„Rebellinnen zu Fuß“ ist viel mehr als die Geschichte des Wanderns aus Frauensicht. Anneke Lubkowitz beweist anhand von elf literarischen Wanderinnen, dass Frauen schon früh den Mut hatten, sich den Konventionen zu widersetzen und ihre eigenen Wege zu finden. Und während sie über Sophie von La Roche und Mary Shelley, über Mathilde Anneke und Annette von Droste-Hülshoff, über Bettina Brentano, Else Lasker-Schüler oder Simone de Beauvoir und Octavia Butler schreibt, ist sie selbst auch unterwegs, erspürt die Natur auf den Spuren ihrer „Heldinnen“. Wanderin über dem Nebelmeer Am liebsten würde Anneke Lubkowitz den berühmten Wanderer über dem Nebelmeer von Caspar David Friedrich durch eine Wanderin ersetzt sehen. Denn ihre literarischen Wanderinnen hatten durchaus das Zeug dazu, neue Wege zu beschreiten – entgegen aller Gepflogenheiten ihrer Zeit. Und so lernen die Lesenden auch unbekannte Seiten dieser weitgehend bekannten Schriftstellerinnen kennen. Frühe Bucket list Wir erfahren, dass Sophie von La Roche „keinem Mann nachtreten“, sondern ihre eigenen Erfahrungen machen wollte – auch wandernd. Wir lesen, dass für Bettina Brentano das Wandern Dichten ohne Worte war und das Abholzen alter Bäume ein unentschuldbares Sakrileg. Mary Shelley macht sich in ihrem Reisebericht „Streifzüge durch Deutschland“ über einen Engländer lustig, der dabei war, „seine sächsische…
Mallorca ist für viele schon so etwas wie der schönste Teil von Deutschland. Manche haben sich dauerhaft auf der Insel niedergelassen, andere kehren alle Jahre wieder auf ihr Lieblingsziel zurück. Brauchen sie da noch Tipps für Roadtrips? Der ADAC meint ja, nicht nur, weil es auch jede Menge Inselneulinge gibt. Die Insel-Vielfalt, da ist Autor Michael Johannes sicher, ist so groß, dass selbst langjährige Mallorca-Urlaubende nicht alles kennen können. Spektakuläre Haarnadelkurven Auch und gerade im Winter ohne die üblichen Touristenmassen entwickelt die Insel ihren ganz eigenen Charme. Diese Zeit der Ruhe und eher kühlen Temperaturen eignet sich auch für Erkundungsfahrten über die Insel, die nicht von Horden von Rennradlern ausgebremst werden wie auf den spektakulären Haarnadelkurven hinunter nach Sa Calobra. Stimmungsvolle Weihnachtsmärkte Und dann gibt es auch auf Mallorca stimmungsvolle Weihnachtsmärkte, etwa im Hafen von Portals Nous. Im Januar stehen mit dem 17. und 20. die Ehrentage der Heiligen Antonio und Sebastian an, die mit Feuerteufeln und Tanzgruppen gefeiert werden. Da ist Mallorca noch ganz bei sich, ehe sich zur Mandelblüte im Februar schon wieder die Touristensaison ankündigt. Kultur und Küche Neben fünf Touren, die jeweils in drei Etappen unterteilt sind und quer über die Insel führen, enthält das reich…
Der Fotograf Michael Martin ist schon viel herumgekommen in der Welt, und immer noch kann er sich für unsere Erde begeistern. Warum das so ist, versucht er auch Kindern zu erklären. Im ersten Band von „Unsere einzigartige Erde“ führte die Reise vom Nordpol bis in die Wüste Namib. Auch im zweiten Band geht es auf Weltreise – von Europa aus, einem zwar kleinen aber vielfältigen Kontinent. Das Glück der Europäer Der vielgereiste Michael Martin weiß, wie viel Glück die Menschen haben, die in Europa leben. Denn sie sind Tropenstürmen ausgesetzt, müssen sich nicht gegen Tropenkrankheiten zur Wehr setzen und leben meist auch nicht in Armut. Und doch drohen auch in dem reichen