Gemeinsam stark
Reisebücher , Rezensionen / 10. Februar 2026

„Die Reise unseres Lebens“, so auch der Titel ihres Buches, war für Alexander Källner und Lovis Wiefelspütz die gemeinsame einjährige Weltreise. Das liegt auch daran, dass Alex „körperlich behindert“ ist, wie er selbst schreibt, und deshalb auf Hilfe angewiesen. Die bekommt er auf der Reise von seinem besten Freund Lovis, der mit AHDS zu kämpfen hat. In ihrem Buch beschreiben sie abwechselnd ihre Reise-Erfahrungen, aber auch den nicht ganz leichten gemeinsamen Alltag. Ein Balanceakt Lovis ahnt, dass „diese Reise ein Balanceakt werden wird zwischen dem, was Alex und ich wollen und dem, was wir schaffen können“. Er attestiert dem Freund „an liebenswerten Größenwahn grenzende Ideen“, weiß aber auch „diese Reise ist für mich bereits vor dem ersten Tag eine Reise zu mir selbst“. Hilfe leisten und annehmen Einfach ist das Ganze weder für Lovis, der Alex‘ körperliche Pflege übernehmen und ihn bei Barrieren unterstützen muss, noch für Alex, der diese Hilfe immer wieder annehmen muss, nicht. Es gibt Diskussionen, ja auch Streit – was die Freunde nicht verschweigen. Spontane Hilfsbereitschaft Aber die schönen, die unvergesslichen Reise-Erlebnisse überwiegen. Die vielen Freunde, die sie in aller Welt finden, die spontane Hilfsbereitschaft der Menschen, die Fremdheit und Schönheit der Reiseziele. Alexander Källner, der…

Wanderhäppchen in Nationalparks
Reisebücher , Rezensionen / 10. Februar 2026

Rund 4000 Nationalparks gibt es heute weltweit. Der erste war der Yellowstone-Nationalpark in den USA, der 1872 gegründet wurde. Die Idee, besonders schöne und unberührte Natur unter Schutz zu stellen, fand schnell weltweit Nachahmer. Mit dem Buch 500 Walks Nationalparks präsentiert Mary Caperton Morton Erlebniswanderungen weltweit als Appetithäppchen. Es müssen auch nicht immer anstrengende und lange Fußmärsche sein oder gefährliche Bergtouren, manche Nationalparks kann man auch bei entspannten Spaziergängen entdecken. Rim-Trail am Grand Canyon Der elf Kilometer Lake Louise Lakefront Trail in Kanada etwa ist sogar teilweise rollstuhlgeeignet. Das gilt auch für den spektakulären Rim-Trail im Grand Canyon Nationalpark, wo es Shuttlebusse ermöglichen, die 21 Kilometer lange Wanderung entlang der Abbruchkante der Grand Canyon Schlucht in Etappen zu machen. Leicht zu bewältigen ist auch der 1,7 Kilometer lange Volcano Trail in Costa Rica. Dagegen verlangt die Besteigung des 5897 Meter hohen Vulkans im Nationalpark Cotopaxi in Ecuador schon allein wegen der Höhe und der Gletscherwanderung Erfahrung, Ausdauer und Trittsicherheit. Herausforderung Watzmann Auch den 18 Kilometer langen Cliffs of Moher Coastal Walk im irischen Burren-Nationalpark entlang wandern will, muss sich auf eine mittelschwere Herausforderung gefasst machen und sollte schwindelfrei sein. Und die Watzmann-Tour im Nationalpark Berchtesgaden gilt schon wegen der Wegfindung…

