Das noch unveröffentlichte Manuskript hat Dolores Redondo 2016 den höchstdotierten Literaturpreis der spanischen Welt, den Premio Planeta, eingebracht. Jetzt ist der kunstvoll ge- und verwobene Krimi auf Deutsch erschienen – unter dem Titel „Alles was ich dir geben will“. Zentrale Figur ist der Schriftsteller Manuel Ortigosa, der im schönen Galicien nicht nur dem Doppelleben seines verunglückten Mannes Alvaro auf die Spur kommen will, so...

Sie hat‘s wieder getan, hat wieder das Lebensrecht der Tiere verteidigt – in einem Krimi. Nicola Förg kann nicht anders. Die Tierfreundin und Naturliebhaberin in ihr kommt immer wieder durch. Mal geht es in ihren Krimis um überzüchtete Haustiere („Scharfe Hunde“), mal um die Gülle-Gefahr auf dem Land („Stilles Gift“) und diesmal um den Wolf in den Alpen. Und nicht nur um ihn, sondern auch gleich noch um Kühe mit und ohne Hörner. Kuh-Atta...

Er war nie so recht angepasst. „Graffiti und Drogen waren neben schlechten Noten und Fehlstunden die größten Konstanten meiner Jugend,“ bekennt Carlo Drechsel gleich zu Anfang seines Buches. Wer nach diesem Geständnis einen oberflächlichen Roadtrip erwartet, wird in Insight Africa positiv überrascht. Der Surfer, der nach dem Motto „mal spontan durch Afrika fahren und gucken, was passiert“ von Afrikas Surfer-Mekka Agadir aufgebrochen ist und au...

Der kleine Vortragssaal im Annahof füllt sich. Nino Haratischwili – ganz in Schwarz, roter Schal, roter Mund – ist pünktlich und sagt gleich, dass sie nicht nur lesen wird. Die gebürtige Georgierin, die heute in Berlin lebt und 2018 in Augsburg mit dem Brechtpreis ausgezeichnet wurde, will den Dialog. Zuerst aber erzählt sie, wie sie zu ihrem neuen Buch „Die Katze und der General“ gekommen ist, das zum Teil in Tschetschenien spielt. Inspiriert...

Andreas Neuenkirchen ist mit einer Japanerin verheiratet, Vater einer kleinen Tochter und lebt in Tokio, Japans hässlich-schönster Stadt, wie er meint. Der Wahl-Tokioter hat sein Faible für alles Japanische schon mehrmals in Büchern verarbeitet, unter anderem in Krimis (mit Inspektor Sato). Kirschblüte am umstrittenen Schrein Diesmal nimmt er die Leser mit nach Tokio und macht sie vertraut mit allerlei Skurrilem wie Love-Hotels, Convenience-St...

Die Königin aus der Gosse
Rezensionen / 2. Februar 2019

Ein Leben wir ein Roman: Was Manuela Salman erlebt hat, würde ein dickes Buch füllen. Dafür ist das Büchlein, in dem sie zusammen mit Viktoria Bell in „Sika, die weiße Königin“ ihre Geschichte erzählt, mit 235 Seiten geradezu schmal. Der Untertitel „Wie die Liebe mich rettete und mir ein ganzes Volk schenkte“ klingt etwas reißerisch und manchmal hat man das Gefühl, dass Manuela Samlan sich in ihren Erinnerungen ein bisschen idealisie...

Eragon: Rückkehr nach Alagaesia?
Rezensionen / 26. Januar 2019

Er schaffte es 2011 ins Guiness Buch der Rekorde als „jüngster Autor einer Bestseller-Serie“. Tatsächlich war Chistopher Paolini noch nicht einmal 15 Jahre alt, als er das „Vermächtnis der Drachenreiter“ schrieb, das erste Buch der erfolgreichen Eragon Serie, das 2003 auch in Deutschland auf den Markt kam. Die Geschichten um den jungen Drachenreiter Eragon, seine Drachendame Saphira und ihre Abenteuer schlug nicht nur junge Leser in ...

Eine Flucht und ihre Folgen
Rezensionen / 22. Januar 2019

Viveca Sten hat mit ihren Krimis um den Kriminaler Thomas Andreasson und die Juristin Nora Linde die Schären auf die literarische Landkarte gesetzt. Auch im neunten Fall der schwedischen Bestseller-Autorin spielen die Inselchen eine Hauptrolle, und wieder wird Stens Liebe zu den Schären spürbar – die Familie besitzt seit mehreren Generationen ein Haus auf Sandhamn, dort wo auch Nora wohnt und sich in der Abgeschiedenheit in Sicherhei...

