Reisen wird teurer, die durch die Decke gehenden Flugpreise sind Gift für Fernreisen. Dann doch lieber Europa. Auch hier gibt‘s viel zu sehen – und das in kurzer Zeit. 52 Ziele in Europa, gegliedert nach den Jahreszeiten, stellt der Band „Have a happy weekend“ vor. Und macht schon mit den Fotos Appetit auf neue Erfahrungen. Gleich zu Beginn präsentieren sich Budapest, Edinburgh und Innsbruck von ihrer Sonnenseite. In der Hauptsache Städte Die meisten Ziele, die der Verlag fürs Wochenende vorschlägt, sind denn auch Städte – von A wie Amsterdam bis W wie Wien. Kein Wunder, bieten doch Städte viel Sehens- und Erlebenswertes auf relativ kleinem Raum, und sie lassen sich in kurzer Zeit erkunden. Dazu liefert das Buch jede Menge Insider-Tipps, wobei nicht alle ganz auf der Höhe der Zeit zu sein scheinen. Die Surfwelle in München ist derzeit jedenfalls „außer Betrieb“, und am Strand von Saint Tropez wird man Brigitte Bardot nicht mehr begegnen – es sei denn ihrem Geist. Überraschende Einblicke Aber viele Tipps versprechen interessante Erfahrungen wie der Besuch in Kopenhagen zur Zeit des „Kobenhavns Karneval“ – nicht im Februar sondern zu Pfingsten. Ein Abstecher zu „Fred und Ginger“, dem Tanzenden Haus von Frank O. Gehry in…
Best in Travel 2026 kommt in neuem Gewand und mit verändertem Inhalt daher. Statt einer Rangliste der Destinationen geht es um die Vielfalt der Reiseerlebnisse. Vorgestellt werden in dem schön aufgemachten Band mit Flexcover 50 inspirierende Reiseziele weltweit – je 25 Orte und 25 Erlebnisse. Für jede(n) etwas In der Auswahl soll jeder Reisetyp fündig werden, ob sportlich oder kulturell interessiert, ob Nachtschwärmer, Genussmensch oder Naturliebhaberin. Unter den Zielen sind bekannte wie Tunesien, Sardinien, Barbados oder das thailändische Phuket. Dazu kommen eher neu zu entdeckende Destinationen wie Jeju-do in Südkorea, Quy Nhon in Vietnam oder die Salomon-Inseln. Nicht ganz so weit weg muss man reisen, wenn man sich in Utrecht oder Cádiz umsehen will. In die weite Welt Auch bei den Erlebnissen geht es eher hinaus in die weite Welt, zum Beispiel auf den Great Bathing Trail in Vicoria/Australien, zu einer Kulinarik-Tour in Kerala/Indien oder zum Sternegucken nach Wairarapa/Neuseeland. Wer lieber in Europa bleiben möchte, wird auf „das legendäre Nachtleben“ in Belgrad verwiesen und auf die Welt der Street Art in Bristol. Er könnte auch ein Premier-League- Spiel in England besuchen oder das Haus der Architektin Eileen Gray in Südfrankreich. Schließlich werden die Azoren als „einer der besten Orte der…
Den „unstillbaren Drang in die Ferne“ attestierte schon Oswald Spengler dem Abendland. Und Theodor Fontane konstatierte: „Alle Welt reist“. Tourismus ist beileibe kein neues Phänomen. Nicht einmal Overtourism. Dass die Deutschen sich als Reiseweltmeister definieren geht auf die Kraft-durch-Freude-Reisen im Dritten Reich zurück, was die meisten lieber nicht so genau wissen wollen. Doch Hasso Spode geht in seiner Geschichte des Tourismus unter dem Titel „Traum Zeit Reise“ noch viel weiter zurück – in die Zeit der Wallfahrten und Kreuzzüge, der Handelsreisen und Entdeckungsfahrten – auch der Eroberungszüge. Spiegel des Menschen Reisen als Selbstzweck freilich sind ein Phänomen der Neuzeit. „Die Geschichte dieser eigentümlich nutzlosen Reiseform liest sich als Spiegel des Menschen und der Gesellschaft, die ihn prägt“, schreibt Spode im Eingangskapitel. Ja, Reisen gehört heute zum Leben, trotz aller Schattenseiten. Hasso Spode, Ehrenvorsitzender des Historischen Archivs zum Tourismus an der TU Berlin, kann in seiner Geschichte des Tourismus aus dem vollen schöpfen. Die Anfänge Er schreibt über die Anfänge der Reiseliteratur, darüber, wie der Verschönerungsverein zum Tourismusverein wurde. Er beschreibt die Entwicklung des Tourismus durch die technischen Errungenschaften der Eisenbahn und des Flugzeugs. Die ersten Pauschalreisen sind ebenso Thema wie die ersten Kreuzfahrten, der Urlaub am Strand ebenso wie die…