Inselträume mit Odysseus
Reisebücher , Rezensionen / 28. Januar 2026

Oft sind Reisen eine Flucht aus dem Alltag. Das gilt auch für Laura Coffey. In ihrem Buch „Odysseus und ich“ beschreibt die Journalistin ihre Reisen auf den Spuren des „listenreichen“ Helden, die ihr dabei halfen, die Unbilden ihres traurigen Alltags hinter sich zu lassen. Der Vater krebskrank, der Geliebte eine Enttäuschung, dazu noch Corona und das Gefühl des Eingesperrtseins. Das Epos als Reiseführer Laura Coffey versucht, der deprimierenden Realität in ihrer Heimat Großbritannien zu entfliehen – in sonnigere Gefilde und mit einer Ausgabe der Odyssee. Das Buch wird für sie zum Reiseführer durch die Inselwelt des Mittelmeers und durch ihre Gefühlswelt. Wobei die Autorin sich einige Freiheiten herausnimmt, was die Inseln der Odyssee angeht. Sie hält sich dabei an die englische Übersetzung von Emily Wilson, die ihrerseits wenig Interesse zeigte, die „Welt des Epos auf der realen Landkarte zu verorten“. Helden und Mythen So kommt es, dass Laura Coffey mehr in italienischen Gewässern unterwegs ist als in griechischen. Sie bereist Sizilien und die liparischen Inseln und bezieht sich dabei immer wieder auf die griechische Götter- und Sagenwelt. „Mythen schaffen Sinn, zeigen uns, wie wir uns zurechtfinden wenn wir verloren und allein sind und überhaupt nicht mutig fühlen. Sie geben uns…

Pistenglück und Freeride-Spaß
Allgemein , Reisebücher , Rezensionen / 15. Januar 2026

Sie sind allesamt gute, wenn nicht sehr gute, Skifahrer: Christoph Schrahe, Thomas Biersack und Stefan Herbke mögen es rasant und lieben auch die Herausforderung. Das prägt auch die Neuauflage ihrer „111 Skipisten in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Südtirol, die man gefahren sein muss“. Traumpisten für Könner Viele Traumpisten für Kenner und Könner sind darunter wie die legendäre Kandahar in Crans Montana, deren Namen auf den britischen Feldmarschall Earl Roberts of Kandahar zurückgeht. Die Gletscherabfahrt Morteratsch bei St. Moritz, wo die spektakulären Eisskulpturen am Schwinden sind. Oder auch die Nebelhorn-Talabfahrt mit der schwarzen Piste im Zentrum. Freeriden mit Standfestigkeit Das ultimative Freeride-Erlebnis verspricht – allerdings nur nach Neuschnee – das Mittagstal an der Sella mit einer „furchterregenden Einfahrt. Auch die markierte Route Golden Power in Sportgastein fordert mit dem Steilhang „Golden Rush“ Standfestigkeit im Steilhang. Mehr Genuss Doch nicht alle müssen sich in Steilhänge stürzen: Selbst die gefürchtete Streif hat auch eine Familienabfahrt, die heikle Stellen umgeht. Und zu den schönsten Pistenvarianten am Gottesackerplateau des Ifen gehört die einfachste, die blaue Piste. Eher genussreich ist auch die neun Kilometer lange Armentarola-Abfahrt in den Dolomiten, die entlang gefrorener Wasserfälle und imposanter Felswände führt. Ganz ohne Schnee Auch jenseits der Alpen warten…

Europas unbekannter Osten
Reisebücher , Rezensionen / 10. Januar 2026

Mag sein, dass der Titel „Als ich gegen Stalin im Armdrücken gewann“ ein paar Leute mehr dazu bringt, das Buch von Fredy Gareis zu kaufen. Doch er lenkt in eine falsche Richtung. Die Reise des Autors von Nord nach Süd entlang „des neuen Eisernen Vorhangs“ ist nämlich so viel mehr als ein schnöder Reisebericht von den Hotspots der Selfie-Generation. Er ist eine in dieser Zeit aufrüttelnde und wichtige Lektion in Geschichte. Keine Lehren aus der Geschichte Denn was derzeit in der Ukraine passiert, war längst schon angelegt. Es hat sich immer wiederholt. Und dass trotz all der schlimmen Erfahrungen mit Deportation, Folter, Unterdrückung und Manipulation wieder viele Menschen von den Vorteilen autokratischer Regierungen schwafeln zeigt, wie geschichtsvergessen die Menschheit ist – auch bei uns. Der Dünger für neue Konflike Umso wichtiger ist ein Buch wie das des belesenen Fredy Gareis, das nicht als akademische Vorlesung daherkommt, sondern im Erzählmodus eines Reisenden, den man gern begleitet. Und sein Fazit sollte allen zu denken geben, die trotz der russischen Aggression und trotz des Zulaufs für rechtsradikale Parteien noch unbesorgt in die Zukunft schauen: „Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging und Europa blutend und geschunden am Boden lag, halfen ihr die Amerikaner…

