hat es schon geregnet und Würmer. Es gibt Mischwesen wie den Nartuga, eine Kreuzung zwischen Beluga und Narwal. Und immer mehr Tiere teilen sich den kleiner werdenden Lebensraum, so dass Grizzly-Bären sich mit Eisbären…
Daniel Faßbender war Seemann und wäre selbst gern Profisurfer geworden. Jetzt hat der Nachrichtenredakteur und Autor („Die weltbeste Geschichte vom Fallen“) mit „Heaven‘s Gate“ sein Debüt als Krimiautor gegeben. Im Zentrum steht ein abgehalfteter Surfer, der wider Willen zum Detektiv wird. Der Anti-Held und die Welle Dabei bedient sich Fassbender ziemlich großzügig bei Vertretern des Hardboiled-Genres wie Raymond Chandler. Sein Caruso ist ein echter Anti-Held, versoffen und oft verpeilt. Ein Tagträumer, den es auf der kleinen Philippinen-Insel Surogao ins Zentrum einer gigantischen Korruptionsaffäre spült. In dieser Monsterwelle, die tödlicher ist als die namensgebende „Heaven‘s Gate Welle“ droht der wankelmütige Caruso unterzugehen. Wilder Westen auf der Insel Dabei hat er sich doch nur von einer schönen und reichen Spanierin dazu anheuern lassen, ihren verlorenen Sohn zu suchen. Der verwöhnte und gelangweilte Juan wollte wohl auf der Insel beim Drogenschmuggel mitmischen und hat in ein Wespennest gestochen. Denn auf der Insel herrscht „Wilder Westen“, wie Juans Vater Diego, der gerade erst aus dem Knast entlassen wurde, weiß: „Die Mexikaner mischen ganz sicher mit, die Chinesen sowieso, und dann noch lokale Gruppen.“ Skrupellose Feinde Diego ist nicht nur schlau, sondern auch stark. Und Stärke kann Caruso wirklich brauchen. Denn auf der Suche nach…
So schnell kann‘s gehen: Nach dem Abi ist der eher introvertierte Daniel auf der Suche nach seinem Platz im Leben. Er zweifelt, sieht sich umzingelt von Fake Nachrichten und falschen Freunden. Und dann fällt ausgerechnet er auf den Nazi Steffen herein. Heimat Sonnenhof Denn dieser Steffen kommt bei seinen Mails empathisch rüber, zugewandt. Daniel lässt sich überreden, auf den abgelegenen Sonnenhof zu kommen, wo Steffen mit seiner Frau und den Zwillingen Freya und Gerold lebt. Möglichst autark, wie er Daniel erklärt. Der Sonnenhof soll zur Heimat der Familie werden. Das Wort Heimat triggert Daniel, aber bei Steffen klingt es für ihn völlig natürlich. Oberflächliche Kontakte Von Mal zu Mal fühlt er sich auf dem Sonnenhof mehr zuhause. Mit Mutter und Schwester hat er ohnehin nur sporadischen Kontakt, mit dem Vater und dessen neuer Frau noch weniger. Und zu den Mitbewohner der WG, Luise und Roberto, ist das Verhältnis eher oberflächlich. Obwohl ihn Lu, wie er Luise nennt, fasziniert. Er fühlt sich angezogen von der Lebenslust der jungen Frau, von ihrer Spontaneität. Wachsende Zweifel Aber Lu macht es ihm nicht leicht, sie zu durchschauen. Auch aus Frust wendet er sich noch mehr dem Sonnenhof zu. Doch dann taucht da Katharinas Bruder…
In seinem ersten Buch für Kinder, Alexander, geht Ferdinand von Schirach den Prinzipien des Zusammenlebens auf den Grund. Gerechte Gesetze sollen dabei helfen, in Frieden miteinander zu leben. Nur, was sind gerechte Gesetze? Der Hoffnungsträger Klären soll das der kleine Alexander. Das jedenfalls schlägt der dicke Fischhändler vor. Er ist der beste Freund Alexanders, dessen Vater in einem ungewollten Krieg gefallen ist. Nach einigen Fehlversuchen kommen die Menschen des Städtchens Kalliste überein, den Knaben auf Reisen zu schicken, um von Weisen Antworten auf ihre Fragen einzufordern. Die Weisen Und so macht sich der Junge auf den Weg und trifft dabei die unterschiedlichsten Gesprächspartner, darunter einen Winzer, einen Modeschöpfer, ein ungewöhnliches Orakel, streitlustige Zwillinge und eine Leserin. Von jedem und jeder kann Alexander etwas lernen, und am Ende bringt ihn ein ungewöhnliches Pferd gerade noch rechtzeitig zurück nach Kalliste, um einen neuen Krieg zu verhindern. Lehren fürs Leben Das Büchlein, zu dem Ferdinand von Schirach selbst die Skizzen gezeichnet hat, erinnert in vielem an den Kleinen Prinzen. Wie dieser ist Alexander ein wissbegieriges Kind, das auf seiner Reise Antworten auf existenzielle Fragen bekommt. Und wie Saint Exupéry nutzt Schirach den Jungen dazu, philosophische Gedanken verständlich zu formulieren. „Das Leben kann nur…
