„Ein Zug voller Hoffnung“ heißt der Roman der neapolitanischen Schriftstellerin Viola Ardone, in dem sie ein vergessenes Kapitel der italienischen Geschichte aufgreift. Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg war hart in Europa, auch in Italien. Nahrung war knapp, die Menschen hungerten – vor allem im armen Süden. Von dort schickte die kommunistische Partei „Züge der Hoffnung“ in den reicheren Norden. Angst vor dem anderen Leben Treni die bambini heißt...

Dass Israel ein traumatisiertes Land ist, ein Land, für das Kriege Alltag sind, das ist das große Thema der Schriftstellerin Lizzie Doron – auch in ihrem neuen, autobiographisch gefärbten Roman „Was wäre wenn“. Was wäre wenn die Ich-Erzählerin, ein alter Ego der Autorin, mit dem Jugendfreund Ygal zusammengekommen wäre? Was wäre, wenn sie sich früher wieder gesehen hätten? Was wäre, wenn Ygal nicht in Gefangenschaft geraten wäre?  All die...

Unsere Gesellschaft ist unbeweglich geworden. Doch das viele Sitzen ist ungesund. Dagegen hilft, auch mal auf das Auto zu verzichten. Dass es sich lohnt, das Gehen wieder zu entdecken, zeigt Annabel Streets in ihrem Buch „Auf die Füße fertig los“. 52 Inspirationen für die 52 Wochen des Jahres hat sie aufgelistet. Sie sollen dazu beitragen, „die Freuden, das Mysterium, das wunder und das Hochgefühl des Gehens neu zu erleben“. Spazieren im Sonne...

Es wird wieder gereist. Und die USA – und da New York – stehen ganz oben auf der Bucketlist der Reisenden. Das Buch von Susan Kaufman „New York wie es keiner kennt“ macht noch mehr Lust, den Big Apple zu durchstreifen. Spaziergänge mit der Kamera Denn die langjährige Lifestyleredakteurin und Fotografin nimmt die Lesenden mit auf ihre Spaziergänge mit der Kamera und erkundet mit ihnen die charmanten, die malerischen Seiten der Stadt, die ...

Gary Shteyngart  war noch ein Kind, als seine Eltern aus Leningard, dem heutigen St. Petersburg in die USA emigrierten.  Die Welt der russischen Emigranten hat ihn nie losgelassen. Ebenso wenig wie die Neigung zur Selbstparodie.  Beides gilt auch für seinen neuen Roman „Landpartie“. Freunde mit Migrationshintergrund Die Pandemie wütet in der Stadt, und der russisch-stämmige Schriftsteller Sasha Senderovsky hat mit seiner Frau Masha...

Nostalgia: Metaphern der Vergänglichkeit
Rezensionen / 21. Dezember 2015

Er ist ein Schatzsucher mit der Kamera. Seine Schätze findet der in Xanten geborene Sven Fennema überall in Europa, wo Menschen gelebt haben und gegangen sind. Fennema ist auf der Suche nach verlassenen Orten, nach Stätten der Vergänglichkeit, Zeugen einer verlorenen Zeit. Der schwergewichtige und luxuriös aufgemachte Bildband „Nostalgia“ versammelt die Fotografien solcher „lost places“ in Italien. Es sind Bilder, die Geschichten erz...

Facetten der Wahrheit: Drago Jancars neuer Roman
Rezensionen / 8. Dezember 2015

Die französischen Kritiker kürten Drago Jancars Roman „Die Nacht, als ich sie sah“ zum besten fremdsprachigen Roman des Jahres, auf der ORF-Bestenliste steht das Buch des slowenischen Autors, das ins Jugoslawien des Jahres 1944 zurückführt und auf einer wahren Begebenheit beruht, im Dezember auf Platz 1. Zu Recht: Jancar hat einen raffiniert konstruierten Roman um das Schicksal der jungen, kapriziösen Veronika geschrieben, in dem es ...

Erstickende Nestwärme
Rezensionen / 26. November 2015

In Jerusalem hatte die Spiritualität der Chassidim, der orthodoxen Juden, sie fasziniert, die Gemeinschaft, in der sie sich und ihre Liebe zu Chaim aufgehoben fühlte. In London, wo Chaim als angesehener Rabbi tätig ist und nach den Buchstaben jüdischer Gesetze lebt, wird es für Rebekka zunehmend schwerer, diese Faszination nach zu empfinden. Vor allem nach einer Fehlgeburt, bei der Chaim als Mann kläglich versagt hat. Mit seiner Rigo...