Jane und wie sie die Welt sah
Reisebücher , Rezensionen / 28. Dezember 2025

Das Jane Austen Jahr geht bald zu Ende, aber wohl nicht der Hype um die englische Autorin, die heute mehr denn je gefeiert wird. Zu ihrer Zeit – sie wurde am 16. Dezember 1775 in Steventon geboren – hatte es die Tochter eines kunstsinnigen Pfarrers allerdings nicht ganz leicht, Anerkennung zu finden. Ihre ersten Bücher erschienen denn auch nicht unter ihrem Namen, sondern mit dem Hinweis „by a lady“. Bath und die Bälle Würde Jane Austen heute all die jungen Frauen sehen, die ihre Bücher lieben und die daraus entstandenen Filme oder auch die an Austens Welt angelehnte Netflix-Serie Bridgerton, sie würde sich wundern. Vielleicht würde sie sich auch über das Jane-Austen-Festival ausgerechnet im von ihre ungeliebten Bath freuen. Immerhin ging sie gern auf Bälle – und die gab’s im noblen Bath zuhauf. Bridgerton-Schauplätze Antje Gerstenecker hat sich auf die Spuren der Schriftstellerin begeben, aber in ihrem Buch auch die Bridgerton-Drehorte mit aufgenommen. Das ermöglicht es ihr, so manches Herrenhaus zu besichtigen oder auch das reizvolle Clovelly zu besuchen, ja sogar den Keira- Knightley-Felsen im Peak District aus der Verfilmung von „Stolz und Vorurteil“. Wo Jane Austen lebte Aber natürlich war Gerstenecker auch da, wo sich Jane Austens Leben abgespielt…

Rätselreise durch Raum und Zeit
Reisebücher , Rezensionen / 22. Dezember 2025

Da hat sich DuMont was Feines für die freien Tage über Weihnachten einfallen lassen: Fantastische Rätselreisen – Geschichten, Sudokos, Bilder- und Texträtsel, Quizfragen, Logeleien. Mit dem „Intergalaktischen Reisebüro“ geht‘s durch Raum und Zeit, zum Mond und wieder zurück. Und am Ende womöglich in eine Weltraum-Zukunft. Knifflige Aufgaben Über 200 Rätsel laden Freunde von Sputnik, Star Wars und Science Fiction dazu ein, ihre Kenntnisse zu Quantenphysik, Schwerkraft und Weltraum-Pionieren zu testen. Das kann ganz schön knifflig werden. Um Texte zu decodieren, aus einem Buchstabensalat Wörter zu formen oder um den Weg durch ein Labyrinth zu finden, braucht es Köpfchen, viel Allgemeinwissen und – hin und wieder – auch den Griff nach den Lösungen im hinteren Buchteil. Wie wär’s mit Klingonisch? Vielleicht hilft es aber auch, zusammen zu knobeln und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Auf der Reise durchs All begegnet man alten Bekannten wie Douglas Adams („Per Anhalter durch die Galaxis“), der Hündin Laika und Schrödingers Katze, ET und anderen Aliens, entdeckt neue Galaxien und alte Filme. Wer mag, kann sogar ein paar Brocken Klingonisch lernen. WA` heißt demnach „Gute Reise“ und die kann man allen wünschen, die sich über das Intergalaktische Reisebüro auf die  fantastische Rätselreise durchs Universum begeben. Info …

Wow-Momente in aller Welt
Reisebücher , Rezensionen / 21. Dezember 2025

Die Veranstalter wissen: Nur mit Hotel, Strand oder Pool sind die wenigsten Reisenden zufrieden zu stellen. Gefragt sind einmalige Erlebnisse, Wow-Momente, die man vielleicht nur einmal im Leben hat. Der Bildband „Jetzt. Hier. Perfekt“ widmet sich solchen außergewöhnlichen Momenten und hilft dabei, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Damit kommt er zum Jahresende genau richtig. Denn über die Weihnachtszeit planen viele ihre Reisen fürs kommende Jahr. Warum also nicht einmal, eine Reise rund um ein Erlebnis ins Auge fassen? Johannisfeuer und Indian Summer In dem schön illustrierten Band sind die unterschiedlichsten Wow-Momente versammelt. Manche haben religiöse Hintergründe wie die Semana Santa z.B. im spanischen Malaga, die Heilig-Blut-Prozession in Brügge, die Johannisfeuer in den bayerischen Alpen, aber auch das Holi-Fest im indischen Vrindovon oder der Tanz der Derwische im türkischen Konya. Andere kehren alljährlich mit den Jahreszeiten wieder: das japanische Kirschblütenfesten Hamani etwa, die Lavendelblüte in der Provence, der Indian Summer in Nordamerika, die Tulplenblüte im niederländischen Keukenhof. Karneval und Oktoberfest Auch der Karneval in Venedig oder in Rio, der Mardi Gras in New Orleans oder die Basler Fasnacht, der Viehabtrieb im Allgäu, das Oktoberfest in München oder das Naadam-Festival in der Mongolei sind solche wiederkehrenden Ereignisse, die sich…