Doris Dörrie ist bekannt als erfolgreiche Regisseurin und Drehbuchautorin. Aber sie hat sich auch als Schriftstellerin einen Namen gemacht. Ihr neues Buch heißt „Die Heldin reist“ und beginnt so: „Im Jahr 2019 bin ich in die USA, nach Japan und Marokko gereist. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass es für längere Zeit die letzten Reisen gewesen sein sollten.“ Mythos Heldenreise Auf 240 Seiten beschäftigt sich Doris Dörrie dann mit dem Mythos der Heldenreise, der bis heute männlich geprägt ist. Was aber ist, wenn Frauen reisen, fragt sich die Autorin. Werden sie auch zu Heldinnen, wenn sie Abenteuer bestanden, Krisen bewältigt haben? Abenteuer und Krisen hat Dörrie bei ihren vielen Reisen so einige bestanden – auch wenn sie sich nicht freiwillig exponiert hat. Sie hat einen Beinahe-Absturz überlebt, Anfeindungen, Belästigungen. „Ich bin nur gereist“ Ist sie deshalb schon eine Heldin? Nein, sagt Dörrie am Ende des Buches: „Ich bin keine Heldin, ich bin nur gereist.“ Und das leidenschaftlich gern. Auch wenn sie so manche Show durchschaut wie etwa in Marrakesch. Der Bucket-List-taugliche Djemaa al Fna ist für sie „eine erschöpfte Inszenierung all dessen, was der Tourist erwartet“. Touristin und Vielreisende Und als Vielreisende weiß sie auch, dass ihre Neugier auf…
Celebrate? Feiern? Feierwütige haben‘s schwer in diesen Zeiten: Straßenkarneval in Rio: abgesagt. Rosenmontagszüge am Rhein: abgesagt. Oktoberfest in München: abgesagt. Ja, wo kann man denn da noch feiern? Vielleicht im Sommer mit Karibik-Feeling in England beim Notting Hill Carnival. Oder im Juni bei der Pride in San Francisco, einer schillernd bunten Parade der Lebensfreude. Der Bildband Celebrate! hat jede Menge Anregungen. Feiern in Grün und Orange Auch Nationalfeiertage werden gern ausgiebig gefeiert, zum Beispiel am 17. März der St. Patrick‘s Day. Der irische Nationalheilige sorgt auch dafür, dass Gebäude und Sehenswürdigkeiten in aller Welt an seinem Feiertag grün eingefärbt werden – zur Erinnerung an das dreiblättrige Kleeblatt, mit dem der Heilige die Dreifaltigkeit erklärt haben soll. In den Niederlanden färbt der Königstag am 27. April das ganze Land orange. Die gewohnte Party könnte allerdings wegen Corona etwas bescheidener ausfallen. Feste für alle und alles Auch religiöse Feste haben es in sich. Weltweit bekannt ist die Kumbh Mela in Indien, zu der noch bis Anfang März Millionen Pilger an einen der vier heiligen Orte strömen, in diesem Jahr nach Allahabad. In Spanien wird die Karwoche mit großem Pomp begangen, und im australischen Arnhemland zelebrieren Aborigines ihre Kultur beim jährlichen Garma Festival…
Reisen ist durch Corona schwieriger geworden. Und Omikron sorgt für neue Verwirrung und neue Hindernisse. Reisen ist nicht mehr so selbstverständlich wie früher, doch die Reiselust scheint ungebrochen. Und das trotz des Klimawandels. Doch es gibt ja die Möglichkeit, das Fernweh zu stillen und trotzdem Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen. Bei einem Sabbatical zum Beispiel oder einem „Gap Year“, also einem Jahr, das man zwischen den beruflichen Verpflichtungen einschiebt. Mit der Möglichkeit, auch im Ausland zu arbeiten, ist das alles noch leichter geworden. Reiseträume verwirklichen Warum also nicht eine lange Reise planen, vielleicht sogar eine Weltreise? Sara van Geloven gibt in dem Buch „Take a Break“ jede Menge Tipps, wie Fernwehkranke ihre Reiseträume verwirklichen können. Die Niederländerin ist eine erfahrene Globetrotterin, denn sie hat sich „ins Reisen verliebt“ und als Reisejournalistin Karriere gemacht. In dem Buch erzählt sie von eigenen Erlebnissen und lässt andere von ihren Erfahrungen berichten. Dazwischen gibt es immer wieder praktische Tipps: Wie man bei einer Weltreise Geld sparen und auf langen Reisen die Umwelt schonen kann, wo man am besten Leute kennenlernt, was für ein Studium im Ausland spricht, für einen Schüleraustausch oder für Work & Travel. Auch zu Reisen mit Kindern finden sich praktische…
