Die Sommerferien sind auch Hochsaison fürs Reisen. Viele Familien machen Urlaub in anderen, ja oft sogar fernen Ländern. Doch wie leben die Menschen dort? Was machen die Kinder? Im Vorlese-Bilderbuch „Kindheit in aller Welt“ werden 18 Länder vorgestellt – von Italien bis Japan, von England bis Australien. Auch Länder, die derzeit keine Ferienziele sind, lernt man dabei kennen: Syrien zum Beispiel, Afghanistan, Russland oder die Ukraine. Steve Jobs und Syrien Auch da leben schließlich Kinder, die von einer guten Zukunft träumen. Doch in Kriegszeiten bleibt vielen nur die Flucht. Auch der – syrische – Vater von Apple-Gründer Steve Jobs musste aus Syrien fliehen. Sein Sohn wuchs bei Adoptiveltern in den USA auf – und machte mit Apple eine große Karriere. Wombats und Märzchen Auch solche und andere Geschichten findet man in dem Vorlese-Buch. Zum Beispiel die von der japanischen Insel Okunoshima, auf der mehrere hundert freilaufenden Kaninchen leben. Oder die vom australischen Wombat, der würfelförmigen Kot legt. Spannend, oder? Und dann wäre da noch ein ganz besonderer Brauch in Rumänien: Hier schenkt man sich zum 1. März „Märzchen“ aus einem roten und einem weißen Faden, die ineinander verflochten sind – rot für die Sonne, weiß für den Schnee. Daran hängt…
„In jeter Schrundgule wohnt ein Fehlerdeufelchen“, erklärt das Fehlerteufelchen den Kindern Theo und Tina. Und das Klugscheisserchen, das man inzwischen vom Vorgängerbuch schon kennt, ist sprachlos, weil schockverliebt. Ganz schön viel Chaos Kennengelernt haben sich die beiden Winzlinge in der Schule. Denn Tina hat das Klugscheisserchen in ihrem Schulrucksack eingeschmuggelt. Beim Test in Naturwissenschaft ist das ganz hilfreich. Aber dann kommt das Fehlerteufelchen dazwischen und richtet unter den Schulkindern ganz schön viel Chaos an. Im Gegensatz zum Klugscheisserchen erzählt es nämlich nur Blödsinn, vertauscht die Buchstaben und rechnet falsch. Als das Klugscheisserchen das Fehlerteufelchen korrigiert, wird es fuchsteufelswild: „Kome ich zu dir hachnause und lasse dort alle Fähler machen“, fragt es aufgebracht. Gegensätze ziehen sich an Darauf kann das Klugscheisserchen nur mit einer Einladung reagieren. Und so nehmen die Kinder die beiden Winzlinge mit zu sich nach Hause. Tina erklärt dem Fehlerteufelchen, dass es das Klugscheisserchen falsch verstanden hat: „Es macht ihm ja Spaß,andere zu korrigieren. Deswegen ist das Letzte, was das Klugscheisserchen möchte, dass du dich änderst.“ Schließlich heißt es ja auch: Gegensätze ziehen sich an. Und wirklich passen die beiden so unterschiedlichen Winzlinge so gut zusammen, dass sie sich schon bald zu einem Rendezvous treffen. Schöne Aussichten „Stell…
So schnell kann‘s gehen: Nach dem Abi ist der eher introvertierte Daniel auf der Suche nach seinem Platz im Leben. Er zweifelt, sieht sich umzingelt von Fake Nachrichten und falschen Freunden. Und dann fällt ausgerechnet er auf den Nazi Steffen herein. Heimat Sonnenhof Denn dieser Steffen kommt bei seinen Mails empathisch rüber, zugewandt. Daniel lässt sich überreden, auf den abgelegenen Sonnenhof zu kommen, wo Steffen mit seiner Frau und den Zwillingen Freya und Gerold lebt. Möglichst autark, wie er Daniel