Deutschland Gefahren, wie Michael Martin zeigt. Und daran sind vor allem die Menschen schuld, die für ihren Wohlstand die Natur ausgebeutet haben. Das Ergebnis sind versiegelte Flächen und begradigte Flüsse, planierte Skipisten und schmelzende Gletscher. Wüste und Regenwald Ganz anders sieht es in der Sahara aus, dem Lieblingsziel des Fotografen. Mit neun Millionen Quadratkilometern ist die Sahara mehr als 25 Mal so groß wie Deutschland und eines der heißesten und trockensten Gebiete der Erde. Oder im Amazonas-Becken mit dem von Brandrodung bedrohten Regenwald. Auf der Weltreise, die weiter…
Muss man wirklich wissen, dass im japanischen Osaka eine Autobahn durchs Hochhaus fährt, dass die höchste Toilette Europas auf dem Mont Blanc steht oder dass es in Italien 300 Nudelsorten gibt? Muss man nicht, kann aber Spaß machen. Mit dem Slogan „Das Buch, das keiner braucht. Und alle haben sollten.“ wirbt DuMont für die neue Reihe Unnützes Reisewissen. Drei Bände (Italien, Frankreich und Japan) sind schon erschienen mit jeweils über 100 kuriosen Fakten und Geschichten. Mythencheck und Quiz Wobei die Bücher unterschiedlich gestaltet sind. Sie beginnen zwar alle mit den Hotspots des Unnützen Reisewissens und enden mit einem Mythencheck sowie der Aufklärung zu ein paar Quizfragen. Aber jeder Band hat einen ganz eigenen Charakter. Das zeigt sich nicht nur an den witzigen Illustrationen, sondern auch darin, wie die Kuriositäten präsentiert werden. Oder was wo als Kuriosität gilt. Stinkender Sonnenkönig Dass Frauen in Frankreich erst seit 2013 offiziell Hosen tragen dürfen, ahnt wohl kaum jemand. Auch das der berühmte Sonnenkönig zum Himmel stank, weil er angeblich nur zweimal in seinem Leben gebadet hat, ist schon ziemlich seltsam. Und wer weiß schon, dass sechs französische Bürgermeister über Orte ohne Einwohner, die „Communes mortes“, regieren? Findiger Haudegen Pinocchio kennen wohl alle Italiener. Aber…
Türen gelten als Symbol des Verborgenen, des Geheimen. Sie bilden die Grenze zwischen Draußen und Drinnen, zwischen öffentlichem und privatem Raum. Die Autorin Gabriele Hasmann blickt hinter diese Türen und erzählt die Geschichten ihrer Bewohner. Und die Fotografin Barbora Varo Gruber hat die unterschiedlichsten Eingänge in Wien fotografiert. So öffnen sich in dem Buch „Von Tür zu Tür“ Jugendstil- und Art-Deco-Pforten den Lesenden, prächtige Neo-Barock-Portale aber auch schlichte hölzerne Eingänge. Verborgene Welt Eine sonst verborgene Welt tut sich auf und man tritt ein in Cafés und Salons, in Privathäuser und Bürogebäude. Hinter den Türen spielten sich Tragödien ab wie der Ringtheaterbrand 1881, der 384 Tote forderte. Es wurde geliebt und gelitten, betrogen, getanzt und gemordet. Künstlerische Genies fanden sich ebenso ein wie merkwürdige Gestalten. Man begegnet dem „Dienstmann“ Hans Moser oder auch dem Künstler Gustav Klimt. Durchs Schlüsselloch Gabriele Hasmann erzählt von Karrieren und Verlusten, sie ermöglicht einen Blick durchs Schlüsselloch in das Wien des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Geschichten sind so vielfältig wie die Türen in diesem Buch – vom gotischen Türstock bis zum Shabby Schick alter Holztüren. Einzigartige Türen Fotos und Geschichten laden ein zu einer Zeitreise der anderen Art, zu Begegnungen mit Knopfkönigen, Wäscherinnen und Zugeh-Köchinnen,…