Das erste Geoheft 1976 war für den 15-jährigen Michael Martin „das Fenster zur Welt“. Auch ein professioneller Diavortrag beeindruckte den Schüler nachhaltig. Mehr als 40 Jahre später ist in Gersthofen bei Augsburg Geborene selbst ein erfolgreicher Vortragsreisender. Geo widmete den vielfach Ausgezeichneten sogar eine Sonderausgabe. „Ich will mehr als schöne Bilder zeigen und abenteuerliche Geschichten erleben“, schreibt Michael Martin im Vorwort zu seinem Buch „Die Welt im Sucher“. In dem Buch nimmt er die Lesenden nicht nur auf seine Reisen mit, er lässt sie auch teilhaben an den Anfängen seiner Karriere. Und am Ende gewährt der Profi auch noch Einblicke in seine Ausrüstung. Mauerblümchen und Orchideenfach Der Vater prägte ihn, schreibt der heute 58-Jährige dankbar. Auch der Mutter habe er viel zu verdanken. In der Schulzeit fühlte er sich eher als „Mauerblümchen“, das Ingenieurstudium tauschte er gegen das „Orchideenfach“ Geographie, das er nach langen elf Jahren immerhin mit einem Diplom abschloss – inzwischen Vater einer Tochter und erfahrener Reisender. Mit dem Mofa nach Marokko Immerhin führte seine erste Reise den 17-Jährigen schon nach Marokko – mit dem besten Freund und auf einem Mofa. Als Fotograf, schreibt Martin, sei er Autodidakt. Doch er profitierte von der „Goldenen Zeit der Reisefotografie“, auch…
Michael Roes weiß: Reisen und Tourismus sind zweierlei Stiefel. Reisen fordert den ganzen Menschen, ist verbunden mit Strapazen – auch heute noch – und kann mit großen Enttäuschungen verbunden sein. Der Tourismus dagegen verspricht die heile Welt, die Sicherheit mit Netz und doppeltem Boden und natürlich Glücksgefühle. Der Autor und Filmemacher Michael Roes definiert sich als Reisender. Riskante Nähe Es sind auch nicht die Ziele des Massentourismus, in die er die Leser mitnimmt – auch in Marokko oder Tunesien lässt er sich auf eine Nähe ein, die so riskant ist wie seine Reisen durch Afghanistan, im Jemen oder in Mali. In seinem dicken Buch „Melancholie des Reisens“ überlagert seine Gedankenwelt immer öfter auch die Realität vor Ort. Denn für Michael Roes ist Reisen immer auch verbunden mit der Suche nach Wahrheit und den eigenen Grenzen. Der Reisende als Virus Er reist Menschen nach, die ihn inspiriert haben: die Dichtern Rimbaud und Bowles etwa oder gescheiterten Entdeckern. Zitate aus deren (Tage)Büchern stehen zwischen den eigenen Betrachtungen, die jetzt in Corona-Zeiten fast prophetisch klingen: „Die Fremde liebt den Reisenden nicht. Sie wehrt sich gegen ihn, bekämpft ihn, isoliert ihn, stellt ihn unter Quarantäne, eliminiert ihn. Die Rituale der Gastfreundschaft sind Strategien der…
Er ist viel gereist in seinem Leben, war mit Bus und Zug unterwegs, mit dem Flugzeug und zu Fuß, hat Reportagen über seine Reisen geschrieben und war Mitbegründer einer Reisezeitschrift. Für den schwedischen Reiseschriftsteller Per J. Andersson ist Reisen „die wirkungsvollste Methode, das eigene Bild von der Welt zu erweitern“. Und darüber schreibt er auch in seinem Buch, das reich ist an Zitaten und kleinen Geschichten und das den Leser mitnimmt ins pralle Leben etwa nach Indien, wo der Autor immer wieder gerne ist. Gedanken über den Sinn des Reisens Andersson ist ein gebildeter Reisender, einer, der viel gelesen hat über das Reisen und die Welt und der sich Gedanken gemacht hat über den Sinn des Reisens und über die Geschichte des Unterwegsseins – von den Nomaden der Frühzeit über die Roma und die Landstreicher bis zu den Tramps und Hippies. Wie andere Zeitgenossen auch ist er zwar immer wieder als Rucksackreisender unterwegs – aber mit Netz und doppeltem Boden, also mit der Gewissheit, zurückkehren zu können in einen gesicherten Alltag. Das unterscheidet den „Freizeitvagabunden“ von jenen, die aus Armut oder Verzweiflung auf der Straße leben. Trampen als Zivilisationskritik Trotzdem kennt auch er, „das leise brodelnde Glücksgefühl, (fast) pleite und…