Herbergssuche in New York

27. November 2019

Geplant war diese moderne Herbergssuche nicht, genauso wenig wie das Baby.  Aber plötzlich stand die junge Familie auf der Straße. Keine dauerhafte Bleibe in Sicht. Und so entschlossen sich die Journalisten Christina Horsten und Felix Zeltner mit ihrer kleinen Emma, in New York zu Stadtnomaden zu werden und jeden Monat ein anderes Viertel des Big Apple zu bewohnen. Das ist leichter geplant als durchgeführt.

Die ganze New Yorker Vielfalt

Ging am Anfang dank Freunden noch alles relativ glatt, kamen zwischendurch unerwartete Probleme hoch, die den beiden Stadtnomaden die ganzen schönen Pläne zu verhageln drohten. Aber sie haben durchgehalten, auch wenn ihre Räder in Harlem am Ende nur Gerippe waren, auch wenn Felix auf einen Betrüger hereingefallen ist, auch wenn nicht alle Wohnungen ihren Erwartungen entsprochen haben. Dafür haben sie New York in seiner ganzen Vielfalt kennen gelernt, haben neue Freunde gefunden und einen finanzierbaren Kindergarten für die kleine Emma.

Raus aus der Komfortzone

Den anfänglichen Unkenrufen von Eltern und Freunden zum Trotz sind sie zusammen geblieben und haben die Herausforderungen gemeinsam durchgestanden. Geholfen dabei haben ihnen die vielen positiven Erfahrungen, die sie auf ihrer Umzugsodyssee gemacht haben. Die haben sie auch über Tiefschläge getragen und ihnen immer wieder das Gefühl gegeben, dass sich eine „Fernreise in der eigenen Stadt“ lohnen kann. Die  Erfahrung  als Stadtnomaden hat die junge Familie gelehrt, dass man sich von vielem trennen kann. Dass es sich lohnt, sich aus der Komfortzone zu wagen und sich auf neue Nachbarn einzulassen.

Nochmal machen?

Am Ende war das Medieninteresse an ihrer „Achterbahnfahrt“ riesig, und so manche Bekannte fühlten sich animiert, die „Schnapsidee“ nachzumachen. Christina und Felix erzählen in dem Buch  Stadtnomaden abwechselnd über ihre Erfahrungen, die sie auch unterschiedlich wahrgenommen haben. Das macht das Buch authentisch. Am Ende haben die beiden ihre kleine Tochter gefragt, wie sie die vielen Umzüge fand. „Nochmal machen“, war die Antwort. Ob ihre Eltern das nach nicht immer tollen Erlebnissen genauso sehen? Wie auch immer, die beiden machen Mut, nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen, wenn etwas nicht so läuft, wie man es sich vorstellt. Und sie zeigen, dass es sich lohnt, sich auf Neues einzulassen – und sei es auch nur eine verrückte Idee.
Info: Christina Horsten/Felix Zeltner. Stadtnomaden, Benvento, 300 S., 16 Euro

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