Wandern im Herbst ist ein Genuss, erst recht im Romantischen Franken, wo einen „Geschichten auf Schritt und Tritt“ erwarten. Wer die auch erleben will, sollte es nicht eilig haben. Der Rother Wanderführer „Romantisches Franken“ plädiert deshalb für Entschleunigung und wendet sich vor allem an Genusswanderer. Stadtrundgang und Weitwanderung Die empfohlenen Wanderungen – darunter viele Rundtouren – sind unterschiedlich lang und haben auch unterschiedliche Anforderungen. Manche sind anspruchsvolle Touren mit steilen Anstiegen und engen Pfaden, andere haben fast keine Steigungen und bewegen sich auf fast ebenen Wegen. Auch ein Stadtrundgang durch Ansbach ist dabei. Und am Ende eine Weitwanderung: fünf Etappen auf dem Europäischen Wasserscheideweg von Ansbach nach Schnelldorf. Limes und Bodenloses Loch So unterschiedlich wie die Wege sind auch die Sehenswürdigkeiten unterwegs. Burgen und Schlösser sind dabei, Kirchen und Klöster, das Welterbe Limes, aber auch Naturschönheiten wie das Bodenlose Loch bei Unteroestheim, ein azurblau schimmernder Weiher, der von einer Gipskarstquelle gespeist wird. Oder die mehr als 1000 Jahre alte Kniebrecher-Eiche bei Burgbernheim. Schönste Aussichten Sogar Gipfelstürmer finden im Romantischen Franken ein Ziel: Der Petersberg ist zwar nur 504 Meter hoch, überzeugt aber mit einem großartigen Rundumblick. Mit 689 Metern ist allerdings der Hesselberg der höchste und – nach Ansicht der…
Die Welt ist groß, auch für Familien gibt es viel zu erkunden. Sind doch Kinder von Natur aus neugierig. Doch wohin in aller Welt soll es in den Ferien gehen? Das hängt natürlich auch vom Geldbeutel ab. Denn Reisen ist teuer geworden, vor allem, wenn Flüge eingeplant werden müssen. Und die sind auch nicht gerade umweltfreundlich. Zum Gruseln nach Transsilvanien „Wann am besten wohin mit Kids?“ fragt lonely planet in seinem „ultimativen Reiseplaner für Familien“ und nennt für jeden Monat des Jahres jede Menge Ziele – nahe aber auch sehr ferne. Im Oktober geht es „zum Gruseln in Draculas Schloss im tiefsten Transsilvanien“, also nach Rumänien ins Schloss Bran. Oder zu Halloween nach New England – in der Pumpkintown gibt es nur Kürbiskopf-Bewohner. Bis ans Ende der Welt Weil im Oman der Winter mild ist, empfiehlt lonely planet das Land für den November. Ganz weit weg – fast am anderen Ende der Welt – sind Kangaroo Island in Australien und Aotearoa in Neuseeland – beide Ziele seien zu der Jahreszeit noch nicht überlaufen, heißt es im Reiseplaner. Er preist Kangaroo als „Paradies für Tiere“ an und Aoteraoa für Sommer-Action wie Tandem-Paragliding, Downhill-Mountainbiking oder Skydiving. Um das alles zu finanzieren, muss…
Die Philippinen: „Ein Land mit 7641 Inseln, über 300 Vulkanen und mehr als 170 Sprachen. Ein Land mit unzähligen Stränden und über 115 Millionen Einwohnern.“ Und Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Joscha Remus ist fasziniert von diesem Land im Fernen Osten. In seiner „Gebrauchsanweisung für die Philippinen“ gelingt es ihm, die Lesenden mit dieser Faszination anzustecken. Land der Gegensätze „Die Filipinos,“ schreibt er, „assimilieren mühelos Hochglanzwelt und Armenviertel, Chaos und Ordnung.