Könnte es so gewesen sein, in Oberammergau vor fast 400 Jahren? 1633, als das erste Passionsspiel stattfand? Robert Löhr hat sich in seinem Roman „Oberammergau“ hineingedacht in die damalige Zeit, als das schwer von der Pest betroffene Dorf seine Hoffnung in einen Eid setzte, der bis heute gilt: Nehme Gott diese Heimsuchung vom Dorf, wolle man die Passion Christi spielen – bis zum Ende der Zeit. Das gespaltene Dorf Robert Löhr hat sich intensiv hineingedacht in die Zeit, als Oberammergau ein Dorf am Ende der Welt war, arm und abgelegen. Als Kriege und Pest wüteten und die Menschen in Angst und Schrecken versetzten. Vielen half der Glaube an ein besseres Jenseits, andere lehnten sich auf gegen einen Gott, der das irdische Elend zuließ. Löhr schildert eine gespaltene Dorfgemeinschaft, skizziert Menschen, die vom Schicksal – oder von der überstandenen Pest – gezeichnet sind. Es geht um Macht und Aberglauben, um Feindschaft und Liebe, um Intrigen und Heuchelei. Mächtige Gegner In dieses Wespennest kommt der junge Pfarrer Johannes und sieht sich alsbald mit der Verwirklichung des Passionsversprechens überfordert. Ihm fehlen die Worte, um das Stück lebendig werden zu lassen. Ihm fehlen die Akteure, die Kulissen, die Kostüme. Und doch packt ihn der…
Nicola Förg ist nicht nur Krimi-Autorin, sondern auch Reisejournalistin. Da liegt es nahe, dass sie ihre Reise-Erfahrungen auch in ihren Krimis einbringt. In „Schroffe Klippen“ geht es für Irmi Mangold nach Irland. Dabei ist Irmi ja eigentlich im Ruhestand. Aber ihre Mitbewohnerin Louise setzt auf die legendäre Spürnase der Ex-Kommissarin, um den mysteriösen Tod der jungen Anja aufzuklären. Doch kein Selbstmord? Anja war mit Louises Tochter Babsie befreundet, und die glaubt nicht an den Selbstmord ihrer Freundin. Louise muss Irmi nicht lange überreden, sich um den Fall zu kümmern. Zumal es gerade in der Beziehung zum abwesenden Lebensgefährten kriselt. Für die Lesenden ist das Ganze am Anfang allerdings schon etwas sehr konstruiert. Das legt sich im Lauf der „Ermittlungen“, bei denen wieder Student Malcolm eine wichtige Rolle spielt. Die verschwundene Tochter Die beiden „Laien-Ermittler“ sind schnell mittendrin in diesem Kriminalfall. Anja hatte als Remote Workerin für ein Pharmaunternehmen gearbeitet und mit ihren beiden Teenager-Kinder Kilian und Kim in einem Luxus-Wohnwagen gelebt. Nach ihrem Tod – sie war am Fuß der Klippen gefunden worden – war Kim verschwunden. Der Vater hatte Kilian mit zurück nach Deutschland genommen. Die Greyhound-Mafia Irmi und Malcolm machen sich also auch auf die Suche nach der…
„Wo Züge sind, da sind auch (meistens) Geschichten“, scheibt Tom Chesshyre in seinem Reisebericht „Bummelzug nach Istanbul“. Diese Geschichten waren mit ein Grund dafür, dass der Journalist mit Freund Danny per Interrail durch Europa fuhr – auf den Spuren des berühmten Orient-Express. Allerdings nicht auf die luxuriöse Tour, sondern „auf eine Art und Weise, die signifikant weniger angeberisch war (und deutlich preiswerter)“. Jeder Tag ein Anfang Der Freund ist für zwei Wochen mit von der Partie, den Rückweg von Istanbul tritt Tom Chesshyre allein an. Im Buch zeichnet er die Reise minutiös nach, erzählt alte Geschichten aus dem Orient-Express, der nicht nur Agatha Christie zu Krimis inspiriert hat, sondern auch Graham Greene. Und natürlich erleben die beiden „mittelalten Männer“ bei ihrer Tour d‘Europe auch neue Geschichten. „Es ist, als würde man jeden Tag eine neue Seite aufschlagen“, stellt Freund Danny fest: „Jeder Tag ist wie ein neuer Anfang.“ Fremde Europäische Union Über Nürnberg, das den beiden Reisenden wegen der NS-Geschichte vor allem „bizarr“ erscheint, und Wien geht es weiter in den Osten des Kontinents. Dabei stolpern sie auch noch über die Kulturhauptstadt des Jahres 2023, Timisoara. Vor allem aber wundern sie sich, wie anders als im Westen es hier überall…