Vogel wilde Geschichte

5. August 2020

Jürgen Seibold hat sich als Autor von Allgäu Krimis einen Namen gemacht.  Für sein neues Buch hat er sich von Kommissar Hansen getrennt.  Vom Geheimdienst in den Buchhandel: Robert Mondrian will nichts mehr mit Staatsfeinden und Kriminellen zu tun haben. Und dann wird er doch hineingezogen in einen Mordfall. Ausgerechnet seine Traumfrau gerät unter Mordverdacht. Die Obsthändlerin soll einen Lieferanten vergiftet haben – mit einem Apfel wie einst die böse Königin in dem Märchen „Schneewittchen“. „Schneewittchen und die sieben Särge“ heißt denn auch der unterhaltsame Krimi von Jürgen Seibold.

Slapstick mit Superhelden

Märchenhaft ist allerdings nur der Titel des Buches, sonst geht es relativ handfest, zuweilen auch slapstickartig zur Sache. Mondrian erfährt bei seinen Ermittlungen Hilfe von unerwarteter Seite. Sein etwas ungelenker Gehilfe würde gerne den Superhelden geben, um der schüchternen aber reaktionsschnellen Marie zu imponieren. Der Buchhändler hält von beiden wenig und muss sich im Endkampf mit Muskel bepackten Halunken eines Besseren belehren lassen. Dabei spielen auch zwei redefreudige Kakadus eine wichtige Rolle…
Leichte Sommerlektüre, die auch Leserinnen mit schwachen Nerven nicht um den Schlaf bringt.

Hineingelesen…

… in Mondrians Buchhandlung

Als Freund hatte er seinen tollpatschigen Gehilfen bisher nicht eingestuft. Er mochte ihn ganz gern, aber mehr als ein Mitarbeiter, noch dazu ein manchmal nervtötender, war er für ihn wirklich nicht. Das das musst er nicht unbedingt der jungen Frau auf die Nase binden, für die Alfons schwärmte.
„Er macht sich Sorgen um Sie, Herr Mondrian, und er würde Ihnen gern helfen. ER vermutet, dass Sie sich gerade in einer ziemlich gefährlichen Situation befinden, und ich sehe das genauso. Sie mögen Frau Fischer und möchten ihr helfen, sich von dem Verdacht zu befreien, ihren Lieferanten umgebracht zu haben, aber was immer Sie bisher dazu herausgefunden haben… Es scheint einige unangenehme Menschen zu stören, dass Sie ihre Nase in deren Angelegenheiten stecken.“
„Selbst, wenn es so wäre, glaube ich nicht, dass mir Alfons in solchen Dingen eine Hilfe sein könnte.“
„Ich könnte Ihnen auf jeden Fall helfen, und Zeit habe ich gerade auch… Und weil ich Alfons mag, möchte ich gern, dass wir beide Ihnen helfen dürfen. Zum einen sieht er zu Ihnen auf, und zum anderen wäre es, glaube ich, das Größte für ihn, ein solches Abenteuer zusammen mit mir zu erleben.“

Info: Jürgen Seibold. Schneewittchen und die sieben Särge, Piper, 300 S., 10,30 Euro

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