Korea: Mehr als Kimchi & Co
Rezensionen / 22. Januar 2019

Ihre „ganz persönliche Korea Reise“ will Sarah Henke mit den Lesern teilen. Ihr reich illustriertes Buch ist denn auch kein Reiseführer der üblichen Art, sondern eher eine Art sehr persönliches Tagebuch, in dem die „als Findelkind in Korea geborene“ Autorin die Leser unmittelbar teilhaben lässt an ihren Eindrücken und Erfahrungen. „Es ist ein eigenartiges Gefühl unter Menschen zu sein, die so aussehen wie ich und doch irgendwie ander...

Nomaden mit Stellplatz
Allgemein / 6. Januar 2019

Sie hatten sich für diesen Roadtrip durch Europa beworben: Die Kulturmanagerin Elsa Frindik-Pierret und ihr Partner Bertrand Lanneau, der Marketing und Sportmanagement studiert hatte. Ihr Buch zu Vanlife mit vielen schönen Fotos – beide sind leidenschaftliche Fotografen – erzählt von dieser einzigartigen Reise durch 24 Länder. Sechs Monate waren sie unterwegs, 185 Tage und Nächte im Campingbus Patrick – als Nomaden mit Stellpla...

Lehrstunde in Toleranz
Rezensionen / 6. Januar 2019

Eine schöne Idee hat Jan Kammann da gehabt. Als Lehrer für Englisch und Erdkunde in internationalen Vorbereitungsklassen unterrichtet der knapp 40-Jährige Schüler aus über 20 Nationen. Weil er mehr über die kulturellen Hintergründe seiner Schüler wissen wollte, nahm er sich ein Sabbatjahr und bereiste die Heimatländer seiner 10d. Nicht mit einem kommerziellen Reiseführer, sondern mit ganz persönlichen Anleitungen und Tipps seiner Sch...

Zwischen Krieg und Frieden
Rezensionen / 6. Januar 2019

Dass der schreibende Volljurist J. R. Bechtle im Rheinland geboren wurde und heute in San Francisco lebt, schlägt sich auch in seinem Roman  „Burgkinder“ nieder, der den Bogen vom Kriegsende in Deutschland bis ins Silicon Valley schlägt. In der Nachkriegs- und Wiederaufbauzeit kreuzen sich die Wege der deutschen Schriftstellerfamilie Fürst und der jüdisch-amerikanischen Unternehmerfamilie Wiseman mehrfach auf schicksalhaf...

Das Pathos des Krieges
Rezensionen / 6. Januar 2019

Nino Haratischwili neigt zu ausuferndem Erzählen. Das war schon bei ihrem Erfolgsroman „Das achte Leben (für Brilka) so, und es ist bei ihrem vierten Roman nicht anders. „Die Katze und der General“ ist eine ebenso opulente wie verwirrende Geschichte über Krieg und Frieden, Schuld und Sühne. Dass die Autorin, 1983 im georgischen Tblissi geboren und seit 2003 in Hamburg lebend, in ihren „eigenen Textbergen strauchelt“, wie die Zeit sch...

Das Leben ist kein (Glücks)Spiel
Rezensionen / 6. Januar 2019

  Das Leben war schon schwer im von den Japanern besetzten Korea, in Japan selbst wird es manchmal unerträglich, ja, es kann sogar tödlich enden für die „Zainichi“, die Ausländer mit Wohnsitz in Japan – und speziell für die Koreaner. Sie sind geduldet aber verachtet, leben meist in Gettos und haben kaum Rechte. Ja, sie werden sogar gezwungen, einen japanisierten Namen anzunehmen, damit sie nicht abgeschoben werden. Nur für Schwe...

Der alte Baum und die Hoffnung
Rezensionen / 1. Dezember 2018

Natürlich ist das ein Märchen. Denn Bäume können nicht sprechen. Aber fühlen schon. Und deshalb ist dieses Buch so wichtig, weil es teilhaben lässt an den Gefühlen eines von der Fällung bedrohten Baums. Rot heißt dieser Baum, und seit langer Zeit schon ist er der Baum der Wünsche.  Einmal im Jahr kommen Alte und Junge, um ihre Wünsche an Rots Zweige zu hängen. Eine Heimat für viele Tiere Dann verstecken sich die Tiere, die sich in Ro...