erklärt. Der Sonnenhof soll zur Heimat der Familie werden. Das Wort Heimat triggert Daniel, aber bei Steffen klingt es für ihn völlig natürlich. Oberflächliche Kontakte Von Mal zu Mal fühlt er sich auf dem Sonnenhof mehr zuhause. Mit Mutter und Schwester hat er ohnehin nur sporadischen Kontakt, mit dem Vater und dessen neuer Frau noch weniger. Und zu den Mitbewohner der WG, Luise und Roberto, ist das Verhältnis eher oberflächlich. Obwohl ihn Lu, wie er Luise nennt, fasziniert. Er fühlt sich angezogen von der Lebenslust der jungen Frau, von ihrer Spontaneität. Wachsende Zweifel Aber Lu macht es ihm nicht leicht, sie zu durchschauen. Auch aus Frust wendet er sich noch mehr dem Sonnenhof zu. Doch dann taucht da Katharinas Bruder…
Susan Kreller hat eine ganz eigene Stimme, an die man sich erst gewöhnen muss. Das gilt für ihren neuen Roman „Das Herz von Kamp-Cornell“, der erst nach und nach eine sog-artige Spannung entwickelt. Sprachmächtig erzählt die versierte Autorin von einer außergewöhnlichen Familie, einem scheinbar verfluchten Haus und der Überwindung der Angst. Die Schwestern Sie sind vier Schwestern, die nichts mehr verbindet außer dem Namen, und auch das gilt nicht für alle vier. Eine der Schwestern trägt auch einen anderen Namen. Sie haben sich jahrelang nicht gesehen, aber nun bringt ein Brief mit der einzigen Zeile „zu spät“ sie wieder zusammen – im entleerten Elternhaus. Mit seinen seltsamen Geräuschen hatte es die Jugend der Frauen vergiftet. Entsprechend traumatisch fällt das Wiedersehen aus – auch mit dem hinfälligen Vater Viktor. Die Kinder Weder die Schwestern noch ihre Kinder – zwei Jungen und drei Mädchen, die alle auch ihre Traumata haben – schaffen es, sich zu verständigen. Das Haus verdammt sie zur Sprachlosigkeit. Johnny, der Jüngste, versucht die Angst zu verdrängen, indem er zwanghaft weiße Dinge berührt, immer und immer wieder. Penelope und Gabriela haben den Tod ihrer Drillingsschwester nicht verkraftet. Lu, die Tochter der toughen Geschäftsfrau Bernadette, kaut lieber Kaugummi als zu…
Auch Zauberlehrlinge feiern Weihnachten und wenn die Familie nicht da ist, dann eben in Hogwarts. Im „Stein der Weisen“ darf Harry Potter das bisher schönste Weihnachten seines Lebens feiern. Ziyi Gao hat sich ausgedacht, wie so ein Weihnachten im Zauberer-Internat aussehen könnte. Eine Menge Geschenke Mit ihren märchenhaften Illustrationen weckt sie nicht nur Harry zum Leben. Auch Ron, Hermine und Hagrid haben ihren Auftritt. Und das Beste: Harry bekommt zum ersten Mal Weihnachtsgeschenke – eine hölzerne Flöte von Hagrid, ein Fünfzig-Pence-Stück von den Dursleys, einen dicken Pulli von Rons Mam, Schokofrösche von Hermine. Und dann noch einen Umhang, der Harry später wichtige Dienste leisten wird, weil er unsichtbar macht. Der geheimnisvolle Umhang Aber am Weihnachtsabend erwartet ihn noch so viel mehr. Es gibt Essen in Hülle und Fülle, es wird geschlemmt, gezaubert und viel gelacht. Und Harry weiß ganz sicher, dass er noch nie so ein schönes Weihnachtsfest erlebt hat. Als er im Bett liegt, denkt er an den geheimnisvollen Umhang und das , was der unbekannte Absender dazu geschrieben hat: „Gebrauche ihn klug“. Aber das ist dann eine andere Geschichte. Märchenhafte Harry-Potter-Welt Ziyi Cao hat für ihr Weihnachtsbuch eine ganz eigene märchenhafte Harry-Potter-Welt gezaubert. Die Texte dazu stammen aus…