“ Diese Aussage untermauert Joscha Remus mit vielen Beispielen aus dem filipinischen Alltag, der zwischen christlicher Tradition und amerikanischem way of life pendelt, zwischen Luxus-Malls und winzigen Lädchen. Aber auch zwischen animistischen Ritualen und KI. Sozusagen zwischen gestern und morgen. Krokodileis und Adidas-Hähnchen Selbst beim Essen kann man auf dem Philippinen Abenteuerliches erleben, Krokodileis zum Beispiel oder Adidas-Hähnchen (die Hühnerfüße mit den drei Krallen). Joscha Remus war viel unterwegs zwischen den Inseln, hat viel gefeiert mit den feierfreudigen Menschen, aber auch viel Armut gesehen. Kein Wunder, dass so viele Filipinas und Filipinos außerhalb ihrer Heimat arbeiten. Vor allem als Seefahrer sind die Männer begehrt. Sprechender Kussmund Man erfährt jede Menge Hintergründe zu Land und Leuten, zu Geschichte und Kultur in diesem lesenswerten Büchlein. Wer kennt schon den Kussmund als Richtungsangabe?…
Stefan Herbke ist seit Kindesbeinen ein Freund der Berge und der Hütten. Waren die Berghütten früher einmal ein Synonym für karge Ausstattung und Matratzenlager, haben sie sich heute großenteils zu gemütlichen Unterkünften gemausert. Sie bieten aber nicht nur ein Dach über dem Kopf und Speisen für hungrige Wandernde. Manche der Hütten überzeugen durch ihre außergewöhnliche Lage, andere durch spektakuläre Architektur oder durch eine ungewöhnliche Geschichte. Hütten mit Charakter Stefan Herbke hat diese alpinen Domizile besucht, er hat ihre Geheimnisse entdeckt und Menschen kennengelernt, die das Hüttenleben prägen. Nicht genug damit, der Alpinjournalist gibt zu den ausführlichen Hüttenporträts mit den wichtigsten Infos auch noch 66 Tourentipps. Doch in der Hauptsache geht es natürlich um die Hütten. Und die sind schon von außen höchst unterschiedlich: Aus Naturstein oder klassisch mit Schindeln verkleidet. Ganz modern aus Betonfertigteilen oder ganz alt aus Holz. Unter Denkmalschutz Es gibt viele Hütten mit modernem Komfort, aber ganz besonders edel ist die Berliner Hütte in den Zillertaler Alpen mit den handgeschnitzten Leuchtern in der riesigen Empfangshalle. Die Erlanger Hütte in den Ötztaler Alpen steht sogar unter Denkmalschutz, auch wenn die früher vorhandene Dunkelkammer in ein kleines Lager umgewandelt wurde. Und die Bonner Hütte in den Villgratner Bergen erstand…
Trends gibt es nicht nur in der Mode, auch bei Reisen kann man Trends erkennen. Marco Polo zumindest glaubt, dass 2026 ganz bestimmte Städte, Regionen oder Länder ganz oben auf der Wunschliste der Reisenden stehen könnten. Zittauer Gebirge und Ulm Darunter sind auch einige Ziele in Deutschland. Unter „noch unentdeckt“ firmiert etwa das Zittauer Gebirge. Das kleinste Mittelgebirge Deutschlands könnte womöglich auch das unbekannteste sein, mutmaßen die Marco Polo Scouts, und schwärmen von verwunschenen Landschaften. Als nachhaltig empfehlen sie das Baden-Württembergische Ulm wegen der „überdurchschnittlichen Innovationsdichte“ und „exzellenten Bedingungen für Start-ups“. Aber natürlich sollte man auch das Münster mit dem knapp 162 Meter hohen Turm besuchen. Drehorte und Geoparks Auch Fans von Drehorten kommen laut Marco Polo in Deutschland auf ihre Kosten. Set-Jetter können in Görlitz Drehorte von „Görliwood“ besuchen. Warum genau man im nächsten Jahr Regensburg unbedingt erleben sollte, wird nicht ganz klar – die Stadt ist wohl immer eine Reise wert. Neuen Glanz sieht der Trend Guide in den Geoparks. Von den insgesamt 19 haben es allerdings nur wenige ins Buch geschafft, darunter der Geopark Ries. Guimaraes und Birmingham 2026 wird Guimaraes Europas Umwelthauptstadt – Grund genug für eine Reise nach Portugal. Oder vielleicht auch nach Birmingham, das…