Eisige Wunderwelten
Reisebücher , Rezensionen / 9. Dezember 2025

Eis in allen Formen und Farben ist die Leidenschaft des Regensburger Naturfotografen Stephan Fürnrohr. Um das Wesen des Eises auf Fotografien festzuhalten, ist ihm kein Weg zu weit, keine Anstrengung zu groß. Stephan Fürnrohr ist nach eigenem Geständnis „süchtig nach der Arktis“. Das Ergebnis dieser Sucht zeigt eindrucksvoll der großformatige Bildband „Vom Wesen des Eises“, zu dem der vielfach ausgezeichnete Autor und Mitbegründer der „Photographers Against Wildlife Crime“ Keith Wilson das Vorwort geschrieben hat. Der Lebenszyklus des Eises Besonders fasziniert ist Fürnrohr von der grönländischen Westküste, die er auf die unterschiedlichste Art und Weise erkundet hat. Dabei kam ihm die Idee einer Bildergeschichte über den Lebenszyklus des Eises – vom Entstehen über die im Meer treibenden Eisberge bis zu ihrem Vergehen „im Licht der Sonne des arktischen Sommers“. Fürnrohr legt Wert darauf, dass es sich bei allen Fotos im Bildband um „unmanipulierte Naturaufnahmen“ handelt – ohne die Hilfe künstlicher Intelligenz. Eisberge im arktischen Licht Tatsächlich wirken vor allem die Nahaufnahmen teilweise fast abstrakt, grafisch, wie Schraffierungen oder Pinselstriche auf einer weißen Oberfläche. Später kommt Blau als Kontrast hinzu. Dann durchleuchtet das arktische Licht kristalline Skulpturen, ehe sich majestätische Eisberge vor blauem, goldenem, schwarzem und grauem Himmel abzeichnen. Schließlich zerbröseln sie…

Weihnachten ist Lesezeit
Reisebücher , Rezensionen / 7. Dezember 2025

Es gibt kaum Schöneres an trüben Wintertagen, als sich in Kissen zu kuscheln, in einem Buch zu blättern und sich in andere Gefilde, ja andere Welten und Zeiten, zu träumen. Für solche Reisen im Kopf ist kaum ein Medium besser geeignet als ein Buch. Wir haben unter den vielen Neuerscheinungen dieses Jahres wieder ganz besondere Bücher ausgesucht, die zum Lesen, Schauen und Staunen einladen – und die sich auch unter dem Weihnachtsbaum gut machen.  Lassen Sie sich verführen! Bücherhimmel Als Hommage an die Kraft des Lesens sieht lonely planet den fast schon nostalgisch wirkenden Bildband „Bücherschätze“, der in Texten und Fotos 50 außergewöhnliche Bibliotheken in aller Welt vorstellt. Da gibt es in Idaho die wohl kleinste Bibliothek in einer Pappel, werden in Äthiopien Bücher zu Pferde zu den Lesenden gebracht, in Kolumbien auf Eseln und in Oregon mit der Fahrrad-Rikscha. Da ruhen bibliophile Schätze im Katharinenkloster in der Wüste Sinai, bewahrt die Arts Bank in Chicago historische Artefakte, während in der Future Library Manuskripte bekannter Autorinnen und Autoren stehen, die erst 2114 zu lesen sein sollen. Einige der Bibliotheken sind schon Geschichte oder in ihrer Existenz bedroht. Deshalb gibt es seit 2023 in den USA online die Bibliothek der Verbotenen…