Es gibt kaum Schöneres an trüben Wintertagen, als sich in Kissen zu kuscheln, in einem Buch zu blättern und sich in andere Gefilde, ja andere Welten und Zeiten, zu träumen. Kaum ein Medium ist dafür besser geeignet als ein Buch. Auch deshalb haben Bücher wieder Konjunktur – und das nicht nur bei TikTokerinnen. Wir haben unter den vielen Neuerscheinungen ganz besondere Bücher für ganz unterschiedliche Lesebedürfnisse ausgesucht. Sie machen sich auch unter dem Weihnachtsbaum gut. Lassen Sie sich verführen! Wohin reist die Kunst? Gereist wurde schon lang. Und natürlich waren auch die großen Künstler gern und viel unterwegs – aus den unterschiedlichsten Gründen. Der Renaissance-Maler Caravaggio etwa floh aus Rom nach Malta, nachdem er seinen Kontrahenten erstochen hatte. Später zog es ihn nach Sizilien. Nicht immer waren die Reise-Gründe so dramatisch. Künstler und Künstlerinnen suchten die Ortsveränderung, das Abenteuer, um sich inspirieren zu lassen. Von diesen Reisen und den Werken, die daraus entstanden, erzählt Travis Elborough in „Unterwegs“. Die Lesenden begleiten den Surrealisten Dali nach Manhattan, wo er auf einem Kostümball als Leiche auftrat. Sie folgen Frida Kahlo und Diego Rivera in die Flitterwochen in Cuernavaca und Georgia O‘Keeffe in die Badlands von New Mexico, wo D.H. Lawrence eine Zeitlang…
Die Rico&Oskar-Bücher von Andreas Steinhöfel haben schon so etwas wie Kult-Status. Jede neue Episode überzeugt durch das große Einfühlungsvermögen des Autors in das Gedankenlabyrinth des „tiefbegabten“ Rico. Der Kleine sieht die Welt mit anderen Augen – auch im neuen Buch „Rico und die Klautörtchen“. Bei dem Prequel fehlt allerdings noch Freund Oskar. Rico und das neue Haus Da sind Rico und seine Mama gerade umgezogen in die Dieffe 93, und Rico muss´sich erst einmal merken, wo das neue Haus steht, in dem sie wohnen. Denn Rico denkt auch anders als andere – meist um die Ecke. Die Mama weiß das und hilft ihrem Sohn so gut sie kann, sich im Alltag zurecht zu finden. In „Rico und die Klautörtchen“ wollen die beiden ihre neuen Nachbarn mit Zitronentörtchen aus einer Backmischung überraschen. Die Sache mit den Nachbarn Doch der Herr Fitzke aus dem 5. Stock ist gar nicht erfreut über den Besuch, und Rico hat schon Sorge, dass es in diesem Haus gar keine freundlichen Nachbarn geben könnte. Dann öffnet im 3. Stock eine Frau mit Lockenwicklern die Tür. Diese Frau Dahling ist so freundlich, dass Rico ganz verzaubert ist und ihr am nächsten Tag gleich noch ein Zitronentörtchen vor die…
Für viele Kids ist die Gegenwart beängstigend: Kriege, Krisen, Klimawandel dazu noch Chat GBT und Cyber-Mobbing. Die Niederländerin Anna Woltz thematisiert in ihrem lesenswerten Jugendroman „Atlas, Elena und das Ende der Welt“ die aktuelle Gefühlslage. Dabei lässt sie die Protagonisten Atlas und Elena abwechselnd ihre Sicht der Dinge schildern. Hass im Netz Die 13-jährige Elena hat mit ihrem Internet-Auftritt jede Menge Follower. Doch ihr letzter Post, in dem sie ihnen geraten hat, sich ihren Ängsten zu stellen, hat ungeahnte Folgen und macht sie zur Hassfigur im Internet. Und dann fliegt auch noch ihre Mutter in ein Yoga-Retreat in Indien und Elena muss zu einer Tante, die sie kaum kennt. Die Schwester ihrer Mutter lebt mit ihrer Patchworkfamilie weit ab von der Zivilisation. Elena graut es vor dem Treffen. Seltsamer Alltag Auf den ersten Eindruck hat sie Recht mit ihrem Misstrauen. Die Kinder mit den seltsamen Namen Kennedy und Atlas wirken ziemlich verschroben, der Vater jagt ihr mit seiner abweisenden Art Angst ein, und die Tante leidet an Long-Covid. Noch dazu wird Elena dazu verdonnert, im Haus und auf dem Hof mitzuarbeiten, und ihr Bett ist im Schuppen in einem Verschlag ganz in der Nähe von Atlas, der ihr viele Rätsel…
Bald beginnt auch in Bayern die Schule, und für viele Kinder ist das eine ganz neue Erfahrung. Als Schulanfänger werden sie rechnen lernen, lesen und schreiben. Und sie werden sich in eine Klassengemeinschaft eingewöhnen lernen. Es kann nicht schaden, sich schon ein bisschen darauf vorzubereiten. Diese beiden Bücher nehmen die Kleinen mit in eine Welt voller Magie und machen Mut, sich den Herausforderungen zu stellen. Vom Angsthasen zum Lebensretter Der kleine Bär muss erst noch lernen, dass er seine Angst überwinden kann. Während seine älteren Geschwister schon gewitzt und mutig sind, ist das kleine Bärenkind voller Furcht. Aber dann schenkt ihm ein Feuervogel eine leuchtende Feder. Und die hat magische Eigenschaften. Den plötzlich hat der kleine Bär keine Angst mehr, weil seine Feder ihn hält. Und dann braucht das Bärenkind seinen ganzen Mut, um ein Hasenmädchen vor dem Ertrinken zu retten. Dank seiner magischen Feder schafft es auch das. Doch dann ist die Feder verschwunden. Der kleine Bär sucht sie überall – vergebens. Todtraurig kehrt er heim zur Bärenmama. Und sie kann ihn trösten. Weil er so mutig war, brauche er die magische Feder nicht mehr, sagt sie. Denn nun habe er den magischen Funken in sich selbst gefunden. „Das…
In den großen Ferien haben nicht nur Schulkinder viel Zeit, oft sind auch Kitas und Kindergärten geschlossen. Dann müssen sich auch die Kleinsten beschäftigen. Hier ein paar Bilderbücher zum Allein- oder Gemeinsamlesen. Kitakinder Constanze von Kitzing hat schon etliche Pappbücher und Wimmelbücher gestaltet, in denen sie zeigt, wie sich unsere Gesellschaft verändert hat. Das Motto „Ich bin anders als du – ich bin wie du“ gilt auch für das Pappbilderbuch „Jetzt gehe ich in die Kita“ (Carlsen, 15 S, 10 Euro, ab 2). Constanze von Kitzing erzählt von Junas erstem Tag in der Kita in bunten Bilder und kurzen Texten. Papa begleitet sein Töchterchen, denn es wird aufregend für Juna. Sie muss sich erst zurechtfinden bei all den Kindern, den unterschiedlichen Namen. Wie gut, dass auch die Erzieherin sie dabei unterstützt. Und das Spielen mit den anderen Kindern macht Spaß. Nur hin und wieder vermisst Juna ihren Papa. Aber das wird sich sicher bald ändern… Mamakind „Das schönste Kind überhaupt“ heißt das schönstens illustrierte Bilderbuch von William Papas (aracari Verlag, 26 S., 15 Euro, ab 3). Papas erzählt von einem großen Wald, in dem viele Vögel leben – große und kleine, mürrische und glückliche und – wunderschöne wie der Herr…